Kämna beeindruckt bei der Tour de France

Jetzt dürfte die Radsportwelt seinen Namen endgültig auf dem Zettel haben. Der in Bremen lebende Kämna fuhr in den Pyrenäen mit der Weltspitze die Berge hoch, kam Sonntag als Sechster ins Ziel.

Lennard Kämna nach der 15. Etappe der Tour de France
Bild: ARD Sportschau

Die beiden schweren Pyrenäen-Etappen bei der Tour de France an diesem Wochenende entpuppten sich als seine Bühne. Am Sonntag fuhr der 22-jährige Lennard Kämna mit den weltbesten Fahrern die drei Berg-Pässe hoch, teilweise mit Steigungen von 18 Prozent, und bewies dabei seine Klasse. Der letzte Anstieg führte über elf Kilometer nach Foix.

Kämna, in Fischerhude bei Bremen aufgewachsen, hatte sich schon früh in einer Ausreißer-Gruppe vom Hauptfeld abgesetzt und während nach und nach internationale Top-Fahrer bei der anstrengenden Kletterei abreißen lassen mussten, blieb Kämna dran. Nach 185 Kilometern kam er nur 1:03 Minute hinter Etappensieger Simon Yates ins Ziel – und konnte es selbst kaum glauben.

Es war mir erlaubt vorne mitzufahren. Ich hatte die Freikarte vom Team bekommen. Am Ende lief es richtig gut, und ich war selbst überrascht darüber.

Lennard Kämna im ARD-Sportschau-Interview

Während andere mit dem schlechten Wetter, Regen und Nebel, zu kämpfen hatten, beflügelte das Bremer Schietwetter den Youngster in Südeuropa. "Für mich ist das perfekt als Norddeutscher. Ich mag so ein Wetter. Bei 35 Grad hätte ich wahrscheinlich nicht Sechster werden können. Wundervoller Regen! Ich bin happy darüber", grinste Kämna im ARD-Interview.

Kämna hängt Vorjahressieger ab

Auch die Kommentatoren und Experten der ARD-Sportschau staunten über den Tour-Debütanten. "Super!" "Unglaublich!" "Wahnsinns-Etappe!" waren nur einige Aussagen von Kommentator Florian Naß und Experte und Ex-Radprofi Fabian Wegmann. "Von dem wird man noch viel hören", waren sich die beiden sicher. Denn an den extrem steilen Bergen fuhr der 22-Jährige mit den besten Fahrern des Gesamtklassements mit und hängte dabei unter anderem Vorjahressieger Geraint Thomas ab. Der Brite blieb hinter ihm, genauso wie der Träger des gelben Trikots des Gesamtführenden, Julian Alaphilippe, der völlig k.o. 46 Sekunden nach Kämna ins Ziel kam.

Ich bin super zufrieden, wie es am Ende gelaufen ist. Gut, dass ich ein paar Kilometer mit Buchmann mitgefahren bin und noch Sechster geworden bin, was mich super glücklich macht.

Lennard Kämna im ARD-Sportschau-Interview

Kämna rangiert in der Gesamtwertrung auf Platz 54 von 164 Fahrern und ist damit zweitbester Deutscher hinter Emanuel Buchmann auf Platz 6. Nach drei Tagen in den Pyrenäen haben die Fahrer der Tour de France am Montag nun einen Ruhetag, bevor es in die dritte und finale Woche des bedeutendsten Radrennens der Welt geht.

  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 21. Juli 2019, 19.30 Uhr