Mittelmaß gegen Maß der Dinge: Werder etwas neidisch auf St. Pauli

Video vom 28. Oktober 2021
Werder-Coach Markus Anfang steht auf dem Trainingsplatz etwas nachdenklich zwischen den gelben Metallmännchen.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
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Unterschiedlicher können die letzten Monate bei Werder und St. Pauli kaum sein. Der Aufstiegsfavorit hängt im Mittelfeld fest, bei den Hamburgern läuft's dagegen rund.

Es ist gerade einmal ein dreiviertel Jahr her: Werder Bremen war ein Mittelfeld-Klub aus der Bundesliga, während der FC St. Pauli tief im Zweitliga-Abstiegskampf steckte.

Am Samstag 13:30 Uhr treffen beide Vereine nach komplett unterschiedlichen Entwicklungen in Liga 2 aufeinander. Auf der einen Seite der enttäuschende Absteiger, der im Mittelmaß feststeckt. Auf der anderen Seite der Kiez-Klub aus Hamburg, der als Spitzenreiter vor Selbstvertrauen nur so strotzt.

St. Pauli ist stabil. Das ist der entscheidende Faktor. Sie haben kontinuierlich weitergemacht und sich nicht beunruhigen lassen. Wir sind bislang an uns selbst gescheitert, weil wir zu viele individuelle Fehler gemacht haben.

Werder-Trainer Markus Anfang am Donnerstag

"Haben mehr Qualität im Team, als es widergespiegelt wird"

Das Ergebnis: Die Hamburger stehen mit 25 Punkten auf Rang eins, der Aufstiegsfavorit aus Bremen ist mit zehn Zählern Rückstand nur auf Platz zehn und damit lediglich Zweitliga-Mittelmaß. Die Situation hat sich St. Pauli "erarbeitet", merkte Anfang an. Von den Abstiegsrängen in nicht mal einem Jahr an die Spitze. Eine ähnliche Entwicklung erhofft sich der 47-Jährige nun auch mit Werder.

Der nach dem Bundesliga-Abstieg eingeleitete "Wiederaufbau" benötige weiter Zeit, sagte der Bremer Coach. Denn, betonte er: "Wir haben mehr Qualität im Team, als es widergespiegelt wird." Aktuell lebe der kommende Gegner um den früheren Bremer Spieler und heutigen St. Pauli-Coach Timo Schultz auch viel vom "Selbstbewusstsein".

Hartes Programm für Werder

Dies fehlt dem viermaligen deutschen Meister derzeit. Nur ein Sieg aus den vergangenen fünf Partien sorgen nicht für Euphorie. Der Blick auf die Tabelle und auch das Programm mit St. Pauli am Samstag, in Nürnberg und gegen Schalke 04 lässt die Sorgen an der Weser nicht kleiner werden. Im schlechtesten Fall sind die Aufstiegsplätze schon im Winter meilenweit entfernt.

Ich gucke nicht auf die Tabelle. Wir können sie ohnehin nur durch Leistung beeinflussen.

Werder-Trainer Markus Anfang am Donnerstag

Setzt Anfang auf Doppelspitze?

Ob Stürmer Niclas Füllkrug neben dem gesetzten Torjäger Marvin Ducksch von Beginn an auflaufen wird, ließ der Werder-Trainer offen. Der in der vergangenen Woche für drei Tage suspendierte Angreifer rettete seinen Klub am vergangenen Wochenende in der Nachspielzeit vor einer weiteren Pleite in Sandhausen.

"Es könnte Sinn machen", kommentierte Anfang mögliche Spekulationen um eine Doppelspitze Ducksch/Füllkrug. "Am Ende ist aber nicht entscheidend, ob wir mit zwei Spitzen auflaufen werden. Die Umsetzung ist entscheidend."

Werden Ducksch und Füllkrug zu Werders Stürmer-Duett?

Video vom 27. Oktober 2021
Werder-Stürmer Marvin Ducksch nachdenklich bei einer Pressekonferenz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Oktober 2021, 18:06 Uhr