Leher TS: Aus mit viel Applaus

Der Fünftligist aus Bremerhaven hat die Pokalsensation zwar nicht geschafft, aber der 1. FC Köln hatte dennoch seine liebe Mühe mit den wackeren Lehern.

Die Spieler der Leher TS verteidigen mit vollem Einsatz gegen die Angriffe der Kölner.
Mit Mann und Maus verteidigt: Die Leher TS stemmte sich mit vollem Einsatz gegen den Bundesligisten, aber gegen den Angriff von Leonardo Bittencourt waren sie machtlos. Bild: Imago | Nordphoto

Bremerhavens Trainer Dennis Ley hatte vor der Partie einen Wunsch geäußert: "Wir wollen nicht die schlechteste Mannschaft der Pokal-Historie werden." Nach dem Abpfiff war klar – Ley war erhört worden, denn seine Mannschaft, bestehend aus Amateuren, hatte dem schwergewichtigen Gegner aus der Bundesliga nach Kräften Paroli geboten. Das 0:5 (0:2) gegen den 1. FC Köln war ein Achtungserfolg für die Leher TS, schließlich spielen die "Geißböcken" in dieser Saison gar in der Europa League.

Theulieres kann die Null nicht halten

Pokalheld Marco Theulieres hielt zwar nicht Wort – die Kölner hauten dem Keeper doch ein paar Treffer rein – aber es wurde kein zweistelliges Torfestival, bei dem der Leher Kasten zur Schießbude verkam. So ernteten die Bremerhavener nach dem Abpfiff im ausverkauften Nordseestadion von den gut 8.000 Zuschauern jede Menge Applaus und Respekt.

Die Partie lief, wie man es erwarten konnte bei diesen Kräfteverhältnissen, die Kölner stellten schon in der ersten Halbzeit binnen sechs Minuten die Weichen auf Sieg. Leonardo Bittencourt (28.) per Abstauber und Frederick Sörensen (34.) mit einem platzierten Flachschuss drückten die klare Überlegenheit des Bundesliga-Fünften auch in Toren aus.

Rote Karte für Lehes Hashemi

Die ohnehin vagen Hoffnungen des Außenseiters waren kurz nach Wiederbeginn endgültig obsolet: Rechtsverteidiger Arwin Hashemi sah wegen absichtlichen Handspiels im Strafraum die Rote Karte (49.), 60 Sekunden später traf Jhon Cordoba per Strafstoß zum 0:3. Die eingewechselte Simon Zoller (69.) und Sehrou Guirassy (75.) stellten den Endstand her.

Von der ersten Minute an lief die Begegnung bei nahezu permanenten Dauerregen nur in eine Richtung ab. Der Tabellensechste der Oberliga Bremen überließ den Gästen nahezu kampflos das Mittelfeld und formierte rund um den Strafraum zwei Abwehrriegel, die zumindest eine knappe halbe Stunde lang dem Kölner Dauerdruck standhielten. Den ersten Torschuss feuerten die Platzherren in der 42. Minute ab – und hätten dabei fast den Anschlusstreffer erzielt.

Ausnahmezustand beim DFB-Pokalspiel in Bremerhaven

Fussballfans warten in Bremerhaven auf den Einlass ins Stadion.

Lattentreffer von Sula

Von der Strafraumgrenze traf Mittelfeldspieler Egzon Sula die Querlatte: FC-Torhüter Timo Horn wäre chancenlos gewesen. Nach dem Seitenwechsel war die Mannschaft von Trainer Peter Stöger in Überzahl sichtlich bemüht, Kräfte für den Bundesliga-Auftakt am kommenden Wochenende bei Borussia Mönchengladbach zu schonen. Mit einem Spieler weniger auf dem Feld standen die Platzherren noch tiefer als in der ersten Halbzeit und kamen nicht einmal mehr ansatzweise zu Entlastungsangriffen.

Neben Torhüter Marco Theulieres verdiente sich im Team von Coach Dennis Ley Sula eine gute Note. Bei den Rheinländern ragten Torschütze Sörensen und der offensivstarke Konstantin Rausch heraus.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 12. August 2017, 15 Uhr