Coach Nijdam verfolgt mit Werders Handballerinnen einen klaren Plan

Robert Nijdam trainiert die Bremerinnen seit Dezember 2019. An der Weser will der Ex-Profi Erfolge feiern – und hat deswegen ein Konzept für Werder entwickelt.

Video vom 16. Februar 2021
Robert Nijdam erklärt während einer Spielpause etwas an der Taktiktafel.
Bild: Imago | Beautiful Sports
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Die Handballerinnen von Werder haben aktuell in der 2. Liga einen echten Lauf. Vier der fünf letzten Spiele konnten die Bremerinnen für sich entscheiden und somit in der Tabelle auf den neunten von 14 Plätzen klettern. Dabei sah es vor einigen Wochen noch schlecht aus. Erst am 8. Spieltag konnten die Bremerinnen beim 23:21 gegen den HC Rödertal ihren ersten Sieg feiern. "Jetzt sind wir mental stärker und konstanter. Nun drehen wir die Spiele auf unsere Seite", freut sich Coach Robert Nijdam.

Robert Nijdam gibt von außen Kommandos.
Der Niederländer Robert Nijdam gibt bei den Handballerinnen von Werder den Kurs vor. Bild: Imago | Beautiful Sports

Der Niederländer war selbst ein erfolgreicher Handballer. In seiner Heimat gewann er zweimal die Meisterschaft und einmal den Pokal. Für die Nationalmannschaft spielte der Rechtsaußen zudem 152-mal und wurde 2005 zum "Handballer des Jahres" gewählt. Auch als Trainer verfolgt er große Ambitionen. Die 2. Liga, daraus macht der 49-Jährige keinen Hehl, ist nicht unbedingt sein Anspruch. Doch ihm geht es um die Perspektive.

Es ist nicht mein Traum, für immer in der 2. Liga Trainer zu sein. Aber wenn es einen richtigen Plan gibt, mit jungen Spielern etwas entwickelt werden soll und der Verein ein professionelleres Umfeld schaffen will, dann ist das eine sehr schöne Aufgabe.

Werder-Handballtrainer Robert Nijdam im Interview in einer Küche. Er sitzt vor einem Laptop.
Robert Nijdam im Gespräch mit dem Sportblitz

Werder will mittelfristig um den Aufstieg mitspielen

Erfahrung in der Bundesliga durfte Nijdam dabei schon schnuppern. Von Sommer 2018 bis zum November 2019 trainierte er die Handballerinnen von Bayer Leverkusen. Am 15. Dezember 2019 übernahm er dann in Bremen die Nachfolge von Dominic Buttig. An der Weser will Nijdam etwas entwickeln. Und das Stück für Stück. "Wir wollen oben mitspielen. Das sind die Ziele, an denen wir arbeiten", sagt er. "Und wenn mal die Möglichkeit da ist, dann würden wir gern mal versuchen, um den Aufstieg mitzuspielen. Aber das muss nicht nächstes Jahr sein. Da muss man auch realistisch sein."

Robetr Nijdam zeigt auf dem Laptop das "Konzept 2024" zur Entwicklung der Handball-Sparte bei Werder.
Robert Nijdam hat ein Konzept erstellt, um den Handballsport bei Werder in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln. Bild: Radio Bremen

Damit es weiter nach oben geht, hat Nijdam ein Konzept für die Handballerinnen von Werder entwickelt. Mit Plänen kennt er sich schließlich aus. Vier Jahre, zwischen 2014 und 2018, hat er in der Talenteentwicklung für den Niederländischen Handballverband gerarbeitet. In Bremen will er ebenfalls junge Spielerinnen fördern. Sein Konzept sieht daher auch vor, Talente über die eigene Jugend und die 2. Mannschaft zu entwickeln.

Eine einheitliche Spielidee und mehr Professionalität

Wichtig ist Nijdam zudem, dass einer klaren Idee von Handball gefolgt wird. Egal ob in der Jugend oder in der 1. Damen – die Philosophie auf dem Platz sollte dieselbe sein. Die Zusammenarbeit im Klub soll dafür viel enger werden. Und Leistungsträgerinnen sollen natürlich langfristig bei Werder bleiben. Zudem soll es professioneller bei Werder zugehen. Bei der medizinischen Versorgung freut Nijdam sich daher über die Zusammenarbeit mit der Paracelsus Klinik.

Auch in der Spielanalyse setzt der Coach auf neue Wege. Eine umgewandelte Variante eines Analyse-Tools im Fußball nutzt er, um seinen Spielerinnen aufzuzeigen, wo bei ihnen noch offene Potenziale schlummern und wie Spielzüge optimiert werden können. Auf dem Weg nach oben soll eben nichts dem Zufall überlassen werden. Und der gute Lauf noch lange anhalten.

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Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorinnen und Autoren

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor
  • Janna Betten Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. Februar 2021, 18:06 Uhr