Bremer Handballer trennt nur noch ein Sieg vom großen Pokal-Traum

Der ATSV Habenhausen steht kurz vor dem Einzug in den DHB-Pokal. Vor dem Duell mit den Füchsen Berlin II schweben jedoch einige Fragezeichen über den Bremer Handballern.

Handballer der ATSV Habenhausen rennen jubeln aufs Feld.
Groß war der Jubel, als die Habenhausener Handballer vor zwei Jahren den Einzug in den DHB-Pokal schafften. Bild: Imago | wolf-sportfoto

Für gewöhnlich hat ein Rückstand eher hängende Schultern und gesenkte Köpfe zur Folge. Große Jubelstürme bleiben jedenfalls aus. Nicht so beim ATSV Habenhausen: Die Handballer feierten den 5:7-Rückstand, dem sie vor zwei Jahren im DHB-Pokal-Erstrundenspiel gegen den Erstligisten Hannover Burgdorf hinterherliefen, wie einen Sieg. Denn obwohl der Bremer Außenseiter damals im Hintertreffen lag, nahm ihr mit Nationalspielern gespickter Gegner eine Auszeit. Ein Ritterschlag für die Habenhausener und ihren Trainer Matthias Ruckh, der sich noch gut an die Szene erinnert. "Die Stimmung damals war der Wahnsinn", erzählt Ruckh im Gespräch mit buten un binnen.

Gut möglich, dass der Drittligist bald die Chance auf weitere unvergessliche Pokal-Momente erhält: Nur noch ein Sieg trennt den ATSV von der Qualifkation für den Wettbewerb, in dem die Kleinen auf die Großen treffen. Doch im entscheidenden Spiel des Ligapokals der Nord-Gruppe treffen die Habenhausener zu Hause auf die Füchse Berlin II (Sonntag, 16 Uhr). Ein Gegner, der schwer einzuschätzen ist, da die Berliner theoretisch sogar auf erstligaerfahrene Akteure zurückgreifen könnten. "Das ist eine bunt zusammengewürfelte Truppe und daher für uns schwer zu greifen", so Ruckh.

Der ATSV hat Verletzungssorgen

ATSV-Trainer Matthias Ruckh gibt ein Interview.
Will mit seinem Team wieder in den DHB-Pokal einziehen: ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Bild: Radio Bremen

Allerdings plagen den ATSV-Coach vor allem andere Sorgen: Einige Leistungsträger des Teams sind angeschlagen oder fallen verletzungsbedingt komplett aus. "Hinter mehreren Spielern stehen große Fragezeichen", so Ruckh. Trotzdem ist er optimistisch: "Ich würde schon sagen, dass das Pendel eher in unsere Richtung ausschlägt." Obwohl im Land Bremen inzwischen wieder Publikum zugelassen ist, verzichtet der ATSV auf Unterstützung von den Rängen. Überlegungen habe es zwar gegeben, die bis zu 100 erlaubten Zuschauer-Plätze mit den Familien der Spieler zu besetzen. "Doch der Aufwand ist einfach zu immens", sagt Ruckh.

Knapp 2.000 Zuschauer kamen in die ÖVB-Arena

Sollte der Pokal-Einzug gelingen, muss der Klub ohnehin bald in anderen Dimensionen planen. So pilgerten zum letzten Erstrunden-Spiel gegen Burgdorf knapp 2.000 Zuschauer in die ÖVB-Arena. Ein großes Ereignis also für den Bremer Handball, den der ATSV auf lange Sicht in der 2. Liga vertreten will. "Mit Blick auf unsere Zukunftsvision und unsere Wahrnehmung sind solch attraktive Spiele sehr wichtig", betont Ruckh.

Obwohl der Bremer Underdog damals deutlich mit 25:42 verlor, war es für den ATSV ein rundum besonderes Erlebnis, das nicht nur in den Köpfen weiterlebt: In den Kabinengängen hängen einlaminierte Fotos der Partie, um die Spieler an den besonderen Tag zu erinnern – und natürlich an die Auszeit, die der Favorit gegen die kleinen Bremer nehmen musste.

Handballer des ATSV Habenhausen wollen im DHB-Pokal mitmischen

Video vom 12. April 2021
Der Trainer der ATSV Habenhausen Matthias Ruckh sieht sich auf seinem Laptop die Videoanalyse der Drittligasaison seiner Habenhauser-Handballerer an.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. April 2021, 18:06 Uhr