Diese 5 Sport-Geschichten haben den Bremern 2021 Freude bereitet

Segler Boris Herrmann begeisterte bei der Vendée Globe, Leon Schäfer holte in Tokio zwei Medaillen und Werder stellt eine Europameisterin. Auch 2021 war im Bremer Sport viel los.

Nach 2020 prägte auch 2021 die Corona-Pandemie viele Bereiche. Die Sportlerinnen und Sportler aus Bremen, Bremerhaven und dem Umland ließen sich davon aber nicht aufhalten. Hart arbeiteten sie für ihre Ziele und heimsten oftmals den verdienten Lohn. Auch wenn der ein oder andere sich am Ende vielleicht noch etwas mehr erhofft hatte.

1 Boris Herrmann trumpft bei der Vendée Globe auf

Am Ende vermasselte ihm wohl nur eine Kollision mit einem Fischerboot 90 Seemeilen vor dem Zielhafen Les Sablee-d'Olonne den ganz großen Coup. Zuvor lag Boris Herrmann aussichtsreich im Rennen und stand kurz davor, bei seiner ersten Teilnahme an der Segel-Regatta Vendée Globe diese prompt zu gewinnen. Da nach dem Crash seine Yacht "Seaexplorer" beschädigt war, kam er im Endspurt nur noch im gedrosselten Tempo voran und belegte den 5. Platz.

Für den gebürtigen Oldenburger war dies trotzdem ein riesiger Erfolg. 81 Tage war er allein auf See unterwegs. Immer mit dem Ziel vor Augen, nach dem Start in Les Sablee-d'Olonne auch wieder in der westfranzösischen Küstenstadt anzukommen. Dabei kam Herrmann auf den rund 44.000 Kilometer auch am Kap Hoorn, am Kap Leeuwin und dem Kap der guten Hoffnung sowie Point Nemo, dem einsamsten Ort der Welt im Südpazifik zwischen Chile und Neuseeland, vorbei. An Bord standen immer wieder Reparaturen wie das Fixen des Generators für die Stromversorgung an oder das Flicken des Segels an, die ihn forderten. Doch all die Mühen haben sich mit der Ankunft am 28. Januar gelohnt, als er mit Leuchtfackeln in den Händen strahlend in den Hafen einfuhr.

2 Karina Schönmaier holt beim DM-Debüt direkt Bronze

Als Karina Schönmaier Anfang Juni zur Deutschen Meisterschaften nach Dortmund fuhr, war sie vor allem aufgeregt. Mit erst 15 Jahren war es ihre erste Teilnahme, doch als es drauf ankam, stellte sie das Lampenfieber einfach aus. Bereits im Mehrkampf überzeugte sie und qualifizierte sich im Sprung als Drittplatzierte für das Finale. Und auch dort blieb sie cool.

Zwei Sprünge blieben ihr lediglich, um Ihr Können zu zeigen. Fehler werden dabei nicht verziehen. Schönmaier ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Beide stand sie sicher und schnappte sich damit völlig überraschend die Gold-Medaille. "Es war einfach unbeschreiblich. Einfach toll, dort zu stehen", sagte sie nach dem Wettkampf. Nach der Medaille im Sommer gelang ihr im Dezember mit dem Turn Team Kiehn Group Lüneburg-Buchholz für das perfekte Jahresende auch noch der Aufstieg in die Bundesliga.

3 Leon Schäfer gewinnt gleich 2 Medaillen bei den Paralympics

Seine Favoritenrolle war Leon Schäfer bewusst, bevor er zu den Paralympics nach Tokio reiste. Auch deshalb war er nach dem Weitsprung nicht wirklich zufrieden. Mit 7,24 Meter startete er als Halter des Weltrekords der Klasse T63, doch in Japan langte es nur für 7,12 Meter. Ntando Mahlangu aus Südafrika war an diesem Tag einfach besser und schnappte sich die Gold-Medaille. Für den Bremer blieb somit nur Silber. Aus einem Frust darüber machte er keinen Hehl. "Ich bin einfach zu spät aufgewacht", haderte er im ZDF-Interview mit sich und seiner Leistung.

Schäfer, dem aufgrund von Knochenkrebs als 13-Jähriger der rechte Unterschenkel amputiert werden musste, richtete aber schnell wieder den Blick nach vorne — und holte beim Sprint über die 100 Meter zum versöhnlichen Ausklang mit Bronze seine zweite Medaille.

4 Franziska Szczyrba wird als 7-Jährige Europameisterin

Sie ist zwar erst sieben Jahre alt, hat ihr großes Hobby aber schon gefunden. Seit zwei Jahren ist Franziska Szczyrba beim Hip-Hop-Tanzen dabei und trainiert viermal in der Woche in der Tanzschule von Horst Beer. Viel Aufwand für die Grundschülerin, aber für die Belohnung für die Mühen sorgt sie selbst.

Im September startete die Bremerhavenerin bei der Europameisterschaft in Polen und gewann vor mehr als 1.000 Zuschauern den Solo-Wettbewerb der "Mini Kids". Im Wettbewerb setzte sie sich mit ihrem Auftritt gegen sechs andere Kinder durch. Dafür gab es als Lohn einen großen Pokal und eine Medaille, auf die sie sehr stolz ist. Routiniert zeigte sie bei der EM ihr Können. Aufgeregt waren zuvor ohnehin nur ihre Eltern auf der Tribüne.

Das war natürlich der Wahnsinn. Über 1.000 Kinder und Zuschauer waren in der Halle. Wir waren so stolz, ich habe gefilmt und meine Hand hat so gebebt, dass die Aufnahme total verwackelt is

Sebastian Szczyrba im Gespräch mit dem Sportblitz

5 Werders Schach-Talent Lara Schulze gelingt der EM-Coup

Lara Schulze ist schon eine ganze Menge rumgekommen. Die talentierte Schach-Spielerin von Werder ist für ihren Sport bereits nach Südafrika, Uruguay und Indien gereist. Ihren größten Erfolg hat sie aber Ende Oktober mit 19 Jahren im eher beschaulichen Apolda in Thüringen gefeiert. Bei der Europameisterschaft, die am Laptop ausgetragen wurde, setzte sie sich gegen neun Kontrahentinnen durch und schnappte sich den Titel in ihrer Altersklasse.

Als Frau ist Schulze in der Männer-Welt Schach fast alleine. Unter den 100 besten Schachspielern Deutschlands ist mit Elisabeth Pätz nur eine einzige Frau. Bei Werder wird ihr zugetraut, dass sie diese einmal herausfordern können wird. Im neuen Jahr wird auch an der Weser voll auf Schulze gesetzt. Ab Januar wird sie für die Bremer in der Bundesliga gegen lauter Männer spielen.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. Dezember 2021, 18:06 Uhr