Meinungsmelder

Lebenslang Kohfeldt? Da sind viele skeptisch

Der Werder-Trainer hat seinen Vertrag gerade vorzeitig verlängert. Doch unsere Befragung zeigt, dass viele nicht daran glauben, dass Kohfeldt sehr lange bleiben wird.

Trainer Kohfeldt am Rande einer Einheit im Trainingslager umringt von seinen Spielern.
Trainer Florian Kohfeldt verlängerte seinen Vertrag mit Werder Bremen während des Trainingslagers in Grassau bis 2023. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Nötig war es eigentlich nicht, dass Werder Bremen den Vertrag mit Trainer Florian Kohfeldt vorzeitig verlängerte. Schließlich hatte der Kontrakt mit dem 36-Jährigen ohnehin noch eine Laufzeit bis 2021 – aber nun hat sich Kohfeldt also bis 2023 auf die Grün-Weißen festgelegt. Doch Papier ist nicht nur geduldig, sondern wird auch schnell Makulatur. So befürchten es zumindest einige unserer Radio Bremen Meinungsmelder.

Zwar wünschen sich sogar 44 Teilnehmer der Befragung eine lebenslange Vertragslaufzeit (30 Jahre) für Kohfeldt, doch wirklich daran glauben, dass er tatsächlich ewig bei Werder bleiben wird, tun sie nicht. Selbst für die kommenden vier Jahre sind viele schon skeptisch, dass Kohfeldt zu halten sein wird – Vertrag hin oder her. "Wahrscheinlich wird er seinen Vertrag vorzeitig auflösen und wechseln", glaubt ein 53 Jahre alter Teilnehmer aus Niedersachsen.

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Der Grund liegt nahe, denn viele befürchten, Kohfeldt könne nach seinem starken Debütjahr in der Bundesliga Begehrlichkeiten bei den großen Klubs wecken. "Ewig wird er nicht bleiben", ist eine 69 Jahre alte Teilnehmerin aus Bremen überzeugt: "Dazu ist er viel zu gut. Da kommen gewiss ganz schnell noch andere Vereine – leider."

Skripnik und Nouri als mahnende Beispiele

Kohfeldt wurde kürzlich erst zum Trainer des Jahres gewählt und lässt Werder nach zehrenden Spielzeiten gegen den Abstieg wieder von Europa träumen. Ein bisschen ist er so etwas wie der Shootingstar unter den Bundesliga-Coaches, doch Kohfeldt selbst ist sich im Klaren, dass auch Misserfolge noch kommen werden. "Es kann ja nicht immer so weiter gehen", meinte Kohfeldt vor dem Abflug ins Trainingslager nach Grassau: "Und im nächsten Jahr werde ich ganz sicher nicht wieder Trainer des Jahres."

Realistisch genug ist Kohfeldt, um die Unsicherheiten, die sein Job mit sich bringt, richtig einzuschätzen. Doch auch viele Meinungsmelder haben nicht vergessen, dass Werder zuvor schon zwei Mal bei der Trainerwahl daneben gelegen hatte – und Viktor Skripnik und Alexander Nouri nach ihren vorzeitigen Freistellungen weiter bezahlen mussten. Mit Skripnik war der Vertrag auch zuvor ohne Not verlängert worden. Dass Werder diesen Fehler nun mit Kohfeldt wiederholen könnte, befürchten manche Befragung-Teilnehmer.

Kohfeldt ist ein sympathisches Aushängeschild für Werder. Aber von Sympathien allein kommen keine Erfolge. Seine Arbeit hat bei Werder bisher gut funktioniert, aber vorzeitig auf Verdacht zu verlängern?

Ein 49 Jahre alter Teilnehmer aus Bremen

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. August 2019, 19:30 Uhr