So könnte Bremen in 5 Stufen zum "normalen" Sportbetrieb zurückkehren

Der Landessportbund hat ein Konzept entwickelt, das eine schrittweise Rückkehr zum gewohnten Sporttreiben vorsieht. Erste Lockerungen werden darin schon ab 1. März empfohlen.

Video vom 17. Februar 2021
Eine Mund-Nasen-Maske hängt an der Begrenzung des Spielfelds (Symbolbild)
Bild: Imago | Hanno Bode
Bild: Imago | Hanno Bode

Der Amateur- und Breitensport in Bremen steht weiterhin still. Erlaubt sind angesichts der geltenden Corona-Verordnungen nur Individualsportarten, die allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand ausgeübt werden können. Doch vielen Sportlern kribbelt es in Füßen und Händen. Wann die Hallen, Plätze und Schwimmbäder wieder öffnen dürfen, steht aber noch in den Sternen. Pläne, wie und ab wann es für den Sport weitergeht, sind jedenfalls keine bekannt.

Nach Ansicht des Landessportbund Bremen (LSB) sollte sich daran jedoch zeitnah etwas ändern: "Mit Blick auf die Gesundheit und die gesellschaftlichen sozialen Aspekte empfehlen wir frühestmögliche Lockerungsschritte für den organisierten Sport", schreibt der LSB in einem Bericht, der buten un binnen vorliegt. Eine besondere Bedeutung kommt in dem Papier den Sportvereinen zu, die einen wichtigen "Beitrag zum Gemeinwohl" leisteten.

Sportvereine sind wichtige Orte der Begegnung, der organisierte Sport ist der Kitt der Gesellschaft. Er gilt als Integrationsmotor, der es schafft, Menschen unterschiedlicher Herkunft und unabhängig ihres Einkommens zusammen zu bringen.

Auszug aus einem Bericht des Landessportbund Bremen (LSB)

Entwicklungsdefizite bei Kindern

Christophe Schuler auf dem Golfplatz.
Erlaubt sind aktuell weiterhin nur Individualsportarten, wozu etwa Tennis oder Golf zählen. Bild: Radio Bremen

Weiterhin macht der LSB auf die Folgen aufmerksam, die der ruhende Sportbetrieb nach sich ziehen könnte. Der Verband verweist hierfür auf ein Zitat des Sportwissenschaftlers Ingo Froböse: "Wir produzieren die Kranken der Zukunft und provozieren Entwicklungsdefizite bei Kindern", betonte der Professor der Deutschen Sporthochschule Köln vor kurzem im Gespräch mit dem Sportnetzwerk "ISPO". Der LSB hat aus diesem Grund einen Stufenplan entwickelt, mit dem der organisierte Sport in fünf Schritten wieder zum "normalen" Betrieb zurückkehren könnte. Und das, so empfiehlt der LSB, bereits ab 1. März, wenn der Frühling wieder beginnt.

1 Outdoor-Sport mit Abstand und ohne Zuschauer

Im ersten Schritt plädiert der LSB dafür, alle Sportangebote, die unter freiem Himmel ausgeübt werden können, wieder zuzulassen. Voraussetzung dafür sei die Einhaltung der Abstandsregeln. Publikum ist weiterhin nicht vorgesehen. Für den Indoor-Sport schlägt der LSB die Beibehaltung der geltenden Beschlüsse vor, die einzig den Individualsport gestatten.

2 Erste Lockerungen für Outdoor-Sport

Auf der nächsten Stufe sieht der LSB die "kurzzeitige" Aufhebung des Mindestabstands vor. Zudem sollen Zuschauer als Begleitpersonen zugelassen sein dürfen. Beide Lockerungen betreffen jedoch weiterhin nur Sport, der sich an der frischen Luft treiben lässt. Für den Indoor-Sport sind keine Änderungen der aktuellen Bestimmungen vorgesehen.

3 Indoor-Sport mit Abstand

Im dritten Schritt sollen nach dem Konzept des LSB alle Sportangebote, die im Indoor-Bereich stattfinden, wieder erlaubt sein. Allerdings nur unter Einhaltung der Abstandsregeln. Berücksichtig werden müsse hierfür unter anderem die Quadratmeter-Regel (jeder Sportler benötigt eine Freifläche von 20 Quadratmetern) und ein Lüftungs-Konzept. Duschen und Umkleiden bleiben hingegen wie bisher geschlossen.

4 Weitere Lockerungen im Indoor-Bereich

Auf der vierten Stufe soll auch bei Sportaktivitäten, die nur drinnen ausgeübt werden, die zeitweilige Unterschreitung der Abstandsregeln erlaubt sein – so wie schon im zweiten Schritt für den Outdoor-Sport. Die Öffnung von Duschen und Umkleiden ist weiterhin nicht geplant.

5 Keine Beschränkungen

Im letzten Schritt sieht der LSB die Aufhebung aller geltenden Regelungen sowohl drinnen als auch draußen vor. Abstandsvorgaben und Zuschauerbeschränkungen wären in dem Fall aufgehoben, die Duschen und Umkleiden wären wieder frei nutzbar.

Sport ist kein Pandemietreiber

Den Fünfstufen-Plan stellt der LSB am Dienstagnachmittag bei einer Sitzung der Sportdeputation vor. Der Verband hofft, dass im Zuge des Appells die Politik eine schrittweise Rückkehr zum normalen Sporttreiben gemeinsam mit dem Verband entwickelt. Der organisierte Sport sei nämlich kein "Problem der Pandemiebekämpfung", sondern "Teil der Lösung", schreibt der LSB. Zudem seien Sportvereine keine "Pandemietreiber". Vielmehr hätten die Vereine ihre Angebote bereitwillig nach draußen verlagert, um den geltenden Bestimmungen gerecht zu werden.

Die Bremer und Bremerhavener Sportvereine und -Verbände haben im vergangenen Jahr bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie verantwortungsbewusst handeln und mit ihren Hygiene- und Pandemiekonzepten in der Lage sind, trotz Corona-Pandemie gezielt Sportangebote zu unterbreiten.

Auszug aus einem Bericht des Landessportbund Bremen (LSB)

So treffen die Corona-Einschränkungen die Bremer Sportwelt

Video vom 24. November 2020
Ein Tennistrainer und seine Schülerin am Tennis spielen in der Halle.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 17. Februar 2021, 18:06