Werder-Ikone Pizarro verabschiedet sich mit dem Klassenerhalt

Nach dem Rückspiel gegen Heidenheim beendet Claudio Pizarro seine Karriere. Zum Einsatz kam der 41-jährige Fanliebling der Bremer dabei nicht mehr.

Claudio Pizarro wird von seinen Mitspielern nach dem Spiel in Heidenheim in die Luft geworfen.
Hoch soll er leben: Claudio Pizarro wurde von seinen Werder-Teamkameraden nach dem Spiel in Heidenheim gebührend in den Ruhestand verabschiedet. Bild: Robin Rudel/Pool/gumzmedia/nordphoto

Nach dem Spiel bedankte sich auch Florian Kohfeldt bei ihm. "Ich bin heilfroh", sagte der Werder-Coach in Richtung von Claudio Pizarro, "dass wir dieses Kapitel in der ersten Liga beenden konnten. Vielen Dank, Claudio!" Zugleich plagte Kohfeldt aber ein wenig das schlechte Gewissen. Allzu gerne hätte er den Bremer Fanliebling im letzten Spiel seiner Karriere noch einmal eingewechselt. Dies gab der Relegationskrimi in Heidenheim aber einfach nicht her. Pizarro war es laut Kohfeldt egal. Auch der Peruaner sei einfach nur froh darüber gewesen, dass die Bremer in der Bundesliga bleiben dürfen.

Grund zur Freude hatte Pizarro dabei auch zuvor häufig. In den 21 Jahren seiner Karriere gewann er sechsmal die Deutsche Meisterschaft, sechsmal den DFB-Pokal und einmal die Champions League. Bis auf den DFB-Pokal 2009 holte er all diese Titel mit dem FC Bayern. Trotzdem ist Pizarro vor allem an der Weser eine absolute Legende. Ein Mann, den die Werder-Fans lieben und schon fast abgöttisch feiern. Dies zeigte zuletzt nach dem 6:1-Sieg gegen den 1. FC Köln auch ein Video, das in den sozialen Medien veröffentlicht wurde. Pizarro sitzt im Auto und will durch das Bremer Viertel nach Hause fahren. Doch vor lauter grün-weißer Liebe kommt er in der Stadt kaum voran. Ihm fliegen Handküsse zu, ständig springt noch ein Fan an sein Fahrzeug heran und verbeugt sich tief. Pizarro lacht, sagt "danke, danke, danke".

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Pizarro wirbelte noch mit Ailton bei Werder

Pizarro steht eben noch für die erfolgreichen Zeiten in Bremen, als Werder noch Dauergast in der Champions League war. Unvergessen sind auch die Auftritte an der Seite von "Kugelblitz" Ailton. "Ich habe immer versucht, beim Fußball der Beste zu sein, beim Partymachen der Beste zu sein, bei der Familie auch der Beste zu sein", sagte Pizarro. Viel davon ist ihm gelungen. Pizarro hat von 1999 bis 2019 in 21 Kalenderjahren in Folge mindestens einen Treffer erzielt, das schaffte noch keiner. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison konnte er Werder aber nicht aus der Patsche helfen, der Peruaner blieb in der Liga ohne Torerfolg.

Claudio Pizarro im Ersatzspieler-Leibchen deutet einem Mitspieler etwas an.
Eingewechselt wurde Claudio Pizarro in seinem letzten Spiel zwar nicht mehr, doch ärgerlich war der Peruaner darüber nicht. Bild: Eibner/Sascha Walther/Pool/gumzmedia/nordphoto

Noch immer umgab ihn bei etlichen Einwechslungen eine gewisse Aura, mit der Athletik der nächsten und übernächsten Generation konnte er aber nicht mehr mithalten. Was auf die letzten Karriereschritte folgt, ist noch nicht ganz klar, außer dass ein Amt als Markenbotschafter für Bayern München wartet. Trainer will Pizarro jedenfalls nicht werden, sondern der Familie mehr Zeit schenken. Sein Platz in den Herzen der Werder-Fans wird ihm dabei immer sicher sein.

Claudio Pizarro – alles außer gewöhnlich

Video vom 12. Juni 2020
Claudio Pizarro steht lächelnd im Sonnenlicht auf dem Balkon des Bremer Rathauses.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. Juli 2020, 18:06