Bremens Innensenator will weiterhin Rechnungen an die DFL schicken

Drei Polizisten stehen mit dem Rücken zur Kamera vor dem Weser-Stadion.
Die Bremer Polizei wird auch in der 2. Liga bei etlichen Heimspielen weiterhin alle Hände voll zu tun haben bei Werder Bremen. Bild: Imago | Nordphoto

Werders Bundesliga-Abstieg ist für Ulrich Mäurer (SPD) unerheblich. Für die Zusatzkosten der vier Hochrisikospiele in der 2. Liga soll weiter die DFL aufkommen.

Werder Bremens Finanz-Probleme sind bereits groß, in der neuen Saison werden sie noch größer. Denn Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) kündigte an, dass er die Mehrkosten für Hochrisiko-Spiele, die für die Polizeieinsätze anfallen, wieder der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Rechnung stellen wird. Die DFL reicht diese dann direkt an Werder Bremen weiter.

Seit 2015 sind es sieben Spiele gewesen, für deren Zusatzkosten Bremen die DFL zur Kasse bittet. Doch nachdem der Hamburger SV im Sommer 2018 abgestiegen war, hatte es in Bremen zumindest keine Hochrisikospiele mehr gegeben – das ändert sich mit Werders Abstieg nun. In der 2. Liga wird es sogar vier Hochrisiko- und sechs Risikospiele geben, so schätzt es die Bremer Polizei ein.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der DFL hat uns das Bundesverwaltungsgericht im März 2019 recht gegeben, die zusätzlichen Kosten dem eigentlichen Veranstalter in Rechnung stellen zu können. Dies wird selbstverständlich auch weiterhin so gehandhabt.

Rose Gerdts-Schiffler, Pressesprecherin des Bremer Innensenators in der "Bild"-Zeitung

Nur "recht und billig", dass die DFL für Kosten aufkommt

Als Hochrisikospiele werden die Heimspiele gegen den Hamburger SV, Hannover 96, Dynamo Dresden und Hansa Rostock eingestuft. Hinzu kommen die sechs Risikospiele, wenn Schalke 04, der Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf, der 1. FC Nürnberg, Erzgebirge Aue und Holstein Kiel im Weser-Stadion zu Gast sind.

Der normale Polizei-Einsatz soll bei einem Zweitligaspiel geschätzte 125.000 Euro kosten. Durch den verstärkten Einsatz von Beamten werden Spiele der Kategorie "Rot" deutlich teurer sein. Obwohl Werder mit hohen Schulden zu kämpfen hat, will Mäurer von seinem Vorhaben nicht abweichen, schließlich gebe er die Rechnungen an die DFL, die er in der Verantwortung sieht.

Die DFL ist nicht nur der eigentliche Veranstalter der Begegnungen, sondern auch ein Unternehmen, das Milliardenumsätze macht. Insofern ist es nur recht und billig, dass die DFL für die Zusatzkosten bei Hochrisiko-Spielen aufkommt.

Rose Gerdts-Schiffler, Pressesprecherin des Bremer Innensenators in der "Bild"-Zeitung

Rückblick: Was bedeutet das Urteil im Polizeikosten-Streit?

Video vom 29. März 2019
Eine Polizeisprerrung am Hauptbahnhof gegen Fußballfans.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 21. Juni 2021, 17:40 Uhr