Polizei Hamburg verteidigt Kontrollen der Werder-Ultras

171 Werder-Ultras wurden an der Anreise zum Nordderby ins Hamburger Stadion gehindert. Die Polizei würde nach eigenen Angaben bei gleicher Lage wieder so handeln.

Polizisten sperren eine Straße in Hamburg ab
Bild: Imago | DeFodi

Es ist das dritte Mal in Folge, dass Bremer Ultras nicht ins Hamburger Stadion zum Nordderby-Besuch fahren konnten. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass es im kommenden Jahr genauso sein wird. Die Polizei Hamburg verteidigte ihr Vorgehen; es liege in ihrer Verantwortung, so zu handeln, sagte Polizeisprecher Timo Zill auf Nachfrage von butenunbinnen.de. "Wir haben die Verantwortung für friedliche Fußball-Fans. Das Gefahren-Abwehr-Recht sieht diese Maßnahmen ausdrücklich vor", so Sprecher Zill weiter.

"Konspirativ versammelt, um Straftaten zu begehen"

Die Polizei habe über das Fan-Projekt und die Fan-Beauftragten im Vorfeld deutlich gemacht, dass Anreisende vermeiden sollten, polizeiliche Maßnahmen zu unterlaufen. Dazu gehöre die "konspirative Anreise". Darunter versteht die Polizei Hamburg, "dass man sehr abgestimmt einen Treffpunkt wählt, dass man versucht, seine Anreise zu verschleiern, indem man mit Einzelfahrzeugen unterwegs ist mit unterschiedlichen Routen, obwohl man zu einer Gruppe gehört", sagte Zill. Aus Sicht der Polizei habe es demnach eine "auffällige Fahrbewegung" Richtung eines Supermarkt-Parkplatzes in Hamburg-Lurup gegeben. Dort wurden die 171 Fans und 31 Fahrzeuge durchsucht.

Insgesamt zogen sich die Kontrollen über einen Zeitraum von fast sechs Stunden hin; das Spiel in Hamburg hatte bereits begonnen. Es dauere einfach lange, bis so viele Menschen und so viele Fahrzeuge überprüft seien, erklärte Zill. Doch die Werder-Ultras hätten sowieso keine Chance gehabt, ins Stadion zu kommen.

Wären wir früher fertig geworden, hätte es eine Verfügung gegeben, dass diese Personen das Spiel nicht besuchen, weil uns klar war, dass genau gegen diese Personengruppe diese polizeilichen Maßnahmen zu richten waren.

Timo Zill, Polizeisprecher Hamburg

Die Polizei Hamburg musste laut Zill davon ausgehen, dass sich die Ultras "konspirativ versammelt" hatten, "um polizeiliche Maßnahmen zu unterlaufen, sich geschlossen zu treffen und von dort aus Straftaten zu begehen". Die Erfahrungen der Vorjahre hätten gezeigt, dass es in Hamburg ähnliches Verhalten durch Bremer Fans gegeben hat, "und das galt es zu unterbinden", so Zill. Genauso werde man auch beim nächsten Nordderby in Hamburg handeln.

Man muss sich doch fragen, warum reisen Bremer Ultras mit Mundschutz und Sturmhaube nach Hamburg? Sollte das wieder so sein nächstes Jahr, dann wird es entsprechende Maßnahmen wieder geben.

Timo Zill, Polizeisprecher Hamburg

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. Oktober 2017, 19:30 Uhr