Meinungsmelder

Von wegen Mr. Unverzichtbar: Jeder Spieler ist ersetzbar – sogar Kruse

Max Kruse war für Werder Bremen Herz und Hirn der Mannschaft, das Spielsystem auf ihn zugeschnitten – doch unsere Meinungsmelder trauern dem Kapitän nicht hinterher.

Max Kruse schaut nach einem Spiel enttäuscht ins Leere.
63 Prozent der Radio Bremen Meinungsmelder halten Max Kruse für ersetzbar bei Werder Bremen. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

In der vergangenen Saison war Max Kruse überall zu finden: Der 31-Jährige agierte als Antreiber und Regisseur des Bremer Spiels, besorgte die wichtigen Tore (11) und bereitete weitere für seine Kollegen vor (10 Assists), rackerte zudem in der Verteidigung mit. Als Denker und Lenker und verlängerter Arm von Trainer Florian Kohfeldt auf dem Spielfeld dauerte es nicht lange, bis die "Süddeutsche"-Zeitung befand, Kruse sei "Herz und Hirn" der Werder-Mannschaft.

Doch nun ist Kruse gegangen und Kohfeldt muss einen Akteur ersetzen, der weit mehr als nur eine einzige Rolle ausfüllte. Geht das? Die Radio Bremen Meinungsmelder glauben zumindest daran. In unserer Befragung sagen 63 Prozent der Teilnehmer, dass jeder Spieler ersetzbar ist – auch Kruse.

Als Führungsspieler wird er schwer zu ersetzen sein, aber andere dürfen nun ihre Chance nutzen. Kruse hat es auch nicht beim ersten Versuch bei Werder geschafft, alle zu überzeugen.

Ein 55 Jahre alter Teilnehmer aus Bremen

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Kruses Weggang bietet nun anderen Spielern die Chance, sich in den Vordergrund zu spielen. Besonders für jene, die sich dessen Dominanz im Spiel bisher unterordnen mussten. Unter den Teilnehmern unserer Befragung wird besonders Stürmer Milot Rashica (127 Stimmen) zugetraut, in der neuen Saison eine tragende Rolle zu spielen. "Ich hoffe auf Rashica", sagt der 35 Jahre alte Teilnehmer Marco Zahn aus Bremen: "Der hat letzte Saison schon bewiesen, dass er super spielen kann und super schnell ist. Er ist einfach ein toller Kerl."

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Aber auch dem Niederländer Davy Klaassen wird von den Meinungsmeldern eine noch stärkere Präsenz als bisher im Werder-Spiel erwartet und viele hoffen nun, der offensive Mittelfeldakteur könne zum Spieler der Saison avancieren (48 Stimmen).

Klaassen kann jetzt aus dem Schatten von Kruse raus, für den er die Drecksarbeit mitgeleistet hat. Er konnte zwischendurch schon zeigen, was er nach vorne kann und ich bin sicher, das kommt dieses Jahr richtig raus.

Dauerkarteninhaber Michael Gramse, 58 Jahre, aus Bremen

Bahn frei für Wirbelwind Rashica

Milot Rashica spurtet während des Trainings in Grassau mit Ball übers Feld.
Flink und inzwischen auch torgefährlich: Werders Milot Rashica. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Auch der 48 Jahre alte Teilnehmer Markus Otten aus Bremen sieht für Klaassen in dieser Saison die Chance, sich richtig zu entfalten. "Er ist ein ganz hervorragender Fußballer, der sein Potential noch gar nicht so ausführlich zeigen durfte, weil mit Max Kruse ihm da noch jemand im Weg war auf der offensiven Bahn."

Die Meinungsmelder könnten durchaus richtig liegen bei ihrer Prognose für Rashica. Schon in der vergangenen Saison fehlte dem 23 Jahre alten Kosovaren nicht mehr viel zum endgültigen Durchbruch. Der Wirbelwind auf der linken Außenbahn hatte ein wenig Anlauf gebraucht, um Kohfeldts System zu verstehen und seine Rolle darin zu akzeptieren. Die Schnelligkeit hatte Rashica, doch fehlte oft der durchdachte letzte Schritt, der zum Torabschluss geführt hätte. Aber der Reifungsprozess hat auch durch Kohfeldts klare Ansagen inzwischen gefruchtet und so steuerte Rashica in der vergangenen Saison noch neun Tore und fünf Assists bei. Und wie die Teilnehmer der Befragung trauen ihm auch seine Teamkollegen künftig noch mehr zu – ob Rashica die Erwartungen erfüllen kann, wird sich am Saisonende zeigen.

Wir wissen, dass Milot eine außergewöhnliche Qualität hat, die wir sonst so im Kader nicht haben.

Werder-Profi Maximilian Eggestein

Mehr zum Thema:

Als Radio Bremen Meinungsmelder können Sie Ihre Meinung direkt äußern – ungefiltert und geradeaus. Wir berichten in der kommenden Woche in unseren Radioprogrammen, im Fernsehen und auf unserer Internetseite über Ihre Meinungen.

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. August 2019, 19:30 Uhr