Bremerhavener ist Weltmeister im Thai-Boxen

Mit 21 Jahren verließ Pascal Schroth die norddeutsche Heimat, um in Fernost als Thai-Boxer durchzustarten. Nun kehrte er für einen WM-Kampf nach Deutschland zurück.

Thai-Boxer Schroth haut gegen Sandsack
Wenn er zu Hause ist, trainiert Thai-Boxer Pascal Schroth in seinem Bremerhavener Box-Studio.

Ein Box-Camp in seinen Schulferien brachte Pascal Schroth zu dieser außergewöhnlichen Disziplin: Thai-Boxen, auch Muay-Thai genannt. Anders als beim normalen Boxkampf benutzen die Sportler bei dieser härtesten Kampfsportart der Welt neben den Fäusten auch die Ellenbogen, die Knie und die Füße. Wie beim Boxen gibt es auch beim Thai-Boxen verschiedene Gewichtsklassen, in denen maximal fünf Runden à drei Minuten gekämpft wird.

Bei seinem ersten Thai-Boxkampf war Schroth 18 Jahre alt. Er gewann diesen und wanderte zwei Jahre später nach Thailand aus, um noch mehr über die Sportart zu erfahren. Mit 300 Euro in der Tasche arbeitete der gebürtige Bremerhavener an seiner Technik und an der Fitness. Doch der Anfang war hart: Konnte er sich morgens eine Trainingseinheit leisten, verbrachte er den Nachmittag mit Dauerläufen. Am nächsten Tag fehlte ihm das Geld für einen Trainer, weshalb er sich mit Schwimmen fit hielt, bis er wieder etwas angespart hatte.

In Thailand ein Star

Im Dezember vergangenen Jahres kam dann der Durchbruch in dem Land, in dem Thai-Boxer wie Rockstars verehrt werden. Schroth, der unter dem Kampfnamen "The German" stets mit einer Maske einläuft, gewann den renommierten Königspokal. Seitdem läuft es rund bei dem heute 24-Jährigen. Inzwischen kann er gut von seinem Sport leben, hat sich mit seiner Freundin Aldis, die er in Thailand kennengelernt hat, im Urlaubsort Phuket niedergelassen.

Als Ausländer den Kings-Cup zu gewinnen, war das Größte, was du in Thailand erreichen kannst. Jetzt fehlt noch der WM-Gürtel.

Pascal Schroth, Thai-Boxer

Schon als Kind habe er von dem WM-Gürtel als Boxer gesprochen, erzählt seine Oma Margot bei einem der seltenen Heimatbesuche Schroths. Diesen Traum hat sich Pascal Schroth nun erfüllt: In der Fürther Stadthalle gewann er gegen den Schweden Adel Ekvall Halila durch k.o. in der zweiten Runde und sicherte sich damit den Weltmeistergürtel des WKU-Verbandes im Mittelgewicht. Ein Triumph, für den sich das harte Training gelohnt hat.

  • Lutz Hambach

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. November 2017, 18:06 Uhr