Nach Aus auf den Färöer-Inseln: Bremer Schindler sucht einen neuen Job

Aus auf den Färöern: Ex-Werder-Stürmer Schindler zurück in Bremen

Bild: Imago | Aleksandar Drojovic

Werders Ex-Spieler Kevin Schindler arbeitete zuletzt als Cheftrainer in der 1. Liga auf den Färöer-Inseln. Ohne A-Lizenz durfte er dort aber nicht mehr weitermachen.

Kevin Schindler ist zurück in der Heimat. Viel lieber wäre der gebürtige Delmenhorster jedoch weiterhin auf den Färöer-Inseln. Dort hat er bis vor kurzem als Cheftrainer von HB Tórshavn gearbeitet. Aufgrund der fehlenden A-Lizenz als Trainer musste der 33-jährige Ex-Spieler von Werder nun aber seine Zelte vorzeitig abbrechen.

Die Bilder der beeindruckenden Natur vor Ort schaut Schindler sich auf dem Handy weiterhin gerne an. Es sei schön, so erzählt er im Gespräch mit dem Sportblitz, nun wieder in der Nähe der Familie aus. Das Aus auf den Färöer-Inseln ärgert ihn aber sehr. Erst im Juni war er dort vom Co- zum Cheftrainer aufgestiegen, spielte mit dem Klub in der Qualifikationsrunde zur Conference League. Für den Job als Chef auf der Trainerbank in der 1. Liga auf den Färöer-Inseln ist allerdings die A-Lizenz eine Voraussetzung. Der Klub verständigte sich daher mit Schindler darauf, dass zunächst der aktuelle Trainer der U15, der über ebenjene verfügt, mit ihm auf der Bank sitzt. Für die neue Saison, so, Schindler, sollte er dann für den Lehrgang zur A-Lizenz angemeldet sein.

Unvollständige Bewerbungsunterlagen

Das ging allerdings schief. "Mir war klar", berichtet Schinder, "dass es für den Klub auf Dauer keine Lösung ist, einen U15-Trainer mit einer A-Lizenz auf der Bank zu haben." Deshalb sei es ihm wichtig gewesen, die A-Lizenz zu erwerben. Und dies bestenfalls in Deutschland, zumal es auf dem Färöer-Inseln oder in Dänemark auch an der Sprache gehapert hätte. Da er vom DFB jedoch eine Absage für die A-Lizenz erhielt, war auch der Job in der färöischen Hauptstadt futsch. Laut dem Verband hat Schindler seine Bewerbungsunterlagen unvollständig eingereicht.

Dann frage ich mich, warum beim erweiterten Führungszeugnis das Original eingereicht werden muss. Ich habe erstmal nur die Kopie per Mail geschickt. Dann habe ich eine Information erhalten, dass sie das Original brauchen. Das ist ja eine Information, mit der man arbeiten kann. Währenddessen hätten sie mir auch sagen können, was noch fehlt oder was ich noch nachschicken kann.

Kevin Schindler sitzt beim Gespräch mit dem Sportblitz im Bremer Bürgerpark.
Kevin Schindler im Gespräch mit dem Sportblitz.

Auch das Ausland reizt Schindler weiterhin

Letztlich, berichtet Schindler, wisse er gar nicht, was am Ende gefehlt habe. Den Ausbildungsleiter habe er mehrmals angerufen, doch sei dieser nie ans Telefon gegangen. Nun sei es ihm aber auch egal, demnächst will er sich erneut anmelden. Dennoch hadert er natürlich auch mit der für ihn harten Entwicklung. "Man hat seinen Job verloren. Da hängt schon viel dran." Für den Fall, den Lehrgang nicht absolvieren zu können, sei es stets der Plan B gewesen, nach Bremen zurückzukehren. Jetzt ist erst einmal mit seiner schwangeren Ehefrau Zeit für das Privatleben eingeplant. Zugleich will er Augen und Ohren offen halten. Vielleicht ergibt sich ja schon bald ein neuer Job. "Kommt Zeit, kommt Rat", sagt er. Auch die Abenteuerlust könnte ihn schnell wieder packen.

Wenn sich in Deutschland etwas ergeben würde, bin ich offen. Und für das Ausland sowieso.

Kevin Schindler sitzt beim Gespräch mit dem Sportblitz im Bremer Bürgerpark.
Kevin Schindler im Gespräch mit dsm Sportblitz

Autorinnen und Autoren

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 30. Januar 2022, 19:30 Uhr