Ist nun endlich der Knoten geplatzt bei Werder?

Audio vom 6. November 2021
Werder-Spieler Ömer Toprak trägt nach dem Spiel Marvin Ducksch Huckepack, der seine Freude hinaus schreit.
Bild: Imago | Nordphoto
Bild: Imago | Nordphoto

Mit zwei späten Toren drehen die Bremer das Spiel in Nürnberg. Statt im Zweitliga-Mittelmaß zu versinken, kann Werder in der Tabelle erstmal wieder nach oben schauen.

Für Trainer Markus Anfang gab es nach dem Abpfiff nur ein Wort, das diesen spannenden Abend im Nürnberger Max-Morlock-Stadion auf den Punkt brachte: "Wahnsinn!"

Werder-Wahnsinn, den hatte man lange nicht gesehen. Vielmehr trieben die Leistungen der Bremer ihren Anhang oft genug in den Wahnsinn. Doch die furiose Schlussphase am Freitagabend machte die trüben Auftritte zumindest im Rausch jener Nacht wieder wett.

So ein Spiel so zu drehen: Respekt für die Mannschaft. Das spricht für ihre Moral. Wir haben wahnsinnig gut nach vorne gespielt. In der ersten Halbzeit müssen wir eigentlich schon 2:0 führen. In der zweiten Halbzeit war es dann nur noch ein Spiel auf ein Tor. Heute ist der Knoten hinten heraus geplatzt. Es ist für uns ein toller Moment.

Werder-Trainer Markus Anfang

Werder-Trainer Anfang: "Es war ein hochverdienter Sieg"

Video vom 6. November 2021
Werder-Trainer Markus Anfang nach dem Spiel im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Anfang hofft auf Befreiungsschlag

Ein toller Moment also, den die Mannschaft mit ihren Fans auch ausgiebig feierte – und vermutlich die Nacht von Nürnberg zum Tag machte. Aber der Trainer hatte ihnen ja offizielle Partyerlaubnis erteilt, schließlich war es das erste Mal in dieser Saison, dass Werder einen Rückstand noch drehen konnte.

Anfang hofft, dass dieses 2:1 der so dringend benötigte Befreiungsschlag für seine Bremer war – doch war es wirklich die Werder-Wende? Denn 80 Minuten lang hatte es so ausgesehen, als würde es laufen, wie so oft bei Werder: Offensiv spielten sie ansprechend, aber nicht effektiv genug und machten sich ihren Aufwand mit defensiver Schlafmützigkeit selbst kaputt.

Fans im Netz hatten schnell die Nase voll

Werder war engagiert und mit großem Willen wieder und wieder nach vorne gestürmt, aber es schien, als könnten sie den 0:1-Rückstand nicht mehr ausgleichen. Die Bremer wären endgültig ins Mittelmaß der 2. Liga abgerutscht, die Aufstiegsränge damit vielleicht schon zu weit entfernt gewesen und stattdessen hätte der Bundesliga-Absteiger den Blick nach unten in der Tabelle werfen müssen.

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Viel hatte zu diesem Szenario nicht gefehlt und auch die Fans im Netz hatten im Grunde schnell die Nase voll von diesem Werder-Auftritt und keine Hoffnung mehr. Frust, der bei manchen in Sarkasmus umschlug. Diese Spielverläufe hatte man bei den Bremern einfach zu oft miterlebt.

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"Der Trainer hat die richtigen Worte gefunden"

Aber zehn Minuten Wahnsinn reichten, um die letzten 80 vergessen zu machen: Niclas Füllkrug und Leonardo Bittencourt versetzten die Grün-Weißen mit dem 2:1-Sieg in Ekstase und lieferten die Erklärung gleich mit: Der Glaube war's.

Der Trainer hat heute auch die richtigen Worte gefunden. Er hat uns in der Halbzeit mit auf den Weg gegeeben, dass wir das Spiel noch drehen werden, wenn wir unsere Überzeugung beibehalten. Er hatte Recht.

Werders Siegtorschütze Leonardo Bittencourt

Glaube und Moral stimmten bei Werder an diesem Abend, und er könnte tatsächlich die Wende einläuten, falls die Bremer ihr Selbstvertrauen ins nächste Spiel gegen Schalke 04 in zwei Wochen transportieren können. Dann wäre es wirklich der Beginn von Konstanz im Anfang-Team und Werder wäre wohl endlich in der 2. Liga angekommen.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 6. November 2021, 13:12 Uhr