Kruse ist kein Flitzer-Fan

Im Spiel gegen Wolfsburg rannte plötzlich ein Werder-Fan aufs Spielfeld und wollte ein Selfie mit Max Kruse. Doch der fand die Aktion gar nicht witzig.

Kruse schiebt energisch einen Fan beiseite, der auf dem Spielfeld ein Selfie mit ihm machen will.
Alles für ein Selfie: Dieser Werder-Fan rennt während des Spiels gegen Wolfsburg auf den Rasen, um ein Foto von sich und Max Kruse zu schießen. Bild: Imago | Team 2

Werders Partie gegen Wolfsburg hatte am Sonntagabend im Weser-Stadion gerade erst begonnen, als es zu einer unfreiwilligen Unterbrechung kam. Ein Bremer Fan stürmte in der 11. Spielminute auf den Rasen, in der Hand sein Mobiltelefon. Sein Ziel: Ein Selfie mit Max Kruse.

Der Bremer Stürmer fand die Aktion des "Flitzers" allerdings gar nicht komisch. "Das passiert ab und zu", meinte Kruse nach dem 3:1-Sieg im Interview der ARD: "Aber wir sind in einer höchsten Konzentrationsphase, das Spiel lief gut für uns. So etwas kann auch mal dazu beitragen, dass sich der Spielverlauf ändert." Das wollte Kruse unbedingt verhindern, also schob er den unerwünschten Werder-Fan beherzt zur Seite. "Ich habe versucht, ihn freundlich vom Platz zu bitten." Hatte das Selfie denn geklappt?

Kruse versucht Selfie zu verhindern

Kruse genervt über einen Fan, der auf dem Spielfeld ein Selfie mit ihm machen will.
Hatte offenbar doch Erfolg mit seinem Selfie: Der Flitzer mit Max Kruse. Bild: Imago | DeFodi

"Das weiß ich nicht", sagte Kruse: "Ich habe versucht, das zu unterbinden." Sicherheitskräfte führten den "Flitzer" schließlich vom Platz. Werders Sportchef Frank Baumann war über den Vorfall ebenfalls nicht amüsiert. "Das ist ärgerlich. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann das schon mal im Weser-Stadion passiert ist." Auf dem Fußballplatz hätten solche Aktionen für Baumann nichts zu suchen.

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Zuletzt hatte es bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Pyeongchang ein koreanischer Flitzer geschafft, in den Innenraum des Stadions einzudringen. In der Fußball-Bundesliga sind solche Zwischenfälle dagegen eher selten, auch wegen der Anzahl der Sicherheitskräfte in den Arenen. Allerdings rutscht ab und zu einer durch, wie am Sonntag in Bremen.

Nicht alle Ordner sollten eingreifen

Ein Werder-Flitzer wird von Bremer Sicherheitskräften vom Rasen geführt.
Bild: Imago | Nordphoto

Bei Bremen Vier meldete sich am Montagmorgen ein Hörer aus Delmenhorst, der behauptete, im Weser-Stadion gäbe es eine Art "schnellen Einsatztrupp", der für Fans zuständig sei, die auf den Rasen rennen. Alle anderen Ordner, die die Tribünen beobachten, hätten die Anweisung, nicht einzugreifen und auf ihren Posten zu bleiben. Selbst, wenn sie einen Fan beobachten würden, der das Spielfeld stürmt. Der Hörer gehört nach eigenen Angaben selbst zum Sicherheitspersonal im Weser-Stadion.

In anderen Ländern werden Veranstaltungen öfter gestört. Der wohl berühmteste "Flitzer" der Welt ist der katalanische Aktionskünstler Jimmy Jump, der in den letzten Jahren unter anderem bei der Fußball-EM 2004, beim Formel-1-Rennen in Barcelona im gleichen Jahr, beim Rugby-WM-Finale 2007, bei einem Fußball-EM-Halbfinale 2008, beim French-Open-Finale 2009, beim WM-Finale 2010 und beim Eurovision Song Contest 2010 störte. Jimmy Jump ist ein Albtraum für Sicherheitskräfte, aber keine echte Gefahr. Er nimmt auf seiner Webseite Wetten entgegen, bei welcher Großveranstaltung ihm eine Störaktion gelingen werde.

Weitere Informationen

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 12. Februar 2018, 8:40 Uhr