Polizeikosten-Streit: Bremen und Rheinland-Pfalz wollen neue Regelung

Eine "Muster-Gebührenordnung" soll in der Zukunft für Klarheit sorgen. Das exakte Modell soll auf der Innenminister-Konferenz im Dezember vorgestellt werden.

Der Innenminister von Rheinland Pfalz (SPD), Lewentz, spricht in ein Mikrofon. Im Hintergrund sieht man Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD)

Das Land Bremen möchte im Polizeikosten-Streit gemeinsam mit Rheinland-Pfalz eine "Muster-Gebührenordnung" für Polizeieinsätze bei Hochrisiko-Spielen im Fußball erstellen. Dieses Modell solle bei der Innenministerkonferenz Anfang Dezember vorgelegt werden, kündigten Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Dienstag in Mainz an. Auf diese Gebührenordnung könnten auch andere Bundesländer zurückgreifen, um Mehrkosten bei diesen Spielen abzurechnen.

Bislang hat nur Bremen von der DFL Geld verlangt. Mäurer betonte, die bessere Lösung wäre ein bundesweiter Fonds, in den der Profifußball freiwillig einzahle und aus dem Kosten getragen werden könnten. Dazu sei die Deutsche Fußball Liga (DFL) aber bislang nicht bereit. Die Gebührenordnung solle nun ein Signal in Richtung DFL sein. Notfalls werde der "Weg durch die Landtage" gegangen, sagte Mäurer.

Mäurer: "Die Dinge entwickeln sich auseinander"

Mäurer betonte außerdem, dass die Zahl der geleisteten Polizei-Einsatzstunden in den oberen Ligen von rund 1,6 Millionen in der Saison 2006/07 auf mehr als 2,4 Millionen in der Spielzeit 2017/18 gestiegen sei. Das Gros entfalle dabei auf die Bundesliga und die 2. Liga. Gleichzeitig dürfte die DFL demnächst den ersten Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro verkünden. "Die Dinge entwickeln sich auseinander", so Mäurer

Mäurer: "Man möchte versuchen, die Politik zu erpressen"

Ulrich Mäurer im Interview.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. Oktober 2019, 19:30 Uhr