Werders Handball-Geheimwaffe funktioniert

Isabelle Dölle gilt als eines der größten Handball-Talente des Landes. Werder Bremens Zweitligisten bringt die 18-Jährige gerade eindrucksvoll in die Spur.

Isabelle Dölle im Interview mit buten un binnen.

Sie trägt das Trikot mit der Nummer 17. So alt war Isabelle Dölle, als sie in der 2. Handball-Bundesliga debütierte. Damals wohnte sie noch bei ihren Eltern in Hannover, büffelte nebenher fürs Abitur und spielte für die HSG Hannover-Badenstedt. Als eines der Toptalente in Deutschland galt die inzwischen 18-jährige Junioren-Nationalspielerin schon früh.

Ich glaube, der Traum von jedem ist es, mal in der ersten Bundesliga zu spielen und in der A-Nationalmannschaft. Ob das klappt, weiß man natürlich nicht. Aber das ist mein Traum.

Handball-Talent Isabelle Dölle

Immer wieder waren Handball-Vereine an Isabelle Dölle dran, im Sommer gelang es schließlich Werder Bremen, sie abzuwerben. Sehr schwer fiel Dölle der Wechsel nicht, sie folgte einfach ihrem Trainer und Mentor aus Hannover, Florian Marotzke, an die Weser. "Isabelle hat sich in den vergangenen Jahren toll entwickelt", lobt Marotzke, "es gibt genügend junge Spielerinnen, die Tore werfen können. Aber Isabelle hat auch eine hohe Spielfähigkeit." Dölles großes Plus ist ihr guter Überblick, das Auge für die Mitspielerinnen und ihre eigene Torgefährlichkeit.

Misstöne vom Ex-Klub Hannover

Dass Isabelle Dölle etwas Besonderes ist, wusste man auch in Hannover. Umso verschnupfter reagierte der Verein auf die Begleitumstände des Wechsels. Dölle hatte noch einen laufenden Vertrag, der schließlich in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde. Die Pressemitteilung der HSG war allerdings mit dem Satz "Loyalität und Ehrlichkeit werden überbewertet" überschrieben.

Handball-Talent Isabelle Dölle feuert ihre Mitspielerinnen an.
Mit 16 Jahren debütierte Isabelle Dölle (links) in der 3. Liga, mit 17 Jahren in der 2. Liga. Für Aufsteiger Hannover-Badenstedt erzielte sie in der vergangenen Saison 121 Treffer.

Dölle überhört die Misstöne. Denn der Wechsel vom Aufsteiger aus Hannover nach Bremen ist für ihre Entwicklung der nächste logische Schritt, und auch die Nähe zu Marotzke bleibt. Und der hat die Werder-Mannschaft, die zwei Jahre gegen den Abstieg kämpfte, in dieser Saison auf Kurs gebracht. Rang vier nach zehn Spieltagen kann sich sehen lassen.

Dölle sorgt für Stabilität und Variabilität

Dölle bringt mehr Stabilität ins Team, und mit ihrer individuellen Qualität macht sie das Spiel der Bremerinnen noch variabler – als Torjägerin und Passmaschine. Meist ist Dölle der Schlüssel zum Werder-Sieg, wie zuletzt beim 31:27-Heimerfolg gegen den Tabellenvorletzten Gröbenzell. Mit großen Schritten ist Isabelle Dölle auf dem Weg zu ihrem großen Traum, doch es liegt noch viel Arbeit vor ihr.

Der Anfang der Karriere ist gemacht, aber da kommen noch viele Trainingsstunden. Da werden wir noch einige Stunden in der Halle verbringen müssen, damit sie auf internationales Niveau kommt.

Werder-Trainer Florian Marotzke
  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. November 2017, 18:06 Uhr