Perfekt: Pizarro wird Kölner

Der 1. FC Köln hat sich im Abstiegskampf prominente Unterstützung gesichert: Claudio Pizarro. Seit seinem Aus bei Werder war der fast 39-Jährige vereinslos.

Fussballspieler Claudio Pizarro bei seiner ersten Pressekonferenz beim 1. FC Köln.

Claudio Pizarro genoss das Blitzlichtgewitter und das große Medieninteresse. Mit einem Lachen stand er zwischen Manager Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger, lächelnd beantwortete der neue Stürmer des 1. FC Köln die vielen Fragen zu seinem überraschenden Comeback in der Fußball-Bundesliga.

Es gefällt mir sehr. Ich bin gespannt, wieder auf dem Platz zu sein.

Claudio Pizarro

Und dass er fit sei für seine neue Aufgabe, wollte er dann auch noch betonen. "Aber ich bin noch nicht bei hundert Prozent." Seit Freitag ist der fast 39-Jährige ein Kölner. Und: "Ich bin bereit." Bereit für das Wagnis, in einem relativ hohen Stürmer-Alter dem Tabellenletzten so helfen zu müssen, dass die schwierige Situation möglichst schnell bewältigt werden kann.

"Musst kein Hexenmeister sein, um auf Pizarro zu kommen"

Dass Pizarro, der am 3. Oktober seinen 39. Geburtstag feiert, die besten Voraussetzungen mitbringt, hat er mit 191 Toren bei 430 Einsätzen für Werder Bremen und Bayern München als damit bester ausländischer Stürmer in der Bundesliga hinreichend bewiesen. "Man kennt ihn, man weiß um seine Fähigkeiten", kommentierte Stöger die Personalie. Die Vereinbarung zwischen dem FC und Pizarro bis zum Saisonende sei eine Win-Win-Situation.

Claudio Pizarro mit FC-Trainer Stöger und Manager Schmadtke bei seiner Vorstellung mit den Trikot Nummer 39 in der Hand.
Nummer 39: Pizarro (Mitte) mit FC-Trainer Stöger (links) und Manager Schmadtke. Bild: Imago | Eibner

"Er ist im Sechzehnmeterraum richtig gefährlich", bemerkte Stöger. Pizarro sei "eine Persönlichkeit, die unserer Mannschaft gut tut". Sein bisher letztes Bundesligaspiel bestritt Pizarro am 5. Mai – in Köln, als er mit Werder 3:4 verlor. Seinen letzten Treffer erzielte er am 10. März in der 79. Minute zum 1:1-Endstand beim Auftritt der Bremer in Leverkusen. Dann lief sein Vertrag mit Werder aus. Und dann hatten ihn die Kölner auf dem Plan: "Du musst kein Hexenmeister sein, um auf Claudio Pizarro zu kommen", bemerkte Schmadtke zu der Kontaktaufnahme und zum schnellen Abschluss.

Debüt bereits gegen Leipzig?

"Man hat relativ schnell gespürt, dass da einer sitzt, der Spaß hat an der Aufgabe", fügte Schmadtke hinzu. Stöger hatte Fragen nach Pizarro am Donnerstagabend nach dem 0:1 (0:1) in der Europa League gegen Roter Stern Belgrad noch als deplatziert abgetan. Doch schon zu diesem Zeitpunkt wurden die Gerüchte lauter, dass sich der FC mangels Toren intensiv mit dem Peruaner beschäftigt haben musste – und am Tag danach war dann alles klar.

Wenn man seine Karriere verfolgt, sieht man, dass er ein hervorragender Spieler ist. Er ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Aber er könnte jeder Mannschaft weiterhelfen, nicht nur uns.

Leonardo Bittencourt, FC-Spieler

Ob Pizarro am Sonntag (18.00 Uhr) gegen RB Leipzig eingesetzt wird, ließ Stöger offen. "Beides ist möglich", sagte der Österreicher zu seinen Wahlmöglichkeiten, den Peruaner in den Kader zu berufen oder ihn erst einmal 14 Tage trainieren zu lassen. Klar ist aber auch: Pizarro wird gebraucht ob seiner Fähigkeiten. Denn in den bisherigen sechs Erstligapartien gelang dem FC nur ein Treffer beim 1:3 am zweiten Spieltag gegen Hamburg.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. September 2017, 18:06 Uhr