Ende der Torflaute? Werders Rashica trifft auf seinen Lieblingsgegner

Seit 13 Bundesliga-Spielen hat "Rocket" nicht mehr getroffen. Seine Tore gegen Werders kommenden Gegner Eintracht Frankfurt dürften ihm aber noch in guter Erinnerung sein.

Milot Rashica schlägt eine Flanke.
Seit zweieinhalb Jahren läuft Milot Rashica im Werder-Dress auf. Bild: Gumzmedia/Pool/Nordphoto | Andreas Gumz

Aus gutem Grund nennen sie ihn bei Werder "Rocket". Denn wenn Milot Rashica zum Sprint ansetzt, fliegt er über den Platz wie eine Rakete. So wie bei seinem grandiosen Treffer am 15. Spieltag gegen Bayern München: Im Mittelkreis bekam Rashica den Ball, ließ ihn abtropfen und schlug einen Haken. Der Bremer zündete den Turbo, sein Gegenspieler Jerome Boateng kam nur schwer nach. Kurz vor dem gegnerischen Sechzehner hob "Rocket" den Kopf. Dann jagte er den Ball zum 1:0 unter die Latte des Münchener Gehäuses. Doch weil Werder die Partie noch mit 1:6 verlor, geriet sein Traumtor zur Nebensache. Schlimmer noch: Es war das bislang letzte Mal, dass Rashica einen eigenen Treffer bejubelte.

Mehr als 1.000 Minuten ohne Torerfolg

Milot Rashica schreit nach seinem Tor in Dortmund den Jubel heraus.
Siebenmal durfte Milot Rashica in der laufenden Saison bislang über eigene Tore jubeln. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Bis dahin schien es, als sei der 23-Jährige so etwas wie die Lebensversicherung der Grün-Weißen: In nur elf Spielen hatte er sieben Tore erzielt. Hinzu kamen drei Vorlagen. Wenn etwas ging bei Werder, dann über den linken Flügelflitzer, der sich mit seinen starken Leistungen in die Notizbücher der europäischen Top-Teams rannte. Borussia Dortmund zeigte Interesse, ebenso der SSC Neapel. Sogar Champions-League-Sieger FC Liverpool soll sich mit ihm beschäftigt haben. Neue Argumente, dass ein Verein seine Ausstiegsklausel in Höhe von angeblich 38 Millionen Euro ziehen sollte, sammelte er jedoch kaum. Seit 13 Spielen, oder anders gesagt: seit mehr als 1.000 Minuten wartet "Rocket" auf ein Tor.

Immerhin reichte es in diesem Zeitraum zu zwei Torvorlagen. Darunter der wichtige Assist zum Siegtreffer am vergangenen Wochenende gegen Schalke. Mit nur 30 eigenen Toren, von denen zwei sogar der Gegner erzielte, sind die Bremer jedoch das offensivschwächste Team der Liga. Einen echten Torjäger gibt es, von Rashica mal abgesehen, keinen in Werders Reihen. Zuletzt füllte zwar Leonardo Bittencourt diese Rolle aus, doch ansonsten verteilen sich die wenigen Treffer auf viele Schultern. Zeit also, dass "Rocket" seine Torflaute beendet.

Hoffnung macht, dass Werder am Mittwochabend im Weser-Stadion in gewisser Weise auf Rashicas Lieblingsgegner trifft. Zweimal stand der 23-Jährige gegen die Hessen in der Bundesliga auf dem Rasen, beide Male trug er sich jeweils in die Torschützenliste ein. Besonders gut in Erinnerung dürfte vielen Fans noch sein Treffer am zweiten Spieltag der vergangenen Saison sein: In der sechsten Minute der Nachspielzeit zirkelte Rashica, der zu der Zeit höchstens als Joker zum Einsatz kam, einen Freistoß über die Frankfurter Mauer zum 2:1-Siegtreffer ins Tor. Seinen letzten Treffer gegen die Eintracht erzielte er wiederum in der Hinrunde der laufenden Saison. Wieder per Standard, wieder in der Nachspielzeit. Allerdings war sein verwandelter Elfmeter zum 2:2-Unentschieden mehr als schmeichelhaft für die Bremer.

Probleme mit den Adduktoren

Ob Rashica im Nachholspiel überhaupt zum Einsatz kommt, ist wahrscheinlich, aber noch nicht sicher. Gegen Schalke musste er wegen Adduktorenproblemen verletzt ausgewechselt werden. Der Verein gab sich nach der Diagnose jedoch optimistisch, dass "Rocket" auch gegen Frankfurt wieder den Turbo zünden kann.

3 Gründe für Werders kleinen Aufschwung

Video vom 29. Mai 2020
Werder Bremen Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Tag, 2. Juni 2020, 23:30 Uhr