War der Nordderby-Viererpack 2009 Schuld am HSV-Absturz?

Video vom 16. September 2021
HSV-Maskottchen Dino Herrmann schaut auf dem Rasen mit gesenktem Kopf zu Boden.
Bild: DPA | Revierfoto
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Um 20:30 Uhr steigt das nächste Duell Werder gegen den HSV. Dass die Bremer 2009 vier Mal in drei Wochen gewannen, ist ein düsteres Kapitel in der Hamburger Historie.

Endlich wieder Nordderby: Dreieinhalb Jahre nach dem letzten Duell zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV treffen die beiden Erzrivalen am Samstag um 20:30 Uhr wieder aufeinander. Dass die Umgebung mit Zweit- statt Erstklassigkeit eine ungewohnte und eher triste ist, mindert die Vorfreude auf die Partie in beiden Lagern nicht.

In der Tat kann das Nordduell auf eine große Historie mit vielen brisanten Duellen zurückblicken. Unvergessen ist der Viererpack aus dem Jahr 2009, als beide Klubs innerhalb von rund drei Wochen vier Mal gegeneinander spielten. Der große Gewinner hieß vor zwölf Jahren Werder Bremen. Die Grün-Weißen setzten sich sowohl im Halbfinale des DFB-Pokals als auch im Halbfinale des UEFA-Cups durch. Gegen tief gefrustete Hamburger entschieden sie dann auch noch das Liga-Duell für sich.

Auf- verwandelte sich beim HSV in Abschwung

Nicht wenige Beobachter sehen in diesen vier Duellen den Beginn des HSV-Niedergangs, der 2018 im erstmaligen Abstieg des Bundesliga-Dinos mündete. Man habe in der damaligen Enttäuschung viele Fehler gemacht, gestand der damalige HSV-Präsident Bernd Hoffmann. Im Frust über die verpassten Titelchancen kam es zur Trennung von Trainer Martin Jol, der Auf- wandelte sich in einen Abschwung.

Nordderby SV Werder Bremen Hamburger SV Claudio Pizarro 7 Tore Arnold Schütz 7 Tore Horst-Dieter Höttges 6 Tore Uwe Seeler 10 Tore Horst Hrubesch 8 Tore Hans-Josef Hönig 7 Tore BESTER TORSCHÜTZE Clemens Fritz Jurica Vranjes Horst-Dieter Höttges Nigel Jong KARTEN 4 2 1 David Jarolim 10 - 1 - - 1 5 1 - Jerome Boateng 4 - 1 2 - 1 Horst-Dieter Höttges 28 Spiele Dieter Burdenski 27 Spiele Marco Bode 27 Spiele Manfred Kaltz 35 Spiele Thomas von Heesen 25 Spiele Uwe Seeler 23 Spiele MEISTESPIELE 59 Siege 53 Siege 41 Unentschieden 153 Nordderbys seit 1927 250 Tore 270 Tore BILANZ BESTER TORSCHÜTZE KARTEN MEISTE SPIELE BILANZ

Inzwischen sind die Hamburger in ihrem vierten Zweitligajahr zu einem ganz normalen Mitglied des Fußball-Unterhauses geworden. Nach dem dritten verpassten Aufstieg im Sommer ist die Erwartungshaltung an der Elbe zwar immer noch hoch, aber nicht mehr so riesig wie in den vergangenen Jahren.

Beide buhlen um die Gunst ihrer Fans

Das ist in Bremen ganz anders. Der Frust über den ersten Abstieg aus der Bundesliga seit 41 Jahren sitzt immer noch tief, so langsam scheint an der Weser aber ein Stimmungswandel einzusetzen. Neben den beiden jüngsten 3:0-Siegen gegen Rostock und Ingolstadt ist dafür auch der aktuelle Kader verantwortlich, der nach dem Ende der Transferperiode besser aussieht als von vielen Fans befürchtet.

Vor allem die Verpflichtungen von Torjäger Marvin Ducksch und des aus Leverkusen gekommenen Mitchell Weiser haben die Kritiker ein wenig verstummen lassen. "In solchen Derbys kannst du dir sehr viel Kredit zurückholen", hofft der neue Werder-Coach Markus Anfang.

Das gilt aber genauso für den HSV. Mit einem Sieg könnten die Hamburger am Rivalen vorbeiziehen und in die Spitzengruppe der 2. Liga vorstoßen. Und auch die Anhänger wären nach dem schwachen Saisonstart wieder versöhnt. "Wir wissen genau, welche Bedeutung dieses Spiel bei den Zuschauern hat", sagte HSV-Coach Tim Walter. Ob 1. oder 2. Liga ist völlig egal.

Halbleere Ränge im Weser-Stadion: Was war da los beim Nordderby 1988?

Video vom 25. Juli 1988
Blick auf die halbleere Ostkurve des Weserstadions beim Nordderby 1988.
Bild: Radio Bremen
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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. September 2021, 18:06 Uhr