Silbernes Trostplaster bei den Finals für Gymnastinnen von Bremen 1860

Video vom 4. Juni 2021
Fünf Gymnastinnen von Bremen 1860 bei der deutschen Meisterschaft während ihrer Übung mit den Bällen.
Bild: DPA | GES / Edith Geuppert
Bild: DPA | Rolf Vennenbernd

Das Team von Bremen 1860 hat bei den Finals in Dortmund den Mehrkampf-Meistertitel verloren. Dennoch gab es für die Gymnastinnen am Freitag noch einige Medaillen.

Da standen sie also, die fünf Gymnastinnen von Bremen 1860. Der Größe nach aufgereiht, mit geübter Haltung. Lächeln gehört bei ihrer Sportart zum Geschäft, aber nun auf dem Podium fiel es ihnen doch sichtlich schwer, die Enttäuschung zu überspielen.

Sie bekamen am Freitag bei der Siegerehrung die Silbermedaille umgehängt, aber für die Bremerinnen fühlte es sich wohl eher wie ein Trostpflaster an. Wirklich zufrieden wirkten sie nicht bei diesen Finals, den deutschen Meisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik. Zu viele Patzer, zu viele Unsicherheiten. Dass durch Corona so lange nicht gemeinsam trainiert werden durfte, war nicht nur dem Bremer Team in Dortmund anzusehen.

Zu viele Fehler bei den Bremerinnen

Die fünf Gymnastinnen von Bremen 1860 bei der Vorbereitung für das Mehrkampf-Finale.
Vorbereitung für den Showdown: Mit Reifen und Keulen lief es für das Team von Bremen 1860 am Freitag besser als mit den Bällen. Bild: DPA | Rolf Vennenbernd

Am Mittwoch bereits hatte die Gymnastinnen ihren Mehrkampf-Titel knapp an den TV Dahn 1910 (35,575 Punkte) verloren, sie wurden Zweite mit 34,900 Punkten. Nun mussten sie sich erneut hinter Dahn einreihen beim Mehrkampf in der Gruppe in der Disziplin Reifen und Keulen im Finale der sechs Besten.

Zuvor mit den Bällen hatten die fünf Bremerinnen einige Fehler gezeigt, nichts lief bei ihrer Übung rund. Auch andere hatten Schwierigkeiten, so reichte es am Ende zumindest zu dieser Team-Silbermedaille. Dahn dagegen zeigte in beiden Disziplinen anspruchsvolle Choreografien und holte sich verdient die drei Team-Meistertitel.

Respekt vor allen Gymnastinnen, die nach der langen Pause hier angetreten sind. Gerade für die Gruppen war die Corona-Pause deutlich länger als im Einzel. Die sechs Gruppen haben sich hier heute sehr gut präsentiert.

Isabell Sawade, Teammanagerin der Rhythmischen Sportgymnastik im DTB

Einzelmedaillen für Kruse und Stavickaja

Gymnastin Sandy Kruse von Bremen 1860 bei einer Übung mit Reifen bei den Finals.
Sandy Kruse von Bremen 1860 durfte sich über im Einzel über insgesamt drei Bronzemedaillen freuen. Bild: DPA | GES / Edith Geuppert

Im Einzel dominierte zwar die Potsdamerin Margarita Kolosov die Meisterschaften und holte sich am Donnerstag bereits den Mehrkampf-Titel mit großem Vorsprung mit 77,050 Punkten. Vor der staken Melanie Dargel von der TG Worms (68,35). Doch für Sandy Kruse von Bremen 1860 reichte es zur Bronzemedaille im Mehrkampf (57,825).

Es sollten am Freitag in den Einzeldisziplinen zwei weitere dritte Plätze für Kruse folgen, mit dem Reifen und dem Ball. Im Keulen-Finale reichte es für sie nur zu Rang fünf, dort konnte jedoch die zweite Bremerin Julia Stavickaja mit der Bronzemedaille einen für sie versöhnlichen Abschluss finden. Auch mit dem Band wurde die 23-Jährige mit Rang drei belohnt. Die erfahrene Gymnastin, die inzwischen Jura studiert, war in keiner Übung über zwei Tage fehlerfrei geblieben und daher dennoch sichtlich enttäuscht. An Kolosov und Dargel war aber auch im Einzel insgesamt kein Vorbeikommen.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. Juni 2021, 18:06 Uhr