Dieser Bremer kämpfte sich ins Leben zurück – und startet bei Olympia

Video vom 26. Juli 2021
Der Segler Paul Kohlhoff sitzt auf seinem Katamaran.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Obwohl ihn eine heftige Erkrankung lange außer Gefecht setzte, nimmt der Segler Paul Kohlhoff an den Spielen in Tokio teil. Der Bremer rechnet sich sogar Medaillenchancen aus.

Der Segler Paul Kohlhoff ist im Trainingslager auf Mallorca, als ihn kurz vor Weihnachten 2017 starke Kopfschmerzen plagen. Im Krankenhaus stellen die Ärzte eine Hirnblutung fest. Zwar rettet ihn eine komplizierte Operation, doch mit den Folgen seiner Erkrankung hat er lange Zeit zu kämpfen. "Für mich war es besonders wichtig, dass meine Familie und Freunde, also alle, die mein Leben gestalten, niemals einen Zweifel daran aufkommen ließen, dass ich wieder genesen würde", sagt Kohlhoff im Gespräch mit dem "NDR".

Man schätzt manche Dinge anders ein als vorher und setzt andere Prioritäten. Es wird einem schon klar, dass man nicht unzerstörbar ist, sondern dass es auch mal recht schnell bergab gehen kann.

Segler Paul Kohlhoff im Gespräch mit dem "NDR"

Kohlhoff geht bei Nacra 17 ins Rennen

Der Segler Paul Kohlhoff schaut an einer Kamera vorbei.
Der Bremer Paul Kohlhoff hofft in Tokio auf den Gewinn einer Medaille. Bild: Radio Bremen

Den Kampf, der ihn in sein Leben zurückführte, hat Kohlhoff gewonnen. Mehr noch: Der 25-Jährige, der auf Vereinsebene beim Kieler Yacht Club beheimatet ist, nimmt nun an den Olympischen Sommerspielen in Tokio teil. Zusammen mit seiner Vorschooterin Alicia Stuhlemmer geht Kohlhoff als Steuermann in der Nacra 17 ins Rennen. Die Klasse gilt als die spektakulärste im olympischen Bootswettbewerb, da die Segler auf ihren besonders leichten Katamaranen schnell mal in die Lüfte abheben. Das Duo rechnet sich sogar Medaillenchancen aus.

Für Kohlhoff ist es bereits die zweite Olympia-Teilnahme: Vor fünf Jahren belegte er in Rio mit seiner damaligen Bootspartnerin Carolina Werner den 13. Rang. Nun freut er sich, dass er wieder bei den Sommerspielen an den Start geht – auch wenn die Vorbereitung alles andere als optimal war. "Wir haben lange Segelpausen gehabt und waren auf uns allein gestellt, weil das mit dem Reisen sehr schwierig war", sagt Kohlhoff.

Der Segler Paul Kohlhoff und seine Partnerin Carolina Werner gleiten auf ihrem Katamaran übers Wasser.
Bei den Olympischen Sommerspielen in Rio 2016 landete Paul Kohlhoff (rechts) zusammen mit Carolina Werner auf Platz 13. Bild: Imago | ANP

Die vorläufige Absage der Spiele, die nun ein Jahr später als geplant stattfinden, machte auch ihm zu schaffen. "Die Motivation ließ nach der Verschiebung mal kurz nach", sagt er. Lange hielt die Enttäuschung aber nicht an. Zusammen mit Segelpartnerin Stuhlemmer fand er auf Lanzarote einen Ort, um sich auf Tokio zu vorbereiten. "Wir haben unserer Meinung nach ziemlich viel von dem getan, was wir hätten tun können." Ob das auch ausreicht, um bei den Spielen aufs Podium zu segeln, zeigt sich ab Mittwoch. Denn dann steigen Kohlhoff und Stuhlemmer beim zweiten Rennen der Nacra17-Klasse in den Wettbewerb ein.

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Autoren

  • Helge Hommers Autor
  • Ariane Wirth Moderatorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. Juli 2021, 18:06 Uhr