Am Samstag ist Habenhausen das gallische Dorf des Handballs

Oberligist gegen Bundesligist – im Handball liegen Welten dazwischen. Trotzdem will sich der ATSV Habenhausen in der ersten Pokalrunde nicht kampflos ergeben.

Die Handballer des ATSV Habenhausen liegen sich jubelnd und ausgelassen auf dem Spielfeld in den Armen.
Grenzenloser Jubel: Im Juni gewannen die Handballer des ATSV Habenhausen in Hamburg den Amateur-Pokal und qualifizierten sich so für die erste DHB-Pokalrunde. Bild: Imago | Wolf-Sportfoto

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, so lautet die altbekannte Fußball-Weisheit. Dort passiert es immer mal wieder, dass kleine Klubs den scheinbar übermächtigen Gegnern ein Bein stellen. Doch im Handball gelten leider andere Gesetze. Das weiß auch Matthias Ruckh, der Trainer des ATSV Habenhausen. Seine Oberliga-Mannschaft hat das große Los gezogen, am Samstag darf sie im DHB-Pokal gegen Hannover-Burgdorf ran. "Es ist ein großes Highlight für uns", freut sich Ruckh, fügt aber hinzu: "Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals ein Viertligist geschafft hat, einen Erstligisten rauszuwerfen."

So weit, so ernüchternd – doch der ATSV Habenhausen fühlt sich in diesen Tagen ein bisschen wie das gallische Dorf in den Asterix-Comics und will ganz trotzig die Chance nutzen, die es eigentlich gar nicht hat. "Träumen ist immer erlaubt", meint Ruckh und spürt bei seiner Mannschaft eine ganz besondere Vorfreude.

Die Aufregung ist riesig. Die Jungs haben seit Anfang der Woche so ein Knistern in der Halle erzeugt – wir haben alle riesig Lust auf dieses Event.

ATSV-Trainer Matthias Ruckh bei Radio Bremen

Das dürfen sie auch, denn den Platz in einer der 16 Vierergruppen, die an diesem Wochenende erstmals die erste und zweite Runde im DHB-Pokal hintereinander austragen, haben sich die Habenhauser hart erkämpft. Zwölf Gegner bezwang der Oberligist im Amateur-Pokal-Wettbewerb und gewann am Ende überraschend die Trophäe – zur Belohnung wartet nun Hannover-Burgdorf und das vor großer Kulisse in der Bremer Stadthalle.

"Wir mussten doppelten Aufwand betreiben"

Dieses Event als vergleichsweise kleiner Amateurverein zu organisieren war jedoch eine Herkulesaufgabe. "Da steht ein riesiger Aufwand für uns dahinter", erklärt Ruckh: "Wir mussten praktisch den doppelten Aufwand betreiben, damit jeder der vier Teilnehmer gleichwertig im Fokus steht. Die Kosten liegen allein bei uns und der Gewinn wird durch alle vier Vereine geteilt." Den Anfang macht am Samstag um 16 Uhr die Partie zwischen Zweitligist Tusem Essen und Drittligist VfL Potsdam, um 19 Uhr folgt das Pokalduell der Bremer.

Die Sieger der beiden Partien tragen am Sonntag um 15 Uhr die zweite Runde aus, der Sieger zieht ins Achtelfinale ein. Die Spieler des ATSV werden am Sonntag auf jeden Fall in der Halle sein, vermutlich aber nur als Zuschauer. Ab dem 6. September wird es für die Habenhauser dann wirklich ernst mit ihrem Saisonstart, so richtig gut läuft ihnen das Timing mit dem Pokal-Spiel eigentlich nicht in die Planung rein. "Es stört ein bisschen in der Vorbereitung", meint Ruckh und schränkt sofort ein: "Aber es ist eine super-schöne Störung."

Habenhausen vor dem großen Pokalspiel gegen Hannover

Trainer Matthias Ruckh motiviert die Habenhauser-Jungs in der Umkleide.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. August 2019, 18:06 Uhr