Werder-Überraschung Christian Groß – er spielt und spielt und spielt

Seit fünf Spielen ist der 30-jährige die Konstante in der Werder-Abwehr. In der Kabine sitzt er neben Claudio Pizarro, und einen besonderen Tick hat er auch.

Christian Groß läuft mit dem Ball am Fuß.
Auch gegen Hertha BSC hat Christian Groß bei Werder wieder durchgespielt. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mit 18 Jahren hat Christian Groß seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Beim Hamburger SV durfte er 2009 mit den Profis trainieren. Zu einem Debüt in der Bundesliga hat es damals aber nicht gereicht. Sein Traum sollte sich erst zehn Jahre später bei Werder Bremen erfüllen. Im Interview mit dem NDR-Sportclub hat er beide Situationen verglichen. "Klar geht man im Alter mit gewissen Dingen ganz anders um. Man hat einen ganz anderen Erfahrungsschatz, zwar nicht aus der ersten Liga, aber viele Jahre aus der dritten Liga. Und diese Erfahrung versucht man einzubringen. Man macht sich gar nicht so viele Gedanken. In Hamburg war das anders, jetzt fällt es mir leichter."

Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Es ist ein sehr harmonisches Umfeld.

Christian Groß, Werder Bremen

Am 11. August beim 3:2-Sieg gegen Augsburg hat Groß sein Bundesliga-Debüt für die Bremer gegeben. Seitdem ist er fester Bestandteil des Kaders. Fünf Spiele in Folge stand er in der Startelf und hat jeweils die kompletten 90 Minuten durchgespielt. "Ich genieße jedes Spiel und nehme die Dinge so an wie sie sind. Dass ich mich jeden Tag in der Profikabine neben Pizarro umziehen darf, ist etwas ganz besonderes für mich – auch mit 30 noch. Diese Kleinigkeiten habe ich aufgesogen."

Auch Trainer Florian Kohfeldt ist von Christian Groß überzeugt. Mehrfach hat er schon seinen Abwehrstrategen gelobt. Sein bescheidenes Auftreten kommt gut an in der Mannschaft. So hat ihn auch sein ehemaliger Mitspieler Halil Savran kennen gelernt. "Er ist ein sehr bodenständiger und ruhiger Mensch, nicht so extrovertiert. Er ist einer auf den man sich hundert Prozent verlassen kann", beschreibt Savran seinen besten Freund.

Der Tick von Christian Groß

Zwei Jahre haben Savran und Groß beim VfL Osnabrück zusammengespielt. Seitdem fahren sie jedes Jahr gemeinsam ein paar Tage in den Urlaub. Ganz so einfach ist der Reisegefährte aber nicht. "Christian hat so einen Tick. Seine privaten Sachen müssen immer akkurat gefaltet sein. Da darf ihm keiner ihn die Quere kommen", schmunzelt Savran.

Ganz so akkurat lief es bei Werder zuletzt nicht. Nach drei Unentschieden in der Liga treten die Bremer auf der Stelle. Vor allem das 1:1 gegen Hertha hat Christian Groß nicht gefallen. "Es war fußballerisch definitiv ein Fortschritt, aber es fehlen einfach die Punkte. Die Unentschieden in Dortmund oder Frankfurt waren okay, aber so wie das Heimspiel gegen Hertha gelaufen ist, musst du diese Partie einfach gewinnen."

Autor

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: NDR Sportclub, 20. Oktober 2019, 22.50 Uhr