Das VAR zu wenig: Werder kassiert 1:3-Packung in Gladbach

Ein Pavlenka-Patzer, ein aberkanntes Tor und ein verschossener Elfmeter – die Bremer hatten Chancen gegen den Tabellenführer. Aber am Ende blieb es eine klare Pleite.

Milot Rashica und andere Werder-Spieler stehen nach der Niederlage gegen Gladbach ernüchtert auf dem Rasen.
Tiefe Enttäuschung: Werder Bremen hatte Chancen gegen Gladbach, doch am Ende wurde es die erste Niederlage nach fünf Remis. Bild: Imago | Jan Huebner

Nach fünf Unentschieden in Folge hatte Werder Bremen eigentlich auf den ersten Sieg nach sechs Spielen gehofft – doch die Mannschaft von Florian Kohfeldt kam trotz Kampfgeist und vielen Chancen bei Tabellenführer Borussia Mönchengladbach unter die Räder. Die "Fohlen" bauten ihre Spitzenposition in der Liga durch das 3:1 (2:0) gegen Werder mit 25 Punkten vor RB Leipzig und Bayern München (beide 21) sogar noch aus.

Die Bremer hingegen fielen nach sieben sieglosen Spielen in Folge auf Rang 14 zurück. Vor 54.022 Zuschauern am Sonntag im Borussia-Park erzielten Ramy Bensebaini (20.), der in der 87. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah, und Patrick Herrmann (22./59.) die Tore für die Borussia. Der Treffer von Leonardo Bittencourt (90.+3) war ohne Bedeutung.

Toprak muss kurzfristig passen

Florian Kohfeldt verschränkt vor der Ersatzbank angespannt die Hände hinter dem Kopf.
Anspannung pur bei Florian Kohfeldt: Der Werder-Coach musste drei vermeidbare Tore mitansehen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Gladbachs Trainer Marco Rose hatte nach dem intensiven Programm zuletzt wie angekündigt kräftig durchgewechselt und immerhin vier neue Spieler in die Startelf berufen. Erstmals von Beginn an dabei war auch wieder Alassane Pléa nach überstandener Knieverletzung. Bei den Gästen musste Ömer Toprak kurz vor dem Anpfiff passen, für ihn kam der genesene Sebastian Langkamp zu seinem zweiten Saisoneinsatz.

Auch Gladbachs Siegtorschütze gegen Rom, Marcus Thuram, musste trotz starker Belastung wieder ran und hatte bereits nach 36 Sekunden aus abseitsverdächtiger Position die erste große Chance. Wie gewohnt setzten die Gastgeber den Gegner früh unter Druck, mussten aber beim schnellen Umschaltspiel der Bremer immer wieder aufpassen. Werder-Torjäger Milot Rashica (3.) vergab die erste Möglichkeit und scheiterte an Borussen-Keeper Sommer.

Klaassen verschießt Elfmeter

Yuya Osako, Maximilian Eggestein und Milot Rashica rangeln nach einer umstrittenen Situation mit Gladbacher Spielern.
Frust bei Werder: Der Treffer von Yuya Osako (Mitte) in der 28. Minute wurde nicht anerkannt. Bild: Imago | Nordphoto

In einem abwechslungsreichen Spiel zweier starker Offensivteams kamen die Gladbacher binnen gut zwei Minuten zur schnellen 2:0-Führung. Nach einem Freistoß von Laszlo Benes markierte Bensebaini per Kopf mit seinem ersten Treffer für Borussia das 1:0, nur zwei Minuten war Herrmann gedankenschnell, als Thuram und Werder-Torhüter Jiri Pavlenka zusammenstießen und der Flügelspieler den Ball zum 2:0 ins leere Tor prallen ließ.

Bitter für Werder: Dem Anschlusstreffer von Yuya Osako (28.) verweigerte Schiedsrichter Tobias Stieler nach Einsatz des Videobeweises wegen eines Foulspiels zuvor die Anerkennung. Die Bremer blieben aber dran und hatten durch den gefährlichen Rashica und Maximilian Eggestein weitere gute Chancen, doch Sommer parierte jeweils glänzend. Der starke Gladbacher Torhüter war auch in der 53. Minute auf dem Posten, als er einen nach Videobeweis gegeben Foulelfmeter von Davy Klaassen parieren konnte.

Die ersten beiden Gegentore waren zu einfach. Wir hatten ein paar Chancen, um zurückzukommen. Nach dem 0:3 war es vorbei.

Werder-Kapitän Davy Klaassen bei DAZN

Mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag sorgte Herrmann für die endgültige Entscheidung. Mit sechs direkten Torbeteiligungen (vier Treffer/zwei Vorlagen) hat Herrmann schon jetzt seinen Scorer-Wert (5) aus der vergangenen Saison übertroffen. Maximilian Eggestein fasste dagegen die Bremer Misere so zusammen: "Wir müssen die Dinger vorne machen."

Werder-Sportchef Baumann: "Spüre keine Verunsicherung"

Frank Baumann im Interview

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 10. November 2019, 19:30 Uhr