Werders Hoffnungsträger Selke: mittendrin, aber leider nicht dabei

Eigentlich ist er unverzichtbar für Werder, doch am Samstag wird Davie Selke fehlen. Der Stürmer fing sich eine dumme Gelbsperre ein – ist in Leipzig trotzdem dabei.

Davie Selke steigt vor dem Hotel in Leipzig aus dem Werder-Mannschaftsbus.
Rückkehr an alte Wirkungsstätte: Davie Selke hat zwischen 2015 und 2017 für Leipzig 21 Bundesliga- und 30 Zweitliga-Spiele absolviert. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Das hatte Werder gerade noch gefehlt. Eine Schwalbe als Bärendienst, so hatte sich Davie Selke seine Rückkehr nach Bremen sicherlich nicht vorgestellt. Doch es ist passiert. Einmal abheben und hinfallen im Weser-Stadion hatte am vergangenen Wochenende gereicht, um am Samstag gegen RB Leipzig nicht dabei zu sein. Selke sah seine fünfte Gelbe Karte – und Trainer Florian Kohfeldt war not amused.

"Das ist ärgerlich, weil es eine Sperre ist", monierte Kohfeldt. Clever war Selkes Aktion gegen Union Berlin nicht und sie ist ein weiterer Tiefschlag für die ohnehin gebeutelten Bremer. Denn der 25 Jahre alte Mittelstürmer hatte sich in den zwei Wochen seit seiner Rückkehr zu Werder schon unverzichtbar gemacht. Der schlacksige Selke wirkt zwar mitunter etwas ungelenk, doch seine Schnelligkeit und seine körperliche Präsenz eröffnen den Bremern im gegnerischen Strafraum auf einmal neue Möglichkeiten.

Pech: Selke mit guter Bilanz gegen Leipzig

Davie Selke setzt sich im Zweikampf gegen einen Union-Spieler durch und tritt gegen den Ball.
Körperliche Präsenz: Davie Selke ging gegen Union wieder engagiert zu Werke – ließ sich allerdings zu einer Schwalbe hinreißen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Milot Rashica, der sich zuletzt oft im Angriff als Solist aufrieb, hat einen neuen Anspielpartner bekommen. Spieler wie Yuya Osako, die vorher lange blass blieben, finden besser ins Spiel – zumindest lief es im Pokal-Spiel gegen Dortmund so. Selke hat neuen Schwung mitgebracht, dieser muss sich nur noch auf seine verunsicherten Teamkollegen übertragen.

Dass Selke im wichtigen Spiel in Leipzig fehlen wird, dürfte für Werder auf jeden Fall spürbar werden. Besonders ärgerlich ist dabei, dass der 1,94 Meter große Schlacks gegen seinen Ex-Klub eine gute Bilanz hat. Für die Hertha traf Selke in der Hinrunde gegen Leipzig und schon im Dezember 2017 gelang ihm gegen RB sogar ein Doppelpack. Das ist für Selkes Verhältnisse schon viel, schließlich ist er nicht der große Goalgetter, aber kann dafür ein wichtiger Raumöffner und Vorlagengeber für seine Mitspieler sein. 21 Bundesliga- und 30 Zweitliga-Spiele hat Selke im Trikot der Leipziger absolviert, 2015 schoss er RB zum Aufstieg und war mit zehn Toren bester Schütze der Sachsen. In der Bundesliga war er dann schnell zweite Wahl, wie auch nun bei der Hertha.

Gesperrt, aber im Kurz-Trainingslager dabei

Doch Werder baut auf den Rückkehrer und so nahm ihn Kohfeldt natürlich auch ins Kurz-Trainingslager nach Leipzig mit. Absprachen, Laufwege, Analysen – all das soll Selke mitbekommen und weiter verinnerlichen, denn es stehen nach dem Leipzig-Spiel noch zwölf Partien auf dem Plan, die allesamt wichtig werden. Und Selke ist wichtig für Werder, umso mehr darf er sich Aussetzer wie gegen Union nicht mehr erlauben.

Davie ist aktuell zwar gesperrt, aber er ist für die Gesamtkonstellation in der Rückrunde eine sehr wichtige Person. Deswegen möchte ich ihn gerne dabei haben.

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. Februar 2020, 18:06 Uhr