So will Trainer Mai die Eisbären aus dem Tabellenkeller holen

Michael Mai scheint Herausforderungen zu lieben, sonst hätte er nicht das Traineramt bei den Basketballern der Eisbären Bremerhaven übernommen. So sieht er selbst seine "Mission impossible".

Neuer Trainer der Eisbären Bremerhaven Michael Mai.

Der Start von Michael Mai als Trainer bei den Eisbären Bremerhaven stand unter keinem guten Stern. Mit einer verunsicherten Mannschaft musste er zum Debüt beim Tabellenführer Bayern München antreten. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen um die Wende nach 15 Niederlagen zu schaffen. Am Ende kam – nicht sonderlich überraschend – die 16. Pleite in Folge für den Tabellenletzten der Basketball-Bundesliga heraus.

Sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz

Enttäuschte Eisbären nach der Niederlagen gegen Bayern München auf dem Parkett.
Leicht verbessert, aber trotzdem verloren: Die Eisbären unterlagen gegen Tabellenführer Bayern München beim Mai-Debüt. Bild: Imago | Kolbert-Press

Der 44-Jährige hat ein Himmelfahrtskommando bei den Eisbären übernommen. Darüber ist er sich im Klaren. "Das ist eine große Chance für mich als Trainer, aber auch eine große Herausforderung." Die Bremerhavener liegen auf dem letzten Tabellenplatz und haben schon sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

Mai hat die Nachfolge von Dan Panggio angetreten. Sein Vorgänger hat als Trainer alle Spiele verloren und als Sportdirektor kein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung des Kaders bewiesen. Nun muss Mai die Scherben seines Vorgängers auflesen. "Wir haben keine andere Möglichkeit. Wir müssen mit dieser Mannschaft den Klassenerhalt schaffen. Wir haben gute Spieler mit Talent, aber es ist nicht immer nur eine Frage des Talents. Es ist auch eine Mentalitätsfrage. Da muss einfach mehr kommen."

Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann, aber am Ende ist es eine Sache der Spieler.

Michael Mai, Trainer der Eisbären Bremerhaven

Die Mannschaft müsse vor allem in der Verteidigung härter und körperbetonter spielen, so Mai. Das sei der erste Schritt. Vor allem in den Anfangsphasen habe man so viele Spiele verschlafen. "Ich hoffe, wir können in den nächsten Tagen eine neue Identität bekommen: Wir müssen aggressiv spielen, und das von Anfang an. Das muss zur Normalität werden."

Kellerduell gegen Jena

Mai verfügt als Cheftrainer bislang nur über Zweitliga-Erfahrung, aber ein völlig unbeschriebenes Blatt ist er nicht. 2018 war der US-Amerikaner "Trainer des Jahres" in der Pro A, der zweiten Liga im deutschen Basketball. Mit den Karlsruhern kam er als Aufsteiger überraschend bis in das Playoff-Halbfinale. In Bremerhaven sieht er sich als Krisenhelfer. Der Impuls müsse aber von den Spielern ausgehen. "Die Spieler müssen den Schritt machen, um über den Berg zu kommen, aber ich bin zuversichtlich. Sie haben den Ernst der Lage begriffen."

Schon im Training habe man ein anderes Auftreten der Mannschaft sehen können, so Mai. Trotzdem: Die Zeit rennt dem neuen Trainer davon, schon am Samstag kommt es zum Kellerduell gegen den Tabellen-16. aus Jena. "Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, aber auch ein sehr schweres Spiel. Jena spielt stark und sehr hart. Beide Teams werden um ihr Leben kämpfen."

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. März 2019, 18:06 Uhr