Interview

BSV-Coach vor Bayern-Duell: "Wenn Nagelsmann unzufrieden aufspringt"

Audio vom 22. August 2021
Der Trainer des Bremer SV Benjamin Eta posiert im Stadion am Panzenberg lächelnd für ein Foto.
Bild: Imago | Nordphoto
Bild: Imago | Nordphoto

Für Trainer Benjamin Eta und seinen Fünftligisten vom Bremer SV ist der Pokal-Hit am Mittwoch gegen die Bayern das Spiel des Jahres. Und sie möchten die Münchner ärgern.

Am Mittwochabend um 20:15 Uhr ist es unter dem Flutlicht des Bremer Weser-Stadions endlich soweit: Der verschobene Pokal-Kracher zwischen dem Bremer SV und Bayern München wird angepfiffen.

Für die Mannschaft von Trainer Benjamin Eta, die in der Bremen-Liga, also der fünften Fußball-Spielklasse, zu Hause ist, ist die Partie gegen den Rekordmeister etwas, von dem jeder Amateur-Kicker sein Leben lang träumt. Dass der Bremer SV in dieser ersten Pokal-Runde überhaupt eine Minimalchance auf ein Weiterkommen hat, ist fraglich. Dennoch hat sich Eta fest vorgenommen, die übermächtigen Bayern bestmöglich zu ärgern, wie er im Interview mit Bremen Eins erzählt.

Am Sonntag sind die Regionalligistinnen des ATS Buntentor mit 0:10 gegen Zweitligist RB Leipzig im Pokal ausgeschieden. Wenn Sie solche Ergebnisse hören, macht Sie das etwas bange?
Nein, überhaupt nicht. Das ist ein ganz anderes Spiel, wir haben unsere eigene Aufgabe, unseren eigenen Gegner. Klar kann ein Spiel auch mal so hoch ausgehen, aber es kann auch genau umgekehrt sein – dass man vielleicht eine kleine Überraschung hinkriegt. Eine Überraschung ist dann schon, wenn es lange spannend bleibt und dafür werden wir am Mittwoch alles tun.
Am Samstag haben Sie am ersten Spieltag der Bremen-Liga mit 3:1 gegen den Blumenthaler SV gewonnen. Die Form stimmt, oder?
Wenn man die erste Halbzeit wegstreicht, die überhaupt nicht passte, dann schon. Aber das war auch klar, weil der Fokus eben leider nicht zu 100 Prozent auf diesem Spiel lag. Das haben wir in der zweiten Halbzeit dann besser hingekriegt mit dem Fokus und das Spiel gewonnen. Das war sehr sehr wichtig für uns.
Es ist ein Riesen-Ding gegen den FC Bayern spielen zu dürfen – wie sieht die Vorbereitung auf so eine Partie aus?
Durch die Spielverlegung ist natürlich alles etwas durcheinander gegangen. Aber wir haben uns wirklich erstmal auf den ersten Spieltag gegen Blumenthal vorbereitet. Weil das wichtiger ist – nicht schön, aber wichtiger – weil das unser tägliches Brot ist. Wir wollen Meister werden und dürfen uns keine Niederlage erlauben.

Die Vorbereitung auf die Bayern lief natürlich im Hintergrund, aber ich als Trainer und die Mannschaft werden uns ab Montag darauf vorbereiten. Das heißt, ich werde mit meinem Co-Trainer schon einige Dinge durchgehen und dann werden wir den Montag und Dienstag extrem nutzen, um am Mittwoch bereit zu sein.
Unter anderem werden Sie mit Ihren Spielern eine Begehung im Weser-Stadion machen, das ist natürlich eine ganz andere Welt. Von der Papierform her haben sie keine Chance gegen die Bayern, aber haben Sie trotzdem eine leise Hoffnung auf die dicke Pokal-Sensation?
Das Spiel ist natürlich David gegen Goliath. Aber wir werden definitiv nicht vor dem Anpfiff sagen, dass wir das Spiel gerne verlieren wollen. Ich bin Sportler und Fußballer durch und durch und absolut ehrgeizig und man will natürlich jedes Spiel gewinnen. Wie realistisch das ist, steht auf einem anderen Blatt.

Aber wir hoffen einfach, dass die Fans im Stadion uns pushen und wir alles abrufen können. Und wenn Julian Nagelsmann (Trainer der Bayern, Anmerkung der Redaktion) irgendwann in der zweiten Halbzeit aufspringt, weil er unzufrieden ist, weil das Spiel spannend ist, dann haben wir schon sehr sehr viel erreicht.

Große Bühne für kleinen Bremer SV: Gegen die Bayern im Weser-Stadion

Video vom 12. Juli 2021
Das Weser-Stadion wird von Sonnenlicht angestrahlt
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 22. August 2021, 16:12 Uhr