Sorgenkind Nuri Sahin – Nie wieder im Werder-Trikot?

Der Vertrag des 30-Jährigen läuft am Saisonende aus. Eine Verlängerung erscheint äußerst unwahrscheinlich. Zu allem Überfluss hat Sahin sich nun auch noch verletzt.

Nuri Sahin führt den Ball am Fuß
Zum letzten Mal war Nuri Sahin für die Bremer im Februar im Einsatz. Damals verlor Werder in Augsburg mit 1:2. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Es gab eine Zeit, da sammelte Werders Nuri Sahin reihenweise Rekorde ein. Unter anderem gab er im Sommer 2005 als jüngster Spieler aller Zeiten sein Bundesliga-Debüt. Damals im Dress von Borussia Dortmund. Wenige Monate später schoss er sein erstes Tor, womit er sich ebenfalls die Geschichtsbücher von Deutschlands Fußball-Oberhaus eintrug. Fast 15 Jahre später haben beide Rekorde immer noch Bestand. Die Karriere des Bremers befindet sich hingegen auf der Zielgeraden – und die Station Werder könnte bald ein unrühmliches Ende nehmen.

Hohe Erwartungen, durchwachsene Leistungen

Nuri Sahin spielt im Training einen Pass
Zuletzt konnte Nuri Sahin (lMitte) sich nur noch im Training empfehlen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Seit knapp zwei Jahren ist Sahin für die Grün-Weißen am Ball. Seine Verpflichtung wurde als Transfer-Coup gefeiert, die Erwartungen an den türkischen Nationalspieler waren entsprechend hoch. Bestätigen konnte Sahin diese jedoch nur selten. Oft waren seine Leistungen allenfalls durchwachsen. Zwar betonte sein Trainer Florian Kohfeldt stets die Wichtigkeit des Mittelfeldspielers. Doch immer häufiger fand sich dieser nur auf der Bank wieder. Zuletzt stand er nicht einmal mehr im Kader. Nach der Corona-Pause war der 31-Jährige einzig bei der 1:4-Pleite gegen Bayer Leverkusen Teil des Aufgebots. Seitdem ist er außen vor und musste abseits des Platzes zusehen, wie seine Teamkollegen aus drei Partien sieben Zähler holen. Daran wird sich sobald wohl auch nur wenig ändern: Wie Werder am Sonntag mitteilte, habe sich Sahin an der Hüfte verletzt. Vorerst stehe er der Mannschaft daher nicht zur Verfügung.

Angebliche Einigung mit Fenerbahce Istanbul

Da die Saison nur noch einen knappen Monat dauert, rennt Sahin die Zeit davon, sich bei Kohfeldt für höhere Aufgaben als die des Edelreservisten zu empfehlen. Zumal seine sportliche Zukunft weiterhin unklar ist. Fakt ist: Sein Vertrag läuft nach der laufenden Spielzeit aus. Das Szenario, dass der Verein den Kontrakt von einem seiner Top-Verdiener verlängert, der zudem nicht einmal Stammspieler ist, erscheint eher unwahrscheinlich. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Werder infolge der Corona-Krise finanzielle Einbußen hinnehmen muss.

Türkischen Medienberichten zufolge ist das Thema ohnehin vom Tisch: Angeblich steht Sahin vor einem Wechsel zum türkischen Topklub Fenerbahce Istanbul. Gut möglich also, dass Sahins Einsatz im Februar bei der 1:2-Niederlage in Augsburg sein letzter im Dress der Grün-Weißen war.

3 Gründe für Werders kleinen Aufschwung

Video vom 29. Mai 2020
Werder Bremen Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz.

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. Mai 2020, 18:06 Uhr