Von "Pico" bis "Hubird": 7 Maskottchen, die für Stimmung sorgen

Sie heizen bei Wettkämpfen die Stimmung an und sorgen für gute Laune: Maskottchen. Wir stellen Ihnen sieben tierische Vereins-Gefährten aus Bremen und Umgebung vor.

Werder-Maskottchen "Pico", "Dunky" von den Eisbären Bremerhaven und "Kralli" von den Fischtown Pinguins (Montage)
"Pico", "Dunky" oder "Hubird" (von links): Diese tierischen Unterstützer feuern ihre Teams an. Bild: Werder Bremen/DPA | Ralph Goldmann/Jonas Brockmann/Eibner

1 Der Fuchs des SG Findorff

Der Fuchs gilt, nicht nur in Märchen und Fabeln, als besonders schlau und Symbol der Geschicklichkeit. Das sind Eigenschaften, die auch im Sport nützlich sind. Das dachte sich auch die SG Findorff, die den Fuchs in ihrem Vereinslogo verewigte. Dieses gibt es seit 2005, als die beiden alten Sportvereine in Findorff, dem TVDB und der TUS Eintracht fusionierten, um die SG Findorff zu bilden.

Der Findorffer Fuchs klatscht mit Kindern ab.
In Findorff findet sich der Fuchs nicht nur im Bürgerpark, sondern bei der SG auch am Spielfeldrand. Bild: SG Findorff

Einen echten Namen hat der SG-Fuchs nicht, aber zu ganz besonderen Gelegenheiten unterstützt er als lebensgroßes Maskottchen die Handballer des Vereins und ist auch in die Vereinshymne "Wir sind die Findorffer Füchse" eingegangen. Auch an ungewöhnlicher Stelle findet man ihn: Im Büro der Geschäftsstelle thront ein ausgestopfter Fuchs auf einem Schrank und überblickt das Geschehen in den Vereinsräumen, so Frank Steinhardt, 1. Vorsitzende des SG Findorff.

2 Werders einstige Maskottchen: Heidschnucke "Pico" und Möwe "Werdi"

In Werders Vereinsgeschichte lassen sich sogar zwei Maskottchen finden: der Heidschnuckenbock "Pico" und die Möwe "Werdi". Die Werder-Möwe, die zwischen 1994 und 2000 im Einsatz war, schaffte es allerdings nie richtig in das Werder-Fan-Herz. Im Gegensatz dazu war der Geißbock "Pico" über drei Generationen fester Bestandteil der Fankultur. Seine Zeit beim SVW begann am 26. September 1964 im heimischen Weser-Stadion. Zu Gast waren der Hamburger SV und 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die das Nord-Derby sehen wollten. Doch der Wettkampf zwischen den zwei Hansestädten begann ganz anders als sonst.

Werder-Maskottchen "Pico" in der Vereinszeitung von Werder Bremen aus dem Jahr 1964
"Pico der Erste" mit seiner weißen Lederdecke. Auf der einen Seite der grüne Namenszug "Pico", auf der anderen die Werder-Raute. Bild: Werder Bremen

Bevor die Mannschaften auf das Spielfeld liefen, wurde der Geißbock, geschmückt mit weißer Lederdecke, von Gastronom und Fleischermeister Heino Geffken feierlich an den Verein gestiftet. Benannt wurde der langjährige Vereins-Glücksbringer nach dem Werder-Kapitän Arnold Schütz, der den Spitznamen "Pico" trug. Fortan war der tierische "Pico" bis Ende der 1980er Jahre bei den Heimspielen an der Weser dabei und bewachte hinter dem heimischen Tor das Spielgeschehen. Hierbei sorgte der Heidschnuckenbock das ein oder andere Mal für Aufsehen – zum Beispiel als er mitten in einer Werderpartie ausbüxte und das Spielfeld stürmte.

