Bremen zahlt mit DFL-Geld Polizei-Überstunden

Innensenator Mäurer (SPD) hat erste Zahlungen an die Polizei bestätigt. Damit reagierte er wohl auf Andeutungen von Werder, das Geld würde auch für andere Dinge verwendet.

Mehrere Polizisten stehen an einem Zuweg zum Weser-Stadion, während ein paar Werder-Fans vorbeilaufen.
Bei sogenannten Hochrisikospielen sind mehr Polizisten als bei gewöhnlichen Fußballpartien im Einsatz – oftmals auch mit personeller Unterstützung aus anderen Bundesländern. Bild: Imago | Mis

Im Streit um Kosten durch Polizeimehrarbeit bei Hochrisikospielen will Bremen das vor Gericht erstrittene Geld der Deutschen Fußball Liga (DFL) komplett an die Polizei weiterreichen. Eine weitere Tranche für die Bezahlung von Überstunden werde mit dem Dezembergehalt ausgezahlt, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Samstag in Bremen und reagiert damit offenbar auf Andeutungen aus dem Reihen von Werder Bremen, dass nur Teile der erstrittenen Summe an die Polizei fließen würden. Mäurer befindet sich im Clinch mit dem Verein, da die DFL alle Rechnungen direkt an Werder weiterreicht – zum Unmut der Klub-Verantwortlichen.

Eine erste Tranche von 500.000 Euro war bereits gezahlt worden, die nun angewiesene Summe beläuft sich auf 170.000 Euro. Weitere 500.000 Euro sollen im Frühjahr 2020 ausgezahlt werden. "Dabei wird es aber nicht bleiben", betonte Mäurer, der weitere Rechnungen an die DFL für 2020 ankündigte. Dabei gehe es erneut um rund eine Million Euro.

Ein großer Teil der Überstunden erklärt sich durch Einsätze von Polizeibeamtinnen und -beamten im Zusammenhang mit Fußballspielen. Insofern ist es auch nur recht und billig, dass die erhobenen Gebühren auch zurück an die Polizei fließen.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD)

Mäurer wirbt weiter für eine Fondslösung

Die DFL hatte im September einen ersten Gebührenbescheid in Höhe von 1,17 Millionen Euro an Bremen bezahlt. Das Bundesland erstritt im März vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Beteiligung der DFL an Polizeimehrkosten für sogenannte Hochrisikospiele. Mäurer wirbt nun mit seinem rheinland-pfälzischen Amtskollegen Roger Lewentz (SPD) für eine Fondslösung zur Kostenbeteiligung.

Bei der Innenministerkonferenz vom 4. bis 6. Dezember in Lübeck wollen sie als Alternative eine Muster-Gebührenordnung vorstellen. Bei einem Gesamtumsatz von deutlich mehr als vier Milliarden Euro sei eine Beteiligung der DFL an diesen Mehrkosten absolut vertretbar und gerechtfertigt, so Mäurer. Es gehe nicht um "Abzocke", sondern um eine vom Bundesverwaltungsgericht festgestellte gerechte Aufteilung der zusätzlichen Belastungen, die über das Normalmaß eines polizeilichen Aufwandes hinausgingen.

Da sich die DFL die Kosten aber von Werder Bremen zurückholen will, sucht der Verein derzeit nach Kompromisslösungen für die Kostenverteilung. Allerdings stehen die Erfolgsaussichten dafür gleich null, Werder dürfte auf den Rechnungen sitzen bleiben.

Mäurer: "Man möchte versuchen, die Politik zu erpressen"

Ulrich Mäurer im Interview.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 30. November 2019, 9 Uhr