Bremer Hockey-Club geschockt über Saisonabbruch – und will sich wehren

Obwohl der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga gestartet war, kam nun der Abbruch. BHC-Trainer Martin Schultze ist frustriert über das "skurrile Verhalten des Verbandes".

Video vom 5. Mai 2021
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Bild: Imago | Tischler
Bild: Imago | Tischler

Der Schock vom Donnerstagabend sitzt immer noch tief bei Martin Schultze und seinen Spielerinnen, der Frust auch. Tags darauf, am Freitagnachmittag wollte der Trainer des Bremer Hockey-Clubs mit seiner Mannschaft eigentlich zum Doppelspieltag in Krefeld und Bonn aufbrechen – stattdessen wurden sie eiskalt ausgebremst. Der Verband brach die Saison in der 2. Bundesliga der Frauen und Männer ab.

Bei den Bremern herrscht tiefes Unverständnis für die Entscheidung. Denn auch die Begründung, dass nicht überall die Trainingsbedingungen gleich gewesen seien, hält Schultze für wenig überzeugend bei stetig sinkenden Fallzahlen. "Man hätte aus meiner Sicht die Saison nicht abbrechen müssen", betonte der BHC-Trainer im Gespräch mit dem Sportblitz.

Vor fünf Wochen, als wir die Abstimmung gemacht haben, ob wir die Liga fortsetzen wollen, hätte man entscheiden können, sie abzubrechen. Aber das im laufenden Wettbewerb zu machen, dafür haben wir kein Verständnis.

BHC-Trainer Martin Schultze im Sportblitz

Vier Monate schuften und 8.000 Euro vergebens investiert

Vier Monate lang hatte sich seine Mannschaft intensiv auf den Neustart des Spielbetriebes vorbereitet, dabei Wind und Wetter eisern getrotzt. Zudem hatte der Klub viel Geld, geschätzte 8.000 Euro, in ein eigenes Testungssystem investiert und vor jeder einzelnen Trainingseinheit jede Spielerin getestet. Man hatte etliche Testspiele absolviert, ein mehrtägiges Trainingslager bezogen und dann war es mit der Partie gegen Braunschweig losgegangen – ein 5:0-Sieg, besser ging es kaum.

Vier Tage später bleibt dem Bremer HC nur noch Frust und die erneute Zwangspause. Und dabei spielte man genaugenommen immer noch die Saison von 2019. Mit dem Beginn der Pandemie unterbrach man die Saison nach der Hinrunde Anfang 2020, setzte die Rückrunde im vergangenen September fort. Doch nun, da die Playoffs kaum gestartet sind, ist es auch schon vorbei.

Rechtliche Schritte werden geprüft

"Es ist absolut skurril und amateurhaftes Verhalten des Deutschen Hockey-Bundes", moniert Schultze, "es gab Vereine, die weiter gebohrt haben." Und offensichtlich mit Erfolg. Zumindest musste niemend mehr den Abstieg fürchten, denn der Verband wertete die Saison nur mit einem Auf- aber keinem Absteiger. Schultze nennt das eine "Weichspülerentscheidung".

Der BHC kämpft um den Aufstieg in die Bundesliga, hatte sich auch jetzt noch leichte Hoffnung gemacht. Doch tiefer sitzt der Ärger über den großen Aufwand, der nun vergebens war. Daher berät man im Verein noch über rechtliche Schritte.

Wir haben vor, gegen den Abbruch der Saison vorzugehen. Das müssen wir noch prüfen, ob wir eine Chance haben und gegen die Entscheidung Einspruch einlegen können.

BHC-Trainer Martin Schultze im Sportblitz

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Autoren

  • Ariane Wirth Redakteurin und Autorin
  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 5. Mai 2021, 18:06 Uhr