Grün-Gold wird knapp Deutscher Meister

Am Ende musste die Lateinformation des Bremer Grün-Gold-Clubs zittern. Doch dann war der zwölfte Meistertitel in Folge für Roberto Albaneses Team perfekt.

Ausdrucksstarke Pose der Grün-Gold-Tänzerinnen und Tänzer während der Choreografie "This is me".
Gelungener Auftritt im dritten Durchlauf: Grün-Golds Choreografie "This is me". Bild: Volker Hey

Sechs Minuten mussten die Bremer Tänzerinnen und Tänzer am Samstagabend noch überstehen. Das Team von Trainer Roberto Albanese vom Grün-Gold-Club hatte seinen Part im Finale der deutschen Meisterschaft der Lateinformationen bereits erledigt und harrte nun unruhig aus in der sogenannten "Kiss-and-cry-Area". Dort wartet das bestplatzierte Team, bis es wohlmöglich abgelöst wird – und nun tanzte mit dem TSZ Velbert der härteste Konkurrent um den Titel auf dem Parkett der Braunschweiger Stadthalle.

"This is me" vom Grün-Gold-Club

Ausdrucksstarke Pose der Tänzerinnen von Grün-Gold in weißen Strasskleidern, gehalten von Tänzern in schwarzen Anzügen.
Bild: Volker Hey

Und ein bisschen nervös wurden die acht Bremer Paare dann doch. Drei Durchgänge hatten sie an diesem langen Turniertag in Braunschweig absolviert und nicht alles war mit der neuen Choreografie "This is me" dabei glatt gegangen. In den Zwischenrunden war eine Tänzerin bei einem Roundabout gestürzt, zudem gab es kleine Patzer bei der Synchronität, die bei den Formationen so extrem wichtig ist. Im Finale dann lief aber alles im Sinne des ehrgeizigen Trainers Albanese, der seit 1994 den Verein in der Erfolgsspur hält. Grün-Gold erhielt 34,25 von 40 möglichen Punkten – würde das zum 14. deutschen Meistertitel reichen? Es reichte, allerdings hauchdünn. Und als die Wertung für Velbert verkündet wurde, da hallten Pfiffe von den Rängen. 33,46 Punkte, also 0,79 Punkte weniger, bekam die Lateinformation von Trainerin Astrid Kallrath. Und vielen Tanzsportfans in der Halle war das offenbar zu niedrig gewertet.

Velbert begeistert die Zuschauer

Albanese und seine Lateinformation warten angespannt auf die Wertung der Konkurrenz bei der deutschen Meisterschaft.
Anspannung pur: Albanese und sein Team warten auf die Wertungen für die Konkurrenz.

Albanese hatte diese Reaktionen im Vorfeld zwar schon geahnt, denn mit dem nun zwölften Meistertitel in Folge sehne sich mancher eben danach, dass auch mal jemand anders als die Bremer gewinnt. Gefallen hatte ihm die Reaktion des Publikums aber trotzdem nicht. Doch um die Seriensieger vom Thron zu stoßen, musste die Konkurrenz am Samstagabend eine perfekte Leistung abliefern. Und Velbert gelang das nicht ganz, obwohl das Team mitreißend tanzte und sich die Sympathien der Zuschauer im Sturm ertanzte.

Pfiffe schmerzen Albanese

Mit der Choreografie vom Vorjahr "One World" blieb Velbert seinem Ruf treu, gesellschaftskritische Themen aufzugreifen und auch politisch Stellung zu beziehen. Kallrath polarisiert mit ihren Choreografien gerne, bei vielen kommt das gut an. Velbert tanzte mit hohem Tempo und viel Beweglichkeit, das die kleinen technischen Fehler gut kaschierte. Den Wertungsrichtern entging jedoch nichts und sie ließen sich auch von den grell-pinkfarbenen Kostümen nicht blenden. Dritter in Braunschweig wurde die Formation der TSA Blau-Weiss Buchholz mit 30,42 Punkten vor der TSG Bremerhaven mit 29,67 Punkten für die Choreografie "Matrix".

Das war die schwerste DM seit langem, aber wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Wir sind jetzt im zwölften Jahr Titelverteidiger, und jeder hofft, uns schlagen zu können. Wir halten dem stand, obwohl Pfiffe immer wehtun. Man merkt, dass man immer mehr alleine dort steht.

Roberto Albanese, Trainer Grün-Gold-Club bei buten un binnen

Albanese hatte mit seiner Choreografie die Messlatte wieder ein Stückchen höher gesetzt. Mit neuen, innovativen Elementen und Ideen, die auch dem internationalen Trend folgen. Am Ende war es ein verdienter Sieg für Grün-Gold, mit dem sich das Team für die WM der Lateinformationen am 2. Dezember in China qualifiziert. Auch Velbert als Zweitplatzierter der DM ist dabei, muss allerdings die Kosten selber tragen, denn der Deutsche Tanzsportverband kann nur einer Mannschaft die Reise finanzieren.

Wir haben es wieder geschafft. Wir werden aus diesem Turnier lernen und in China stark sein. Wir werden für Deutschland bei der WM antreten und Deutschland so vertreten, dass wir hoffentlich wieder mit dem Titel nach Bremen zurückkommen.

Roberto Albanese, Trainer Grün-Gold-Club bei buten un binnen

"Matrix" von der TSG Bremerhaven

Nahaufnahme während der "Matrix"-Choreografie der TSG Bremerhaven.
Bild: Volker Hey

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 11. November 2018, 19:30 Uhr