Auch das Nordderby endet unentschieden

Wieder kein Dreier für Werder, dieses Mal können die Bremer aber glücklich über das Unentschieden sein. Sie trennen sich vom HSV 0:0.

Bargfrede im Zweikampf
Philipp Bargfrede und Theodor Gebre Selassie stecken gegen Hamburgs Sakai schon in der frühen Phase der Saison im Abstiegskampf. Bild: Imago | Ulmer

Das 107. Nordderby stand im Vorzeichen der Krisenbewältigung: Der HSV war in den vier vorangegangenen Spielen ohne eigenes Tor geblieben, Werder hatte saisonübergreifend die letzten neun Spiele nicht gewinnen können. Im Topspiel des siebten Spieltages mussten die Bremer auf die Dienste der beiden Defensivstützen Lamine Sané und Ludwig Augustinsson verzichten. Für den dänischen Defensivaußen hatte Nouri mit Ulisses Garcia eine offensive Alternative gewählt, vertraute ansonsten der Anfangsformation aus dem Freiburg-Spiel. Kapitän Zlatko Junuzovic hatte sich Anfang der Woche zwar wieder fit gemeldet, nahm zunächst jedoch auf der Bank Platz. Beim HSV stand der Ex-Bremer Aaron Hunt und Defensivspezialist Albin Ekdal wieder in der Startelf.

Hamburgs Ito gefährlich

Die Bremer zunächst mit viel Ballbesitz um Sicherheit bemüht ließen die Hamburger kaum aus der eigenen Hälfte kommen. Hamburg versuchte über den Kampf ins Spiel zu finden, Werder suchte eher spielerische Lösungen. Gleich in den Anfangsminuten hatte Thomas Delaney nach einer Flanke von Florian Kainz die erste Kopfballchance, bei der Hamburgs Schlussmann Christian Mathenia alles andere als sicher wirkte. Eine viertel Stunde brauchte der HSV, um besser ins Spiel zu kommen. Ein ums andere Mal kreierten die Rothosen vor allem nach Standardsituationen Gefahr für das Bremer Tor. Der Tabellenvorletzte aus Bremen hatte Mitte der ersten Hälfte nach gutem Beginn den Faden verloren. Die Offensive um Ishak Belfodil und Fin Bartels konnte die Bälle vorne nicht halten und ermöglichte dem HSV so vor allem über den auf der linken Seite antrittsschnellen Tatsuya Ito, den Gisdol aus dem Reservekader des HSV geholt hatte, gefährliche Angriffe einzuleiten. Etwas glücklich ging es für die Bremer torlos in die Halbzeit.

Werder im Abschluss harmlos

Zu Beginn der zweiten Hälfte agierten die Bremer in der Abwehr zunächst ungeordnet und hatten Glück, dass Hamburgs André Hahn und Kyriakos Papadopoulos die freien Räume vor Jiri Pavlenka nicht nutzen konnten. Jener Pavlenka war es dann in der 56. Minute, der einen Lupfer des völlig frei stehenden André Hahn mit Mühe über die Latte lenken konnte.

Werders Pavlenka im Einsatz
Mit den Fingerspitzen kann Werders Pavlenka den Ball gerade noch über das Tor lenken. Bild: Imago | Nordphoto

Ansonsten agierte Werder nach der guten Anfangsviertelstunde völlig uninspiriert und mutlos. Trainer Nouri reagierte und wechselte Mitte der zweiten Hälfte Zlatko Junuzovic und Maximilian Eggestein für Bargfrede und Kainz ein. Der Wechsel zeigte Wirkung: Werder in der Folge geordneter bekam das Spiel wieder besser in den Griff. Insbesondere der gedankenschnelle Junuzovic belebte die Bremer Offensive und initiierte einen Angriff nach dem anderen. Ohne den verletzten Max Kruse strahlte Werder aber im Abschluss kaum Torgefahr aus. So endete das 107. Nordderby mit einem torlosen Unentschieden. Lediglich drei Saisontore in sieben Spielen sind Negativrekord für die Bremer. Die Mannschaft unterbot ihre bisherige Harmlos-Topmarke aus dem Jahr 1972 um ein Tor.

Das Unentschieden geht zwar in Ordnung, hilft uns aber momentan nicht weiter. Hinten spielen wir ganz passabel, aber vorne müssen wir unbedingt eine Schippe drauflegen.

Milos Veljkovic, Werder Bremen

Nouri in der Kritik

Das zehnte sieglose Spiel bringt Trainer Alexander Nouri immer mehr in die Schusslinie. Aufsichtsratschef Marco Bode hatte vor wenigen Tagen bekannt, dass "man die Ergebnisse nicht dauerhaft außer Acht lassen" könne.

Es war das Kampfspiel, was wir erwartet hatten. Nach einer guten Anfangsphase kam der HSV besser ins Spiel. Wir haben es versäumt, die Bälle vorne festzumachen, haben hinten aber wieder stabil gestanden. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Punkt.

Alexander Nouri, Trainer Werder Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Fußball-Bundesliga, 30. September 2017, 15:05 Uhr