Eggestein: "Dass es um persönliche Sachen geht, ist längst vorbei"

Maximilian Eggestein will im Abstiegskampf persönliche Ziele hinten anstellen. Werder Bremen soll sich dem Druck bewusst sein – sich aber nicht erdrücken lassen.

Video vom 25. Februar 2020
Maximilian Eggestein sitzt auf dem Podium und stützt sein Gesicht auf seine Hand.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Formkurve von Maximillian Eggestein zeigt in dieser Saison wohl den größten Ausschlag nach unten. Vor einem knappen Jahr wurde er erstmals von Bundestrainer Joachim Löw für die Nationalmannschaft nominiert. Er kam zwar nicht zum Einsatz, doch das schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Eggestein war einer der Durchstarter schlechthin in der vergangenen Bundesligasaison. Als er im vergangenen Sommer seinen Vertrag verlängerte und nicht zu einem Topklub im In- oder Ausland wechselte, sorgte er für Stolz und Freude bei Werder-Fans und Verantwortlichen.

Doch aktuell sieht es ganz anders aus. Werder steckt im Abstiegsstrudel und auch Eggestein bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Von der Nationalmannschaft ist Eggestein derzeit weit entfernt, eine EM-Teilnahme, im vergangenen Jahr noch realistisch, ist nach schwachen Leistungen kein Thema mehr. Doch seine persönlichen Ziele möchte Eggestein bis zum Saisonende sowieso hinten anstellen. "Dass es um persönliche Sachen geht, das ist längst vorbei", sagte er am Dienstag.

"Es ist einfach unabdingbar, dass jeder jetzt seine persönlichen Interessen zurückstellt und sich einfach auf das Wesentliche konzentriert wird", so Eggestein weiter. Dabei sollten die Spieler private "Nebenschauplätze" zurückstellen.

Um meine persönliche Situation mache ich mir im Moment gar keine Gedanken. Es geht jetzt darum, Spiele zu gewinnen.

Maximilian Eggestein

Vom Druck nicht erdrücken lassen

Für das Spiel gegen Frankfurt am kommenden Sonntag wagt Eggestein einen Spagat: "Ich finde es wichtig, dass man sich der Situation bewusst ist, aber es darf einen auch nicht erdrücken." Wie schon Trainer Florian Kohfeldt betont auch er, dass es ein sehr entscheidendes Spiel für Werder ist, will das aber ausblenden.

Gerade vor so einem Spiel muss man sich jetzt von dieser Bedeutung des Spiels ein Stück weit frei machen, damit das nicht so auf einem lastet. Sonst kann man auch nicht vernünftig arbeiten, vernünftig spielen.

Maximilian Eggestein

Über den Abstiegskampf möchte Eggestein also nicht allzu viel nachdenken. Noch weniger aber wohl über einen möglichen Abstieg. "So ein Abstieg, das begleitet einen. Das kann man nie ganz ablegen", höre er von Leonardo Bittencourt, Claudio Pizarro und Yuya Osako – den Bremer Spielern, die in ihrer Karriere bereits abgestiegen sind.

"Sowas möchte keiner in seiner Vita stehen haben", so Eggestein. Elf Ligaspiele – angefangen mit dem Spiel gegen Frankfurt am Sonntag – haben Eggestein und seine Mannschaftskollegen noch, um ihre Lebensläufe sauber zu halten.

Maximilian Eggestein: "Der Abstiegskampf darf nicht erdrücken"

Video vom 25. Februar 2020
Maximilian Eggestein schaut leicht lethargisch während einer Pressekonferenz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 25. Februar 2020, 18:06 Uhr