Ex-Bremer Markus Rosenberg versetzt Malmö zum Abschied in Extase

Der Ex-Bremer hat in seinem letzten Heimspiel für seinen Jugendklub doppelt getroffen. Selbst Werders sonst so nüchterner Sportdirektor Frank Baumann war ergriffen.

Markus Rosenberg jubelt
Markus Rosenberg dreht nach seinem Siegtreffer jubelnd ab. Bild: Imago | Mathias Bergeld

Es gibt diese Anekdote, wonach Werders Stadionsprecher Arnd Zeigler lange Zeit nur ein einziges Trikot eines Bremer Spielers in seiner Sprecherkabine im Weser-Stadion hängen hatte: nicht von Rudi Völler, Wynton Rufer oder Johan Micoud, sondern von Markus Rosenberg. Dieser Stürmer hat nun seinen letzten großen Fußballabend in seiner schwedischen Heimat erlebt – und seinen Club Malmö FF am Donnerstagabend in der Europa League mit einem Tor in der 96. Minute zu einem 4:3-Sieg gegen Dynamo Kiew geschossen.

Was folgte, war die Last-Minute-Ekstase von Malmö: Rosenberg, der für das Team von Uwe Rösler schon das 2:2 (48.) erzielt hatte, stürmte in die Kurve und ließ sich von den Fans herzen. Viele kletterten über die Absperrungen, um mit dem Ex-Bremer zu feiern.

Ein großes Banner mit dem Konterfei von Markus Rosenberg in der Fankurve von Malmö FF
Überlebensgroß: Die Fans von Malmö FF ehrten Rosenberg vor dem Spiel mit einer Choreografie. Bild: Imago | Petter Arvidson

Anschließend zollten ihm 20.000 Malmö-Fans, Mitspieler, Vereinslegenden und auch Weggefährten wie Werders Sportchef Frank Baumann ihren Respekt. Der sonst eher nüchterne Baumann sprach später von Gänsehaut. "Man hat in jedem Moment gespürt, welche Wertschätzung Markus genießt." Werders Sportdirektor verglich Rosenbergs Status in Malmö mit dem von Claudio Pizarro in Bremen. "Das ist eine Dimension, die ist außergewöhnlich", sagte er. "Das hat sich Markus absolut verdient."

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In Malmö startete Rosenbergs Profikarriere

Rosenberg selbst weinte nach dem Spiel. "Es gibt eigentlich keine Worte, die die Liebe beschreiben können, die ich für euch habe, für diesen Club und für alles, das ich erleben durfte", sagte er gerührt. Er ist in Malmö aufgewachsen und begann dort vor 18 Jahren seine Profikarriere.

Vier Werder-Spieler jubeln
Rosenberg jubelt mit Clemens Fritz, Claudio Pizarro und Philipp Bargfrede über den Champions-League-Einzug. Der Schwede hatte Bremen in Genua in die Verlängerung geschossen. Bild: Imago | Gribaudi

Von 2007 bis 2012 spielte er für Werder, traf in insgesamt 165 Partien in Bundesliga, Pokal, Uefa-Cup, Champions League und Europa League 53 Mal. Im August 2010 schoss er sein wohl wichtigstes Tor: Werder war im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Sampdoria Genua schon so gut wie ausgeschieden, dann traf der eingewechselte Schwede in letzter Minute. Die Bremer kamen in die Verlängerung, wo Claudio Pizarro mit seinem 2:3 Werder zum bislang letzten Mal in die Gruppenphase schoss.

Im Dezember hört Rosenberg mit 37 Jahren auf. Das 4:3 gegen Kiew war das letzte Heimspiel seiner Karriere.

So hat Frank Baumann den Abschied von Markus Rosenberg erlebt

Frank Baumann lächelnd und zurückgelehnt auf dem Podium einer Pressekonferenz.
Bild: Imago | Nordphoto

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. November 2019, 18:06 Uhr