Thomas Schaaf – Das ist sein neuer Job bei Werder

Thomas Schaaf wurde heute offiziell als technischer Direktor vorgestellt. Ausführlich erklärte er, was der Job bedeutet und wohin es mit Werder langfristig gehen kann.

Thomas Schaaf auf einer Pressekonferenz

"War das jetzt zu schwierig, oder was?“, fragte Thomas Schaaf den Journalisten auf der Pressekonferenz, der den neben Schaaf sitzenden Geschäftsführer Frank Baumann gebeten hatte, Schaafs neuen Posten als technischer Direktor bei Werder Bremen in drei bis vier Sätzen zusammenzufassen. Die Bitte der Zusammenfassung war nachvollziehbar. Schaaf redete auf seiner Antritts-Pressekonferenz ausführlich über seinen neuen Posten und die vielen verschiedenen Bereiche seiner neuen Tätigkeit bei Werder Bremen.

Fünf Jahre nach dem Aus als Werder-Trainer ist Thomas Schaaf seit dem 1. Juli 2018 technischer Direktor bei den Grün-Weißen. Ein Job, der bei der Verkündung zunächst mehr Fragezeichen aufwarf, als Klarheit schaffte. Was macht ein technischer Direktor? Und warum braucht man ihn jetzt und früher nicht?

Inhaltlicher Austausch – auch mit Kohfeldt

Florian Kohfeldt gibt seinen Spielern beim Training Anweisungen.
Wie auch Thomas Schaaf durchlief Florian Kohfeldt die Jugendmannschaften Bild: DPA | Andreas Gumz

Bei seiner Vorstellung erklärte Schaaf ausführlich, was sein neuer Job bedeutet. "Bei Werder sollen alle Talente bestmöglichst ausgebildet werden. Darum müssen auch die Trainer bestmöglichst ausgebildet werden“, sagte Schaaf. Dazu bietet der Meistertrainer von 2004 jedem das Angebot des intensiven Austausches an – sogar dem jetzigen Trainer der Profimannschaft Florian Kohfeldt. "Ich werde ihm nicht bei etwas reinsprechen, aber ich biete ihm das Angebot des inhaltlichen Austausches – und das will Florian nutzen.“ Des Weiteren kann Schaaf den Trainern des Nachwuchsbereiches in ihrer Ausbildung helfen und Fortbildungen und Praktika bei anderen Clubs ermöglichen. Hilfreich dabei ist auch seine Stellung bei der UEFA, für die er als eine Art Scout arbeitet und deswegen über ein großes Netzwerk verfügt – diesen Job wird er in Absprache mit Werder auch weiterhin ausüben.

"Wir brauchen die Unterstützung der Stadt"

Max Kruse als junger Spieler bei den Werder Profis.
Max Kruse machte seinen ersten Schritte im Profi-Fußball unter Thomas Schaaf. Bild: Imago | Contrast

Nicht nur mit den Trainern, sondern auch mit den jungen Spielern wird Schaaf zu tun haben. "Ich habe alle Stationen im Nachwuchs durchgemacht, es hat mir immer Spaß gemacht, und ich bin froh, das weitermachen zu können“, so Schaaf. Unter ihm schafften unter anderem Tim Borowski, Aaron Hunt und Max Kruse den Sprung von einem Nachwuchsteam in den Profi-Kader. Dazu hatte Schaaf auch eine Anmerkung an die Stadt Bremen: "Werder ist ein wichtiger Bestandteil der Stadt. Unsere Aufgabe ist es, dass das weiterhin so sein kann. Beim Leistungszentrum brauchen wir aber ganz klar die Unterstützung der Stadt.“ Werder ist schon länger darauf bedacht, das Leistungszentrum zu modernisieren – am liebsten am jetzigen Standort in der Pauliner Marsch. Doch da gab es in der Vergangenheit baurechtliche Schwierigkeiten – das letztes Wort ist noch nicht gesprochen.

Schaaf soll Werders Philosophie mitgestalten

Neben der Betreuung und Koordinierung des Nachwuchses, den Mentor- und Ausbildungsangeboten für die Trainer, wird der gebürtige Mannheimer für die langfristige Ausrichtung des Vereins mitverantwortlich sein – dabei fällt immer wieder das Zauberwort Philosophie: "Werder hat eine Philosophie. Aber die müssen wir immer wieder prüfen.“ Die Ausrichtung für die kommenden Jahre soll sich gar nicht so sehr von der Zeit unterscheiden, als Schaaf selbst noch Trainer war: "Wir wollen aktiv am Spiel teilnehmen und es bestimmen – die Offensive wird dabei eine Rolle spielen“, so Schaaf, dem man seinen Tatendrang abkauft. Als technischer Direktor wird er viele verschiedene Aufgabenbereiche betreuen – ob das von Erfolg gekrönt sein wird, sei kurzfristig ohnehin nicht zu erkennen, sagte die Vereinslegende selbst. Dafür sind jetzt immerhin die Aufgaben klar – war das jetzt so schwierig?

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. Juni 2018, 18:06 Uhr