So bewertet Ex-Trainer Thomas Schaaf den Rückrunden-Start von Werder

Werder ist mit einem wichtigen Sieg in die Rückrunde gestartet. Die Mannschaft hat Tugenden gezeigt, die im Abstiegskampf nötig sind. Das war Thomas Schaaf wichtig.

Thomas Schaaf lehnt am Golfcart und unterhält sich mit Holger Berger.
Thomas Schaaf ist oft auf dem Trainingsgelände bei Werder zu sehen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

14 Jahre hat Thomas Schaaf bei Werder Bremen als Trainer auf der Bank gesessen – und selbst einige davon im Abstiegskampf gesteckt. Der 1:0-Erfolg gegen Düsseldorf ist aber auch an dem 58-Jährigen nicht spurlos vorüber gegangen. Schaaf weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig ein solcher Sieg in Werders Situation ist. Auch wenn von einer Trendwende noch nicht die Rede sein kann.

"Es ist immer gut, wenn man gewinnt. Wenn man sich über einen Sieg freuen kann, ist es immer eine schönere Geschichte, als wenn du Sorgen hast oder die Sorgen noch größer werden", erzählt Schaaf, der seit 2018 Technischer Direktor bei Werder ist.

Laufen, Kämpfen – man muss das Gesamtpaket immer wieder erfüllen.

Thomas Schaaf, Ex-Werder-Trainer

Auch wenn im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf keine spielerischen Glanzleistungen zu sehen waren, hat sich Werder gewehrt, haben sich die Spieler den Sieg erkämpft, hat die Mannschaft Tugenden gezeigt, die in der momentan schwierigen Situation erforderlich sind. Das sei toll gewesen, so Schaaf, dürfe aber keine einmalige Angelegenheit gewesen sein. "Das sind Tugenden, die wir immer brauchen, nicht nur im Abstiegskampf. Man kann auch schönen Fußball nicht spielen, ohne zu laufen, zu kämpfen und sich gegenseitig zu unterstützen."

Aber nicht nur diese erforderlichen Tugenden werden Werder aus der Krise führen, macht der Ex-Trainer deutlich, auch die Ruhe und der Zusammenhalt im Verein seien am Ende der Schlüssel zum Erfolg. "Das ist mehr als wichtig. Viele reden immer darüber, aber man muss es auch machen. Ich erlebe unsere Führung hier, dass sie sehr konzentriert, sehr ruhig agiert, ohne die Situation zu unterschätzen", sagt Schaaf.

Wenn Rat von mir gefragt ist, dann bin ich da.

Thomas Schaaf, Ex-Werder-Trainer

Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann hätten sich die wichtigen Fragen gestellt und nach Antworten gesucht, erklärt Schaaf. "Dazu ist es extrem wichtig, dass die handelnden Personen ihren Plan weiter verfolgen." Nur so könne man das Ganze wieder in eine positive Richtung lenken, so Schaaf.

Und Thomas Schaaf? Welchen Einfluss hat er einer solchen Krise? Wie wichtig ist der Rat des Ex-Trainers? "Die, die ganz nah dran sind, sind erst einmal wichtig. Da ist Florian Kohfeldt gefordert, das weiß er und dem stellt er sich auch ohne Wenn und Aber. Wenn dann irgendwann mal ein Rat von mir gefragt ist, dann bin ich auch da, aber erst dann."

Autor

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 21. Januar 2020, 15:10 Uhr