OSC Bremerhaven und Fußball-Verband einigen sich auf Corona-Kompromiss

Im Vorfeld der Partie zwischen dem OSC und dem Blumenthaler SV kam es zu Unstimmigkeiten mit dem Verband. Nun bezahlen die Bremerhavener die Corona-Tests der Bremer.

Video vom 16. Oktober 2020
Der Trainerprofi des OBC Bremerhaven sitzt im Stadion im Interview.
Bild: Radio Bremen

Nun also doch: Das Bremen-Liga-Spiel zwischen dem gastgebenden OSC Bremerhaven und dem Blumenthaler SV wird wie ursprünglich geplant am Samstagnachmittag im Nordsee-Stadion ausgetragen. Zwischenzeitlich hat die Partie auf der Kippe gestanden, weil der OSC sich weigerte, gegen die aus einem Risikogebiet anreisenden Blumenthaler anzutreten. Auch eine Verlegung des Spielorts stand im Raum. Am Freitag einigten sich die Bremerhavener jedoch auf einen Kompromiss mit dem Bremer Fußball-Verband (BFV), sodass die Begegnung stattfinden kann.

Ich bin froh, dass es am Wochenende zu dem Fußball-Spiel kommt und dass der Fußball wieder der Hauptgrund für die Berichterstattung ist.

BFV-Präsident Björn Fecker

Am vergangenen Wochende hatte der OSC für Aufsehen gesorgt, weil vier Mannschaften des Vereins nicht bei ihren Auswärtsspielen in Bremen aufgelaufen waren. Die Begründung: Der OSC wollte seine Spieler schützen, sowohl vor Infektionen als auch vor beruflichen Nachteilen. Denn während die Stadt Bremen wegen ihres hohen Inzidenzwerts aktuell als Risikogebiet gilt, liegt Bremerhaven weiterhin unter der Obergrenze des Inzidenwerts. Der BFV war von dem Vorgehen des OSC alles andere als angetan und verwies auf die geltende Corona-Verordnung. "Wir helfen, wo wir nur können", sagt BFV-Präsident Fecker nun. "Den Vorwurf, dass wir Corona nicht ernst nehmen würden, halte ich für absurd."

Im Hinblick auf die Partie zwischen dem OSC und Blumenthal sah das Hygienekonzept der Bremerhavener vor, dass kein Spieler aus einem Risikogebiet ohne negativen Corona-Test im Nordsee-Stadion spielen dürfe. Der BFV änderte daraufhin seine Spielordnung, die beiden Parteien fanden nun zu einer Einigung: Vorgesehen ist, dass alle Akteure der Gästemannschaft vor der Begegnung auf das Corona-Virus getestet werden. Es handelt sich jedoch nicht um einen Schnelltest, weshalb die Ergebnisse voraussichtlich erst zwei Tage später feststehen werden. Bezahlt werden die Tests vom Gastgeber, dem OSC. "Wir haben natürlich eine Pflicht unseren Mitgliedern gegenüber, die Gesundheit steht über allem", sagte OSC-Vizepräsident Björn Böning.

Das ist ein riesiger Aufwand, aber wir haben das auf allen Ebenen sehr gut gelöst. Wir haben die Rädchen jetzt so zusammengesetzt, dass wir kicken können.

OSC-Vizepräsident Björn Böning

Inzwischen hat sich auch die Politik in die Debatte eingeschaltet. Der Bremer Fußballverband müsse den Inzidenzwert ernst nehmen, twitterte der Bremerhavener FDP-Politiker Hauke Hilz. "Bremen ist Risikogebiet, Bremerhaven nicht. Daher müssen Spiele Bremerhavener Mannschaften gegen Bremer in dieser Zeit verlegt werden können", so der ehemalige FDP-Landesvorsitzende. Der Fußball dürfe das Corona-Virus nicht nach Bremerhaven bringen.

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Video vom 12. Oktober 2020
Das Logo Fußballvereines OSC Bremerhaven.
Bild: Radio Bremen

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  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. Oktober 2020, 18:06 Uhr