Der seltsame Nachmittag von Werder-Stürmer Yuya Osako

Obwohl der Japaner auf Schalke nicht einmal eine Halbzeit lang auf dem Platz war, stand er in mehreren Szenen im Fokus. Allerdings immer mit bitterem Ausgang für den 30-Jährigen.

Yuya Osako steigt zum Kopfball hoch.
Zeigte gegen Schalke großen Kampfgeist: Werder-Angreifer Yuya Osako. Bild: Gumzmedia/Pool/Nordphoto | Andreas Gumz

Zwei Minuten waren zwischen Werder und Schalke noch zu spielen, als Maximilian Eggestein den Ball in den gegnerischen Strafraum zu Yuya Osako schob. Der Japaner hatte freie Bahn, musste sich für seinen Abschluss nur noch die passende Ecke aussuchen. Aber anstatt das erlösende 2:0 für die Bremer zu erzielen, legte Osako noch einmal quer. Dorthin, wo er den mitgelaufenen Davy Klaassen vermutete. Doch weil sein Teamkollege gedeckt war, konnten die Schalker in höchster Not klären. Kurz darauf wurde Osako, obwohl er erst zur Pause eingewechselt worden war, aus taktischen Gründen wieder ausgewechselt. Übel nahm er seinem Coach Florian Kohfeldt dessen Entscheidung jedoch nicht. Zumindest, wenn man den Worten seines Trainers glauben mag.

Yuya ärgert sich bei der Auswechslung bei mir darüber, dass er nicht das Tor schießt. Der ist nicht beleidigt oder so was, der ist jetzt schon wieder bereit für Mittwoch. Diese Mentalität brauchen wir.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Im Spiel zuvor, beim 0:0-Unentschieden gegen Gladbach, hatte Osako noch in der Startformation gestanden. Für ihn musste überraschend Leistungsträger Leonardo Bittencourt weichen. Osako wusste zu überzeugen, vor allem mit Einsatz. Trotzdem saß er gegen Schalke zu Beginn wieder nur auf der Bank. Wie so oft in letzter Zeit, obwohl er dank seiner variablen Einsatzmöglichkeiten einer von Kohfeldts Lieblingsspielern ist.

Kein Rot für McKennie

Yuya Osako schirmt den Ball ab
Bei 22 Bundesliga-Einsätzen erzielte Yuya Osako in der laufenden Saison vier Tore. Bild: Gumzmedia/Pool/Nordphoto | Andreas Gumz

Wenngleich Osako am Samstagnachmittag nicht einmal eine Halbzeit lang im Spielgeschehen mitmischte, spielte er sich gleich in mehreren Szenen in den Fokus – eine glückliche Figur gab er dabei jedoch nicht ab. Kaum war er auf dem Platz, rammte ihm sein Gegenspieler Weston McKennie aus vollem Lauf seinen Ellenbogen gegen den Kopf. Schwer getroffen ging der Bremer zu Boden und musste behandelt werden. Ein Platzverweis für den bereits verwarnten Schalker lag in der Luft. "Das ist eine brutale Szene, die mindestens eine zweite gelbe Karte und damit einen Platzverweis hätte nach sich ziehen müssen", betonte Sky-Experte Dietmar Hamann nach dem Spiel. Doch McKennie durfte weiterspielen. Wenn auch nur kurz, sein Coach David Wagner nahm ihn zur Sicherheit schnell heraus. Osako hingegen war in der Zwischenzeit wieder auf den Platz zurückgekehrt.

Berechtigter Elferpfiff blieb aus

Eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff kam Osako im Sechzehner der Königsblauen per Kopf an den Ball. Wieder wurde er umgecheckt. Nun vom wuchtigen Verteidiger Salif Sané. Obwohl Sané nicht den Ball, sondern einzig Osako getroffen hatte, blieb der Elfmeterpfiff aus. Auch die Video-Schiedsrichter meldeten sich nicht zu Wort. Werder-Coach Kohfeldt tobte am Seitenrand, wurde für seinen Protest sogar ermahnt. Kurz darauf vergab Osako die Riesen-Chance zur Vorentscheidung, danach wurde er schließlich ausgewechselt. Es war der passende Abschluss für den seltsamen Nachmittag des Yuya Osako.

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Video vom 29. Mai 2020
Werder Bremen Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz.

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 30. Mai 2020, 19 Uhr