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3 Beim TV Lilienthal ist der Wolf los

Das Kapitel der "Lilienthaler Wölfe" beginnt 2011, mit ihrem Aufstieg in die 1. Floorball Bundesliga. Passend zum neuen Namen des Lilienthaler Floorball-Teams, betritt auch Maskottchen "Wolfi" das erste Mal die Bühne. Seitdem motiviert der Plüschwolf regelmäßig bei Heimspielen die Zuschauerinnen und Zuschauer, ihre Mannschaft kräftig anzufeuern. Das klappt besonders gut an Spieltagen der Jugendmannschaften. Denn dann freut sich Spielermutter Petra, die meistens im Wolfskostüm steckt, über die Begeisterung der jüngsten Floorball-Spielerinnen und Spieler, die auf dem Spielfeld dem Ball hinterherjagen.

Jubelndes Wolfsmaskottchen vor einem Floorballspielfeld
"Wolfi" ist bei jedem Heimspiel dabei und feuert sein Team an. Bild: TV Lilienthal | Christine Höfelmeyer

Neben der Aufgabe das Publikum anzuheizen, zählt auch das gemeinsame Einlaufen mit den Spielern der Mannschaft zu den Aufgaben des Vereins-Wolf. Dies tut er, laut Tobias Melde vom TV Lilienthal, auch, um den sportlichen Wettkampf zu feiern und seinen Kampfgeist an die Spielenden weiterzugeben. Durch seine lockere Art schafft das Maskottchen es, die verschiedenen Generationen des Vereins miteinander zu verbinden und allen ein Lächeln zu schenken. Aber auch abseits des Spielfeldes repräsentiert das Wolfsgesicht den Verein: Bei Messen oder Veranstaltungen kann man dem Lilienthaler Wolf begegnen. Bald müssen "Wolfi"-Fans nicht mehr bis zum nächsten Spieltag warten, um den kuscheligen Wolf zu drücken, denn der Verein will kleine Plüsch-Wölfe herausbringen. Dann gibt es den Wolf der TV Lilienthal auch für unterwegs.

4 "Dunky, der Bremerhavener Eisbär"

Maskottchen "Dunky" von den Eisbären Bremerhaven (Archivbild)
Ein neuer Bär muss her: 2021 sind die Bremerhavener Eisbären auf der Suche nach einer neuen Besetzung, die dem Maskottchen Leben einhaucht. Bild: DPA | Ralph Goldmann

Ein stattlicher, weißer Eisbär. 2,10 Meter groß und 750 Kilo schwer. So steht es zumindest in seinem Steckbrief auf der Vereinsseite der Eisbären Bremerhaven. "Dunky, der Eisbär" ist eine Konstante im Team der Bremerhavener Basketballer. Das Maskottchen gibt es seit 1997. Seinen Namen verdankt er dem Sport selbst: Wird im Basketball der Ball nicht einfach in den Korb geworfen, sondern ganz lässig hineingelegt, dann spricht man von einem "Dunk". Und nach dieser Spielaktion ist der Bär benannt.

Der erfahrene "Dunky", also der Mensch unter dem Pelz, ist Kilian Blohm. Zwei Saisons lang hat er den Bären heraushängen lassen. Nun hat er sein Abitur gemacht, geht in die Lehre und gibt die Stelle als Maskottchen frei. Eine echte VIP-Position, denn "Dunky" ist als Teil des Teams bei allen Heimspielen dabei und dicht an den Spielern dran. Dabei ist der Bär natürlich die Stimmungskanone schlechthin. Wer Lust auf den Job des Maskottchens hat, sollte sich einmal das folgende Video anschauen.

Bremerhavener Eisbären suchen neues Maskottchen

Video vom 30. August 2021
Zwei Eisbären Maskottchen in der Basketball Halle der Eisbären Bremerhaven.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

5 Pinguin "Kralli", der glaubte, eine Ente zu sein

Bei Spielen der Bremerhavener Fischtown Pinguins steht seit 2002 ein großer Pinguin am Spielfeldrand. Dieser trägt den Namen "Kralli" und ist einem echten Felsenpinguin aus dem Zoo am Meer in Bremerhaven nachempfunden. Das tierische Original, das den gleichen Namen trug, erlangte in den 80er Jahren weltweite Bekanntheit als Pinguin, der glaubte, eine Ente zu sein. Grund hierfür war seine tollpatschige Art zu schwimmen: mit dem Schwänzchen in die Höh' – wie eine Ente. Sein Markenzeichen, die langen Krallen seines linken Fußes, waren daran nicht ganz unschuldig. Die Krallen behinderten den kleinen Pinguin bei dem Versuch, den hohen Ausstieg des Wasserbeckens zu erklimmen.

