Radprofi Politt: Erst die Sixdays, dann die Klassiker

Paris-Roubaix, Tour de France und Olympia – das sind die großen Ziele von Nils Politt. Doch vorher will der deutsche Hoffnungsträger bei den Bremer Sixdays glänzen.

Nils Politt bei den Bremer Six daxs im Interview.

Der kleine Pflasterstein hat einen Ehrenplatz in der Wohnung von Nils Politt. Die Trophäe des Rad-Klassikers Paris-Roubaix schaut sich der deutsche Radprofi oft an, um sich deutlich zu machen, was er im vergangenen Jahr geleistet hat: Platz zwei in der "Hölle des Nordens" auf den berüchtigten Kopfsteinpflasterpassagen von Paris-Roubaix. Dazu noch ein fünfter Rang bei der Flandern-Rundfahrt.

Ich war Zweiter bei einem der größten Rennen der Welt. Jetzt will ich aber auch den großen Pflasterstein holen und dort gewinnen.

Nils Politt, Rad-Profi

Paris-Roubaix, Tour de France und Olympia, das sind die Ziele von Nils Politt, der seit dieser Saison gemeinsam mit André Greipel und Rick Zabel für das Team "Israel Start-up Nation" fährt. Seine Ziele liegen eindeutig auf der Straße, doch wie passt das mit dem Bremer Sechs-Tage-Rennen zusammen? "Ich wollte ein paar Spitzen im Trainingsbetrieb setzen und das bietet mir das Sechs-Tage-Rennen. Es ist wie eine kleine Rundfahrt. Manche fahren dafür extra nach Australien zu dieser Zeit", erklärt Politt.

Nils Politt mit Tochter und Frau bei den Sixdays Bremen
Nils Politt mit Frau und Kind im Fahrerlager der Bremer Sixdays. Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller

Der deutsche Rad-Profi hat durchaus gute Erfahrungen mit Sechs-Tage-Rennen gemacht. 2016 drehte er bereits in Berlin seine Runden. "Danach war ich ganz gut in Form und das erhoffe ich mir auch vom Bremer Sechs-Tage-Rennen", so Politt, der allerdings am ersten Tag einige Probleme hatte. "Ich bin bislang nur Grundlagenausdauer auf der Straße gefahren und wenn man dann gleich 45 Minuten bei der Jagd am Anschlag fahren muss, dann brennt es natürlich in den Beinen", schildert Politt seine ersten Erfahrungen.

Ich bin ein absoluter Bahn-Fan. Die Geschwindigkeit und die Technik sind etwas ganz besonderes und machen mir einfach unheimlich Spaß.

Nils Politt, Rad-Profi

Seit Freitag läuft es aber besser für den 25-Jährigen. Gemeinsam mit seinem Partner Kenny de Ketele gehört er zu den Favoriten bei den Bremer Sixdays. "Meine Beine werden von Tag zu Tag besser, und wenn ich bei einem Rennen an den Start gehe, dann will ich auch gewinnen. Bald könnte unser Angriff kommen", so Politt.

Geburt der Tochter verpasst

Begleitet wird Politt in Bremen von seiner Frau und seiner Tochter. Ein besonderer Luxus, den er sich nicht immer in seinem Beruf leisten kann. Die Geburt seiner Tochter hat er im letzten Jahr verpasst, weil er zum gleichen Zeitpunkt auf der 17. Etappe der Tour de France unterwegs war. "Klar war es nicht schön, dass ich bei der Geburt nicht dabei war, aber dafür genieße ich jetzt unsere gemeinsame Zeit noch mehr. Es ist schön, dass meine Familie hier in Bremen dabei ist und mich anfeuert."

Stand nach der 4. Nacht

TeamRundenPunkte
Stroetinga / Selenati (Team 7)0139
de Ketele / Politt (Team 1)1193
Malcharek (Reinhardt) / Kneisky (Team 9)*1182
Marguet / Beyer (Team 2)1169
Graf / Hester (Team 6)1168
de Pauw / Rohde (Team 5)1119
Frederiksen / Augenstein (Team 10)5185
Bommel / Pieters (Team 3)1263
Malcharek / van Zijl (Team 4)*1681
Harrison / Pirius (Team 11)1883
Boussaer / Bradbury (Team 8)2169
Happke / English (Team 12)2529
*Fahrer Reinhardt und van Zijl wurden für Samstag und Sonntag neutralisiert

Autor

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 12. Januar 2019, 19:30 Uhr