Wie Pizarro sich selbst – und die Jungen in Szene setzt

Der Routinier als Passgeber, Youngster Eggestein als Torschütze. Beim Sieg gegen Wolfsburg machte Pizarro deutlich, warum er so wichtig für Werder Bremen ist.

Werder Spieler Claudio Pizarro während einer Pressekonferenz, er trägt einen grün-schwarzen Pullover.

Nach seiner Einwechslung in der 75. Minute brachte er gegen den VfL Wolfsburg den Schwung für die Schlussoffensive im Weser-Stadion und bereite den 2:0-Siegtreffer von Johannes Eggestein vor. Ausgerechnet Eggestein. Während dessen Bruder Maximilian zu einem Leistungsträger geworden ist, kam die Entwicklung von Johannes zunächst noch nicht richtig in Fahrt. "Er kann ein sehr wichtiger Spieler sein, das hat er mit dem Tor gezeigt. Ich hoffe, es kommen noch viel mehr dazu", sagt der Altmeister Pizarro über den Youngster Eggestein.

Pizarro ebnet den Jungen den Weg

Claudio Pizarro und Johannes Eggestein liegen sich in den Armen.
Als Johannes Eggestein geboren wurde, feierte Claudio Pizarro schon sein Profi-Debüt für Alianza Lima. Bild: dpa | nordphoto/Ewert

Die Vorlage Pizarros auf Eggestein hatte auch einen symbolischen Charakter. Einige Kritiker warnten nach der abermaligen Verpflichtung der Werder-Ikone am Ende der Transferperiode im Sommer davor, dass er Talenten, wie eben Eggestein, den Weg verbauen könnte. Das Spiel gegen Wolfsburg zeigt: "Pizza" kann den Weg der Jungen auch ebnen.

"Erfahrung und junge Spieler sind wichtig. Diese Mischung haben wir, deshalb läuft es gerade ganz gut", sagte Pizarro über den Mix in Werders Kader. Neben ihm, der 33 Jahre alter Niklas Moisander, Theo Gebre Selassie (31) oder Max Kruse (30) spielen Maxi Eggestein (21), Milos Veljkovic (23) oder eben auch Johannes Eggestein (20) eine Rolle.

Was er hier macht, ist besonders. Alle Spieler sind sehr zufrieden mit ihm.

Claudio Pizarro über Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Einen Anteil am Erfolg schiebt Pizarro seinem vier Jahre jüngeren Trainer Florian Kohfeldt zu: "Was er hier macht, ist besonders. Alle Spieler sind sehr zufrieden mit ihm." Denn die Mischung alleine reicht nicht. Es geht darum, alle Spieler bei Laune zu halten, auch wenn sie nicht spielen.

Das ist Pizarros letzte Saison – oder?

Die Situation vor dem Siegtreffer gegen Wolfsburg in der 86. Minute mit Eggestein war kein Zufall: "Wir haben das im Training geübt", so der Stürmer. Das ist vielleicht schon als kleiner Vorgeschmack zu verstehen. Denn die Überlegung, dass Pizarro nach seiner aktiven Karriere als Stürmer-Trainer bei Werder weitermacht, gibt es bei Sportchef Frank Baumann schon länger.

Wenn er denn aufhört, denn Claudio Pizarro hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Ich glaube, das ist jetzt meine letzte Saison. Aber am Ende werden wir sehen.

Claudio Pizarro, Werder-Stürmer

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. Oktober 2018, 18:06 Uhr