Das sind Kohfeldts Saisonziele mit Werder

Bremens Coach möchte, dass seine Mannschaft wieder "hungrig und mutig" auftritt. Von Tabellenprognosen sieht Florian Kohfeldt hingegen ab.

Florian Kohfeldt jongliert im Training mit einem Ball.
Verlangt von seinem Team, dass es in der neuen Saison einen anderen Fußball als im Vorjahr zeigt: Werder-Coach Florian Kohfeldt (Mitte). Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

In den vergangenen beiden Jahren war bei Werder die Zielsetzung vor der Saison jeweils klar: Ins internationale Geschäft sollte die Reise führen. Dass aus der ambitionierten Vorgabe sowohl in der Spielzeit 2018/19 als auch im Vorjahr nichts wurde, ist bekannt. Im Gegenteil: Mischten die Bremer vor zwei Jahren zumindest noch bis zum letzten Spieltag um die internationalen Ränge mit, hielten sie in der vergangenen Saison nur mit Ach und Krach über den Umweg Relegation die Klasse. Dass der Verein seine hochgestochenen Ziele nicht nur intern, sondern auch öffentlich derart klar formulierte, hatte einen guten Grund, wie Werder-Coach Florian Kohfeldt am Mittwochmorgen im Gespräch mit "Bremen Eins" erzählte.

Wir hatten das Gefühl, dass wir uns nicht kleiner machen durften als wir sind. Wir wollten der Mannschaft das Signal geben, dass wir ein positives Ziel haben und etwas erreichen wollen. Das ist letztes Jahr grandios nach hinten losgegangen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei "Bremen Eins"

Von einer Zielvorgabe für die kommende Saison, die erste nach dem Fast-Abstieg, war aus den Reihen der Grün-Weißen bislang noch nichts zu hören. Auch Kohfeldt möchte sich nicht zu möglichen Platzierungen oder Tabellenbereichen äußern, sondern legt vielmehr Wert darauf, dass seine Mannschaft "ihren Fußball wiederfindet". Denn dass seine Schützlinge nicht den attraktiven Fußball zeigten, für den sie stehen sollten, und nicht mehr so nach vorne spielten, wie sie es es eigentlich wollten, hat den 37-Jährigen in der vergangenen Spielzeit am meisten enttäuscht. "Unser Hauptziel für die neue Saison ist, dass man wieder ins Weser-Stadion geht und das Gefühl hat, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die hungrig und mutig ist", sagte Kohfeldt. Ein Selbstläufer ist das allerdings nicht, auch weil das Team weiterhin die richtige Balance im Umgang mit den Erlebnissen des Vorjahres finden muss.

Auf der einen Seite müssen wir sehr fordernd sein, dürfen nichts schönreden und nichts beschönigen. Auf der anderen Seite ist es nur menschlich, dass nach so einer Saison wie der letzten Souveränität und Vertrauen erst wieder aufgebaut werden muss. In dieser Mischung bewegen wir uns aktuell.

Werder-Coach Florian Kohfeldt bei "Bremen Eins"

Angesprochen auf die Saison-Prognose einiger Sportjournalisten, laut der Werder am Ende der Saison auf Rang Elf landet, musste Kohfeldt ein wenig schmunzeln. "Wahrscheinlich liegt das sogar etwas über den finanziellen Möglichkeiten, die wir im Ligavergleich haben." Die dürfe man nämlich nicht außer Acht lassen, so der Werder-Coach, dem es vor allem darum geht, dass "man am Ende der Saison sagen kann, dass die Mannschaft erfolgreich gepunktet und wieder einen Fußball gespielt hat, mit dem wir uns identifizieren können".

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Video vom 14. September 2020
Zahlreiche Zuschauer auf dem Weg ins Weserstadion.
Bild: RadiO Bremen

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 16. September 2020, 8:30 Uhr