Nackenschläge und Platzverweise: Werder unterliegt im wilden Nordderby

Nackenschläge und Platzverweise: Werder unterliegt im wilden Nordderby

Audio vom 18. September 2021
Werder-Spieler umringen den Schiedsrichter entgeistert und mit ungläubigen Gesten.
Bild: Imago | Revierfoto
Bild: Imago | Revierfoto

Die Bremer haderten mit dem Schiedsrichter und dem Fußball-Gott: Doch die 0:2-Schlappe gegen den HSV ging in Ordnung – und mit zehn zu zehn Profis zu Ende.

Mit dem ersten Derby-Sieg seit mehr als fünf Jahren hat sich der Hamburger SV in der 2. Fußball-Bundesliga endgültig zurückgemeldet und den Höhenflug des Nord-Rivalen Werder Bremen erst einmal gestoppt. Der HSV gewann am Samstagabend ein turbulentes Duell im Bremer Weser-Stadion mit 2:0 und zog in der Tabelle an Werder vorbei auf Platz vier.

Vor 21.050 Zuschauern im unter Corona-Regeln ausverkauften Stadion erzielten Robert Glatzel (2. Minute) und Moritz Heyer (45.+1) im ersten Zweitliga-Derby beider Klubs die Treffer für die Gäste. Beide Teams beendeten die Partie mit zehn Spielern, weil Bremens Christian Groß (31.) und Hamburgs Sebastian Schonlau (52.) jeweils Gelb-Rot sahen.

Werder sehr früh in Rückstand

Der Schiedsrichter zeigt dem entsetzten Werder-Spieler Christian Groß die Gelb-Rote Karte.
Bitter: Werder-Kapitän Christian Groß (Mitte) musste in der 32. Minute vom Platz. Bild: Gumzmedia / Nordphoto

Das erste Nordduell seit dreieinhalb Jahren entwickelte sich von Anfang an zu einer turbulenten Partie. Bereits mit der ersten Chance gingen die Gäste in Führung. Nach feinem Zuspiel von Heyer war Glatzel gegen die noch unorganisierten Bremer per Kopf zur Stelle. Werder reagierte danach mit wütenden Angriffen, die Hausherren wurden dabei aber früh zu hektisch und spielten zu unkontrolliert.

Der HSV machte insgesamt den reiferen Eindruck und war nach etwas mehr als einer halben Stunde auch noch in Überzahl, weil Groß völlig übermotiviert HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes umgrätschte und dafür zurecht die gelb-rote Karte sah.

Kein Elfmeter, kein Freistoß-Tor für Werder

Werder-Torwart Michael Zetterer schaut im Flug waagerecht in der Luft, dem Ball hinterher, der ins Tor fliegt.
Machtlos: Werder-Keeper Michael Zetterer konnte das 0:1 durch Robert Glatzel nicht verhindern. Bild: Gumzmedia / Nordphoto

Lag Schiedsrichter Sascha Stegemann mit dieser Entscheidung richtig, entschied er wenig später aus Sicht der Bremer falsch. HSV-Abwehrchef Schonlau hatte im Strafraum Werder-Stürmer Marvin Ducksch zu Fall gebracht, doch der Elfmeterpfiff blieb aus. Das Weser-Stadion tobte nun endgültig, Werder-Coach Markus Anfang hüpfte an der Seitenlinie völlig außer sich auf und ab.

Als Stegemann dann in der 42. Minute auch noch einen Freistoßtreffer von Ducksch nicht gab, weil Werder-Neuzugang Mitchell Weiser regelwidrig in der Mauer der Gäste gestanden hatte, verstanden die Grün-Weißen die Welt erst einmal nicht mehr. Doch die Bremer mussten vor der Pause noch einen weiteren Nackenschlag verkraften. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs erhöhte Heyer für den HSV per Kopf auf 2:0.

Chancen über Chancen

Nach dem Seitenwechsel bemühte sich Werder dennoch weiter darum, ins Spiel zurückzufinden. Als HSV-Kapitän Schonlau ebenfalls Gelb-Rot sah, witterten die Bremer noch einmal Morgenluft. Doch bei allem Einsatz fand Werder gegen die stabile HSV-Defensive lange Zeit keine Mittel.

Stattdessen versäumte es Bakery Jatta, nach etwas mehr als einer Stunde für die Entscheidung zu sorgen, als er am Bremer Torwart Michael Zetterer scheiterte. Für Werder vergaben zweimal der eingewechselte Niclas Füllkrug (74., 77.) sowie in der Nachspielzeit Milos Veljkovic den Anschlusstreffer.

Werders Weiser über seinen Freistoß-Fauxpas: "Scheiße..."

Video vom 19. September 2021
Werder-Spieler Mitchell Weiser steht nach dem Spiel vor einer Werbewand im Weserstadion beim TV-Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 18. September 2021, 22:25 Uhr