Radprofi Kämna rockt die deutsche Tour-Bilanz

Das Arbeitszeugnis der zwölf deutschen Radprofis bei der 107. Tour de France fiel durchwachsen aus. Lennard Kämnas Etappensieg war dabei der einzige Lichtblick.

Video vom 20. September 2020
Lennard Kämna reckt auf dem Podium nach seinem Etappensieg den Blumenstrauß empor.
Bild: Imago | Zuma Wire

Die deutschen Fahrer bei der Tour de France mussten in den vergangenen drei Wochen einige Enttäuschungen verkraften. Emmanuel Buchmann musste seinen Traum vom Tour-Sieg nach einer Woche begraben, für John Degenkolb war nach der ersten Etappe Schluss und für Andre Greipel entpuppte sich seine wohl letzte Tour als ebenso frustrierend.

Anders dagegen Lennard Kämna, für ihn ging "ein Kindheitstraum" in Erfüllung. Sechs Tage nach seinem 24. Geburtstag stürmte der Fischerhuder in Villard-de-Lans zu seinem ersten Tour-Etappensieg, was irgendwie in die neue Jugendwelle im Radsport passte. Sein Sieg war ein taktisches Meisterstück und der endgültige Durchbruch Kämnas – sein Triumph macht Lust auf mehr.

Wenn ich darauf zurückblicke, fühlt sich das gut an. So richtig verstehen werde ich das wohl erst in ein paar Wochen.

Radprofi Lennard Kämna

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Kämna bremst die Erwartungen

Womöglich ist bei der Tour der Stern eines großen deutschen Fahrers aufgegangen. Experten wie Didi Thurau, einst selbst im Gelben Trikot bei der Tour unterwegs, trauen Kämna zu, künftig um die Podiumsplätze mitzufahren. Derartige Erwartungen versuchte der gereift wirkende Jungstar zum Tour-Ende zu bremsen.

Momentan ist mein Motor nicht bereit für drei Wochen. Ich brauche noch ein paar Jährchen, um die Gesamtwertung anzugreifen.

Radprofi Lennard Kämna in der ARD

Kämna steckt die Stürze weg

Begonnen hatte seine Erfolgstour für Kämna allerdings schmerzvoll – Stürze, Stürze, Stürze. Auf den ersten beiden Etappen holte sich der Youngster etliche Beulen und Blessuren, gab jedoch nicht auf und kämpfte sich durch. Und auch, als er auf der 13. Etappe bis ans Limit ging und im Schlussspurt doch noch hauchdünn den Sieg verpasste, rappelte sich Kämna wieder auf – und triumphierte bei der Etappe drei Tage später.

Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Ich bin happy. Es fühlt sich sehr, sehr gut an, mit dem Gedanken aufzuwachsen, einen Etappensieg bei der Tour geholt zu haben.

Radprofi Lennard Kämna in der ARD

So "feiert" Fischerhude den Etappen-Sieg von Lennard Kämna

Video vom 16. September 2020
Lennard Kämna reißt jubelnd die Arme empor, als er über die Ziellinie fährt.
Bild: DPA | Roth/Augenklick

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 20. September 2020, 19:30 Uhr