0:3 – Werder lässt sich von Leipzig vorführen

Es sollte alles besser werden für die Bremer nach dem Kurz-Trainingslager, doch die Partie gegen RB Leipzig entwickelte sich für Werder schnell zum Albtraum.

Niklas Moisander und Yuya Osako blicken ernüchtert, während die Leipziger Spieler hinter ihnen den Treffer bejubeln.
Frust pur bei Werder: In der 18. Minute gerieten die Grün-Weißen durch den Treffer von Leipzigs Lukas Klostermann mit 0:1 in Rückstand. Bild: Imago | Picture Point LE

Der nächste bittere Rückschlag für Werder Bremen: Mit der 0:3-Niederlage gegen RB Leipzig stürzen die Hanseaten immer tiefer in die Krise. Trotz des dreitägigen Trainingslagers unter der Woche schlug sich die Mannschaft von Florian Kohfeldt am Samstag wieder mit den altbekannten Problemen herum: der eklatanten Abwehrschwäche.

In der 18. Minute war es Leipzigs Lukas Klostermann, in der 39. Minute folgte Patrick Schick mit den Standard-Gegentoren Nummer 14 und 15 für Werder in dieser Saison. Aber es sollte noch schlimmer kommen: In der 46. Minute reichte ein Steilpass aus der Leipziger Hälfte auf Nordi Mukiele, um die Bremer Abwehr locker auszuhebeln.

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Werder wie ein Absteiger

Im Stile eines Titelkandidaten vergrößerte Leipzig die Abstiegssorgen von Werder Bremen weiter. Die abgezockten Sachsen sicherten sich zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung vor dem FC Bayern. Bremen taumelt dagegen der Zweitklassigkeit entgegen. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt hat nun acht ihrer vergangenen neun Ligapartien verloren. Die Bilanz eines Absteigers.

Wir kassieren zwei Gegentore nach Standards und laufen dann nur noch hinterher. Das ist scheiße. Aber wir resignieren nicht und haben noch zwölf Spiele.

Werder-Profi Leonardo Bittencourt

Die Gastgeber brauchten allerdings ein paar Minuten, um sich auf zunächst hoch verteidigende Bremer einzustellen. Werder war bereits am Mittwoch nach Leipzig gereist, um sich auf das schwere Auswärtsspiel vorzubereiten – und die Kohfeldt-Elf zeigte sich zu Beginn tatsächlich etwas ballsicherer als zuletzt. Sobald Leipzig aber das Tempo anzog, wurde es gefährlich: Dani Olmo scheiterte mit einem Heber (7.), Nationalspieler Timo Werner suchte von der Strafraumgrenze etwas überhastet den Abschluss (11.).

Vogt verletzt sich am Knie

Kevin Vogt sitzt mit schmerzverzerrtem Gesicht an der Spielfeldbande und wird am linken Knie behandelt.
Das tat weh: Abwehrchef Kevin Vogt wurde zunächst am Spielfeldrand am behandelt, doch es ging für ihn nicht weiter. Bild: Imago | Jan Huebner

Die Leipziger Führung fiel jedoch nach einer Standardsituation. Beim Freistoß von Angelino standen die Bremer zu weit weg von ihren Gegenspielern, der Ball gelangte über Schick zu Klostermann, der ohne Gegenwehr keine Mühe hatte. RB-Trainer Julian Nagelsmann klatschte energisch an der Seitenlinie, Kohfeldt war der Ärger überdeutlich anzusehen. Offensiv blieb Werder über die gesamte Spielzeit ausrechenbar, spielte zu statisch.

Für Werder endete der frustrierende Nachmittag mit einer weiteren schlechten Nachricht: Abwehrchef Kevin Vogt verletzte sich am linken Knie, wie schwer, stand zunächst nicht fest. Er musste in der 61. Minute ausgewechselt werden.

Wieder kein Werder-Tor

Innenverteidiger Milos Veljkovic und der zuvor lange verletzte Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie waren in die Startelf gerückt, wohl um das Bremer System flexibler zu machen. Ein Fernschuss von Marco Friedl am Leipziger Tor vorbei (33.) blieb aber lange die beste Chance der Gäste, die sich auch in der zweiten Halbzeit nicht entscheidend steigern und wehren konnten.

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Und die Uhr tickte: Schon vor der Partie waren 606 Bundesliga-Minuten ohne selbst erzieltes Werder-Tor vergangen. Die Leipziger, die nach vier Pflichtspielen ohne Sieg – darunter allerdings auch das 0:0 in München – ebenfalls unter einem gewissen Druck standen, blieben hingegen in der Offensive gnadenlos. Nach einigen vergebenen Chancen köpfte der in die Startelf zurückgekehrte Schick den Ball nach einer von Olmo getretenen Ecke ins Tor. Der dritte Leipziger Treffer unmittelbar nach dem Wiederanpfiff durch Mukiele nach einem durchdachten Pass von Konrad Laimer verschärfte die Situation der angeschlagenen Gäste nochmals.

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Video vom 16. Februar 2020
Frank Bauann im schwarzen Pullover vor der dunklen Fototapete des Weser-Stadions beim TV-Interview.

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 15. Februar 2020, 19 Uhr