Bodes "Tor des Monats" bei der WM 2002 war kinderleicht

Video vom 2. Juli 2021
Maro Bode breitet euphorisch die Arme aus nach seinem 1:0-Treffer gegen Kamerun bei der WM 2002 in Südkorea.
Bild: DPA | epa / afp / Damien Meyer
Bild: DPA | epa / afp / Damien Meyer

Fast wäre die deutsche Nationalmannschaft 2002 in der WM-Vorrunde gegen Kamerun ausgeschieden. Doch dann erblickte Miroslav Klose den los gesprinteten Marco Bode.

Es war nicht sein Turnier, diese WM 2002 in Japan und Südkorea. Marco Bode saß die ersten beiden Spiele auf der Bank, wurde meist nur in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Auch gegen Kamerun saß der Werder-Profi draußen. Die deutsche Mannschaft musste diese Partie gegen Kamerun unbedingt gewinnen, sonst wäre sie ausgeschieden.

Dann kassierte Carsten Ramelow auch noch die Gelb-Rote Karte, Deutschland spielte 50 Minuten lang in Unterzahl. Wie mies sich frühes Ausscheiden anfühlt, hatte Bode zuvor schon bei der Europameisterschaft in Holland und Belgien zu spüren bekommen. Das Turnier war ein Desaster gewesen und diese WM davon nicht weit weg. Aber dann bekam Bode von Teamchef Rudi Völler doch noch seine Chance.

Wir eroberten den Ball in der eigenen Hälfte, ich sprintete 40 Meter über den Platz und Miro Klose spielte mich steil an. Ich schob den Ball problemlos aus acht Metern am Torwart vorbei.

Ex-Werder-Profi Marco Bode erklärt seinen 1:0-Siegtreffer

Tor wurde am Strand von Juist nachgespielt

Mit ausgebreiten Armen bejubelte Bode sein erlösendes 1:0 und krönte ihn mit einem genussvollen Bauchklatscher auf dem Rasen. So einfach kann Fußball sein und so schön. Der Bremer sorgte mit seinem einzigen WM-Tor dafür, dass es für die Deutschen weiterging, bis ins Finale. Und als Vizeweltmeister reiste Bode danach in den Familienurlaub auf Juist – da kannte sein Traumtor natürlich auch jedes Kind.

Und die Kids stellten Bodes Tor dann auch gleich am Strand nach, mit Krebsen: "Der Krebs hier ist Klose, er dribbelt fast vier Leute aus, spielt dann den Ball auf Bode. Bode läuft noch ein bisschen und schießt dann den Ball ins Tor", erklärte eines der Kinder den Erfolgs-Spielzug. Und dann legen die Kinder selbst los à la Bode, samt Jubel-Bauchklatscher im Sand. Kinderleicht ging dieses Tor, so schien es.

"Es hätte im Finale fallen müssen"

Gemeinsam mit dem genialen Vorlagen-Geber Klose wurde der Treffer von den Sportschau-Zuschauern zum "Tor des Monats" gewählt – und die Medaille gab es direkt am Strand von Juist. Bode hat über 100 Tore für Werder und neun für die Nationalmannschaft erzielt. Sein "Tor des Monats" ist keins für die Ewigkeit, aber es bleibt Erinnerung.

Es hätte im Finale fallen müssen, und das 1:0 sein müssen gegen Brasilien und wir wären Weltmeister geworden. Dann wäre es sicherlich in die Ewigkeit eingegangen.

Ex-Werder-Profi Marco Bode

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Juli 2021, 18:06 Uhr