Kommentar

"Panaggio muss seine Suppe nun selbst auslöffeln"

Der Sportdirektor und Gesellschafter der Eisbären muss es nun selbst richten. Der gefeuerte Trainer Arne Woltmann war eh nur noch ein Spielball der Verantwortlichen, sagt unser Redakteur Stephan Schiffner.

Stephan Schiffner im Studio vom Sport-Blitz.

Alle Jahre wieder. Nach diesem Motto fliegen beim Basketball-Bundesligisten in Bremerhaven die Trainer. Vor knapp zwölf Monaten erwischte es Sebastian Machowski – einen Tag nach der gemeinsamen Weihnachtsfeier. Arne Woltmann, zuvor Geschäftsführer, hatte seinerzeit übernommen. Jetzt muss auch er gehen.

Natürlich haben die Eisbären zuletzt viermal verloren, zum Teil grauenhaft gespielt und stehen wie gehabt schlecht da. Natürlich hat Woltmann seinen Anteil an der Misere. Abstiegskampf statt Aufbruch. Aber er ist seit Saisonbeginn nur noch der Spielball der Verantwortlichen gewesen. Da ist zum einen Geschäftsführer Wolfgang Grube. Der hat ihn mehrfach öffentlich unter Druck – und heute vor die Tür gesetzt.

Panaggio hat den Kader zu verantworten

Und da ist der US-Amerikaner Dan Panaggio. Der ist seit Sommer Sportdirektor und Gesellschafter bei den Eisbären und nun auch Woltmanns Nachfolger. Panaggio hat mit seiner US-Firma fast alle Transfers zu verantworten. Wie so oft haben die Eisbären den kompletten Kader ausgetauscht – oder austauschen müssen, weil die besten Spieler den Klub regelmäßig verlassen. Aber Panaggio ist der Mann, der die neuen Spieler angeschleppt hat. Nach dem Motto: "Sieh zu, dass Du was daraus machst." Woltmann hatte kaum Einfluss auf die Kaderplanung, bekam Spieler, die zum Teil nicht fit waren, schwere Krankheiten hinter sich hatten oder taktisch schlecht geschult sind.

Jetzt muss oder will Panaggio, ein erfahrener Trainer, die Suppe selbst auslöffeln. Immerhin: Er hat einen sicheren Job. Als Gesellschafter und Sportdirektor kann er eigentlich nur sich selbst entlassen, wenn es schieflaufen sollte.

Mehr zu diesem Thema:

  • Stephan Schiffner

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. Dezember 2018, 18:06 Uhr