Stürze, Beulen und viel Frust: Kämnas Tour-Auftakt tut weh

Für den Fischerhuder vom Team Bora verlief der Auftakt der Tour de France nach mehreren Stürzen schmerzhaft. Der 23-Jährige kämpfte sich aber auch am Sonntag ins Ziel.

Lennard Kämna beim Sturz auf regennasser Straße bei der ersten Tour-Etappe.
Lennard Kämna (links) war bei der 1. Etappe der Tour de France nicht der einzige Fahrer, der auf der nassen Strecke stürzte. Bild: DPA | Roth/Augenklick

Es passierte etwa 35 Kilometer vor dem Ziel in Nizza. Lennard Kämna verhakte sich im Pulk mit seinem Rad, kippte weg und stürzte. Mit Mühe wichen die übrigen Fahrer dem 23-Jährigen aus Fischerhude aus, der sich wieder Beulen und Abschürfungen zuzog – wie schon am Samstag beim Auftakt der 117. Tour de France. Da war Kämna gleich zwei Mal gestürzt. Etlichen anderen der 176 Fahrer war es am Starttag ähnlich wie ihm ergangen auf den Teilen der Strecke, auf denen nach Regenfällen das Wasser stand.

Alle hatten es am Samstag dennoch irgendwie ins Ziel geschafft, auch Kämna. Der deutsche Radprofi John Degenkolb vom Team Lotto-Soudal musste allerdings dann doch verletzt aussteigen und die Tour nach einem Tag abbrechen. Kämna stieg am Sonntag wieder aufs Rad, mit Pflastern, Blessuren und leichten Schmerzen. Dass die Tour die Hölle ist, merkt der Fischerhuder nun gleich von Beginn an. Aber er beißt sich durch, auch nach seinem Sturz am Sonntag rappelte sich Kämna wieder auf. Die Teambetreuer reichten ihm eine weitere Trinkflasche, um den Schreck herunterzuspülen und das Ziel nach insgesamt 186 Kilometern noch zu erreichen.

Kämna trat in die Pedale, doch den Abstand zu seinem Bora-Teamkollegen Emanuel Buchmann konnte er nach dem Sturz nicht mehr aufholen. Und als dessen Helfer ist Kämna besonders in den Bergstücken, die dieses Mal gleich zu Beginn die Fahrer fordern, eigentlich vorgesehen. Buchmann kam als 26. ins Ziel, Kämna als 71. mit zehn Minuten Rückstand. Die dritte Etappe führt am Montag von Nizza nach Sisteron. Kämna hofft, dass er die 198 Kilometer bewältigen kann – idealerweise ohne Sturz.

Kämna stürzt auch auf der 2. Tour-Etappe

Video vom 30. August 2020
Lennard Kämna bei der zweiten Etappe mit seinen Bora-Teamkollegen hinter dem Fahrer im Gelben Trikot.
Bild: DPA | Roth/Augenklick

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 30. August 2020, 19:30 Uhr