Maskottchen "Kralli" der Fischtown Pinguins neben Thorsten Ankert von den Iserlohn Roosters (Archivbild)
Auf dem Eis immer dabei: Sascha Wolter als "Kralli" im Pinguin-Kostüm. Bild: DPA | Jonas Brockmann/Eibner-Pressefoto

Im "Kralli"-Kostüm der Fischtown Pinguins steckt der Bremerhavener Sascha Wolter. Auch er heizt das Publikum durch Hüpfen und Klatschen an. Sein Geheimnis dabei? "Immer freundlich bleiben, Blödsinn im Kopf und viel Spaß daran, Maskottchen zu sein." Den plüschigen Pinguin vor einem Spiel zu umarmen und zu streicheln ist für viele Fischtown Pinguins-Fans zum Ritual geworden. Dadurch würde seine glückbringende Wirkung aktiviert werden, behaupten sie. Besonders stolz ist Wolter auf die kleinen Plüsch-"Krallis": "Viele Kinder haben mich in klein immer dabei – im Kindergarten oder draußen."

6 Der Geist vom Oldenburger Donnerschwee beim VfB Oldenburg

Maskottchen "Donni, der Geist von Donnerschwee" des VfB Oldenburg (Archivbild)
Beim VfB Oldenburg wandelt "Donni, der Geist von Donnerschwee" über den Platz. Bild: DPA | nordphoto/Rojahn

Der VfB Oldenburg setzt bei seinen Heimspielen auf die Unterstützung des "Donnerschwee Geistes Donni". Donnerschwee – das ist der Oldenburger Stadtteil, in dem der VfB Oldenburg über Jahrzehnte im gleichnamigen Stadion ansässig war. Seit etwa drei Jahren gibt es nun das Maskottchen "Donni", das wortwörtlich als "Geist von Donnerschwee" über den Platz wandelt und die Erinnerung an die Atmosphäre des alten Stadions wachhält.

Anzutreffen ist "Donni" in erster Linie bei den Heimspielen der Blauen, aber auch zu verschiedenen Anlässen und Festen, wie dem Oldenburger Kramermarkt. Bei diesen Gelegenheiten nutzen junge und alte Fans die Möglichkeit, sich einmal mit dem in blau gekleideten Geist fotografieren zu lassen. In das Kostüm schlüpft regelmäßig ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Vereins – das kann nur wahre Leidenschaft und Vereinstreue sein.

7 Die Donnervögel der Baskets Oldenburg und ihr "Hubird"

Die Baskets Oldenburg setzen ebenfalls auf die Unterstützung eines Vereins-Maskottchens. Ihr tierischer Begleiter ist der sogenannte "Hubird", der seit 2002 dem Verein ein Gesicht gibt. Er betritt bei Spielen als erster das Feld und eröffnet damit die Spielervorstellung. Bundesweite Bekanntheit erlangte das Maskottchen 2015, als es den Titel beim "TV Total Maskottchen Rennen" holte.

Ein lebensgroßer Vogel schwänkt eine gelbe EWE Baskets Fahne.
Als erstes im Center Court: Maskottchen "Hubird" ist bei jedem Heimspiel als erstes auf dem Feld – mit seiner großen Fahne. Bild: EWE Baskets Oldenburg | Ulf Duda

Bei den Heimspielen der Baskets Oldenburg schwenkt der Donnervogel eine überdimensionale Vereinsfahne und heizt die Stimmung bei den Fans innerhalb der letzten Spielminuten mit seiner Trommel noch einmal richtig an. Den "Hubird" verkörpert zu 90 Prozent der Fälle ein Lehrer, der erfolgreich im Amateur-Bereich Marathonläufer ist.

Autoren

  • Johanna Kroke
  • Rena Lossau Studentische/r Redakteurin
  • Line Kania Studentische/r Redakteurin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. August 2021, 19:30 Uhr.